Zuletzt angesehen: Matthäus 20,14 Matthäus 15,27 Jakobus 1,4 Matthäus 25,14

Matthäus 25,14

Matthäus 25,14

Andachten

Gleichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte und teilte ihnen seine Güter aus und einem gab er fünf Zentner, dem anderen zwei, dem dritten einen, einem jeden nach seinem Vermögen, und zog bald hinweg.
Ungleich behandelt der Herr seine Knechte, und deshalb geht in uns das Murren an: Ungleichheit ist Ungerechtigkeit. Warum soll der eine fünf, der andere dagegen nur zwei und der letzte gar nur ein einziges Talent empfangen? Bin ich nicht verkürzt, wenn es andere gibt, die mehr besitzen und mehr vermögen als ich? Die Verderbnis der Gerechtigkeit zur Gleichmachung liegt auf der Menschheit als giftiger Wahn und quälender Druck, und es gibt keinen, der stark genug wäre, um diese Kette zu sprengen, als Jesus allein. Er hat seinen Jüngern gesagt: ihr habt nicht alle denselben Anteil an dem, was ich euch gebracht habe, habt nicht alle dasselbe Verständnis meines Wortes, nicht alle dieselbe Stärke der Liebe und dieselbe Ausrüstung zu meinem Dienst. Daher vermag bei euch der eine mehr als der andere, weil er reicher ist als der andere. Diese Ungleichheit entsteht nicht durch eure Versündigung, als müsste sich der, der nur ein Talent empfangen hat, anklagen und sagen: hätte ich mehr Glauben und eine tiefere Buße, so bekäme ich auch fünf Talente. Ich gebe euch Verschiedenes; denn ihr seid verschieden und sollt es auch sein auch in Gottes Reich und in meiner Gnade. Warum bewirkt er denn die Ungleichheit? Damit sichtbar sei, dass er der Herr ist, dass die Talente sein Eigentum sind, dass er sie nach seinem Willen verteilt. Das wird darin sichtbar, dass jeder nur das empfängt, was der Herr ihm gibt, nicht das, was der andere hat. Das Verlangen nach der Gleichheit entsteht aus der Eigensucht des Menschen, der seine Ansprüche anmeldet und seine Wünsche als gültiges Gesetz geehrt wissen will. Aber nicht meine Wünsche ordnen meinen Weg; er wird für mich geordnet und für jeden so, wie sein Herr es will. Gibt es aber noch Gemeinschaft zwischen uns, wenn wir nicht nur in unseren natürlichen Eigenschaften, sondern auch in unserem Christenstand verschieden sind? Aber unser ganzer Besitz, die fünf und die zwei und das eine Talent, ist ja des Herrn Eigentum und seine Gabe. Wie können die Knechte gegeneinander streiten und gegeneinander arbeiten, wenn sie doch die Knechte des einen Herrn sind? Er ist unser Friede, er der, der die Christenheit einigt. Weil er der Eine ist, gibt es eine allgemeine Kirche und innerhalb dieser Einheit macht er seine Herrschaft dadurch offenbar, dass er jedem seine Gabe nach seinem Willen gibt. Wenn ich das erfasst habe, so freue ich mich daran, dass die anderen anders sind als ich; denn darin wird der Reichtum Jesu offenbar.
Ich sehe, Herr, auf Dich, nicht auf die anderen, auf Deine mir gegebene Gabe, nicht auf das, was die anderen haben. Wenn ich auf die anderen sehe, werde ich verwirrt; wenn ich auf Dich sehe, stirbt mein Murren ab. Dann kann ich all mein Begehren in die eine Bitte fassen: Hilf mir treu zu sein mit dem, was Du mir gabst. Amen. (Adolf Schlatter)


Gleichwie ein Mensch, der über Land zog, rief seine Knechte, und tat ihnen seine Güter ein. Und Einem gab er fünf Zentner, dem Andern zwei, dem Dritten einen, einem Jeden nach seinem Vermögen; und zog bald hinweg. Da ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit denselbigen, und gewann andere fünf Zentner. Desgleichen auch, der zwei Zentner empfangen hatte, gewann auch zwei andere. Der aber Einen empfangen hatte, ging hin, und machte eine Grube in die Erde, und verbarg seines Herrn Geld. Über eine lange Zeit kam der Herr dieser Knechte, und hielt Rechenschaft mit ihnen. Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte andere fünf Zentner dar, und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner getan; siehe da, ich habe damit andere fünf Zentner gewonnen. Da sprach sein Herr zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über Wenigem getreu gewesen; ich will dich über viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner getan; siehe da, ich habe mit denselben zwei andere gewonnen. Sein Herr sprach zu ihm: Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über Wenigem getreu gewesen; ich will dich über Viel setzen, gehe ein zu deines Herrn Freude! Da trat auch herzu, der Einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist; du schneidest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, da du nicht gestreut hast; und fürchtete mich, ging hin, und verbarg deinen Zentner in die Erde. Siehe, da hast du das Deine. Sein Herr aber antwortete, und sprach zu ihm: Du Schalk und fauler Knecht! wusstest du, dass ich schneide, da ich nicht gesät habe, und sammle, da ich nicht gestreut habe; so solltest du mein Geld zu den Wechslern getan haben, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine zu mir genommen mit Wucher. Darum nehmt von ihm den Zentner, und gebt es dem, der zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, das er hat, genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappern.
Ein reicher Vater, lieber Christ, pflegt wohl seinen Kindern erst Kleinigkeiten zur Verwaltung zu übergeben, bevor er ihnen Großes anvertraut. So gibt der Gutsbesitzer seinem Sohne erst eine kleine Stelle, der Kaufmann seinem Sohne erst ein kleines Geschäft oder einen kleinen Posten, und erst, wenn die Kinder sich im Kleinen bewähren, dann vertraut der Vater ihnen Großes an. Wenn sie aber in dem kleinen Wirkungskreise nicht treu sind und darum das Ihre vernachlässigen oder vergeuden, dann sagt der Vater: Ihr seid es auch nicht wert; wenn ich euch Großes anvertraute, das würdet ihr erst recht vernachlässigen! So handelt der HErr auch in unserem Gleichnisse. Er gibt jedem seiner Knechte Etwas zu verwalten und anscheinend Jedem nach seinen Fähigkeiten, denn der Knecht, dem nachher sein Pfund wieder abgenommen werden muss, erhält auch nur ein Pfund, anscheinend, weil er mit mehr nicht umzugehen weiß. Sei deshalb nicht unvernünftig, wenn GOtt die Güter verschieden verteilt, denn GOtt der HErr gibt Jedem das Seine und Er weiß, was Jedem gut ist. Unsere Ausgabe ist, das uns Anvertraute zu veredeln und zu vermehren. Wenn GOtt dir ein Weltkind ins Haus schickt, und du machst ein Gotteskind daraus, wenn du einen ungläubigen Nachbar hast und du bekehrst ihn zum rechten Glauben, dann veredelst du das dir anvertraute Gut, und solche Veredelungsarbeiten soll der Mann an seinem Weibe, das Weib an dem Manne treiben, die Eltern an den Kindern, die Kinder an den Eltern. Aber auch vermehren sollen wir die Schätze, die uns GOtt anvertraut. Wenn du durch dein Geld und Gut die Diener GOttes im Reiche Gottes unterstützt und so ihnen hilfst, Seelen zu Christo zu führen, dann vermehrst du dein Hab und Gut, denn die Heiden, die durch deine Opfer bekehrt werden, die Christen, welche durch deine Bemühungen zum Glauben kommen, sind Schätze, welche dich noch im Himmel erfreuen werden. Nun gibt es aber Christen, die sich damit begnügen, ihre Schätze zu haben, und keinen Trieb in sich fühlen, sie zu veredeln oder zu vermehren. Sie begnügen sich damit, wenn sie es lediglich wissen, was GOttes Wort sagt, oder wenn sie, wie sie sagen, nichts Böses tun, aber diese Leute bedenken nicht, wozu sie auf Erden sind; sie bedenken nicht, dass es ein Verbrechen ist, aus den lebendigen Schätzen GOttes tote Schätze zu machen. Ja, GOtt will, dass du mit den dir anvertrauten Schätzen wuchern sollst, und Er bestraft dich, wenn du ein Faulenzer bist und mit deinen Gaben und Gnaden nicht arbeitest.

Seht, hier wollen die Leute es sich ja nicht sagen lassen, dass die Faulheit ein Verbrechen ist, dort aber wirst du es zu deinem Entsetzen vernehmen, dass die Faulen in die Hölle geworfen werden. Du hast nun wieder so viele Sonntage und Festtage gehabt, hast du damit gewuchert und hast du sie fleißig benutzt, deine Seele zu speisen? Du hast so viele Stunden der Gnade gehabt, hast du darinnen an deiner Seele gearbeitet? Du hast hier so viele Stunden gehabt, in denen du dich üben konntest in der Gottseligkeit, hast du sie auch ungenutzt verstreichen lassen? Die Zeit der Rechenschaft naht, bedenke, was zu deinem Frieden dient, denn wenn du in Faulheit die Gabe GOttes vergräbst, dann wird sie dir genommen, denn wer da nicht hat, dem soll auch genommen werden, das er meint zu haben.

Darum vergiss nicht, wozu du auf Erden bist. Wenn du siehst, dass du lässiger wirst im Gebete, lässiger im Besuche des Gotteshauses, unlustiger im Gesange, dann frage dich, ob das nicht ein Zeichen ist, dass dir bereits genommen wird, was du hast. Andererseits haben aber die Gottseligen die Zuversicht, dass ihre Schätze vermehrt werden. Wer ein Kapital belegt, dem wächst es durch die Zinsen. Darum, wer in der Frömmigkeit schafft, wird sehen, dass die Frömmigkeit selber wächst, dass der Glaube vermehrt und die Liebe kräftig wird. Darum säume nicht, arbeite fleißiger, eifriger, hingebender und bedenke, dass die Arbeit leichter wird, je länger du dich darin übst. Darum säume nicht, denn wer seine Zeit versäumt, hat die Ewigkeit verträumt. Amen. (Johannes Paulsen)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
nt/40/matthaeus_25_14.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain