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Matthäus 19,30

Matthäus 19,30

Andachten

“Viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein.“
Die Ersten, die etwas anfangen, sind nicht immer die Bewährtesten, und werden häufig von den Nachfolgenden, den Letzten, übertroffen. Jene werden leicht eigenliebig und sicher; und diese fassen die Notwendigkeit des Ausharrens und der Treue mehr ins Auge. Wer nun die Ersten und die Letzten sind, die der HErr meint, kann man fragen. Es scheint aber doch ziemlich sicher zu sein, dass die Ersten die sind, die im Anfang der Gnadenzeit sich herzu machten, und dass die Letzten die sind, die in der Schlusszeit oder auf die wirkliche Erlösungszeit hin zu arbeiten und zu kämpfen haben. Solches deutet schon der Zusammenhang an, in welchem die Worte JEsu stehen. Denn zuvor war davon die Rede, wie es denen, die Ihm nachfolgten, wiedervergolten werde in der Wiedergeburt, d. h. in der Vollendungszeit, da es der HErr gerade den Aposteln zu bedenken gab, was Er über die Ersten und Letzten sagte. Die beiden Zeiten des Anfangs und der Vollendung wurden damals nicht so fern von einander gestellt, als sie jetzt von einander abstehen. Da dachte Niemand, dass über 1800 Jahre verstreichen würden, bis das Zweite, die Vollendung des Heils der Kreatur, einbrechen würde.

Nun aber ist jedenfalls in den Worten JEsu gesagt, erstlich, dass die, welche anfangen, seien sie, wer sie wollen, sich nicht brüsten, nicht in Selbstgefälligkeit und Sicherheit hineinkommen, und unter dem lahm und träge werden sollen, zweitens, dass Alle, seien's nun die Ersten oder die Letzten, an der Treue und Sorgfalt und am Eifer es nicht fehlen lassen sollen, und Drittens, dass einmal nicht gefragt werden wird, wer die Ersten oder Letzten seien, sondern darnach, wer die Treuesten seien, dass also die Anfangenden nicht geradezu etwas voraus haben werden. Man könnte denken, es habe damals wirklich an Manchen gefehlt. Wir wollen nicht sagen an den Aposteln, wiewohl der HErr ja den Judas noch vor sich sah, aber doch sonst an den ersten Christen, weil so schnell auf entschiedene Weise eine Wartezeit eingetreten ist, die im Anfang nicht erwartet wurde. Es sind jedenfalls Saumseligkeiten irgendwelcher Art vorgekommen, in den ersten Geschlechtern schon, könnte man sagen, weshalb sich's so lange verzog; und wenn nun die letzten Zeiten kommen sollen, so bleibt dann noch viel Arbeit übrig, Kampf und Anfechtung, die geringer gewesen wäre, wenn Alles von vorn herein seinen rechten Gang gegangen wäre.

Jetzt also sollten die Letzten kommen, die freilich der HErr erst schicken oder zubereiten muss, auf die Zeit des Abschlusses hin. Wir sehen's da gleich, dass von diesen wird viel gefordert werden, dass sie hart dran müssen, sich ganz herzugeben und in der Geduld und im Glauben ausdauernd zu bleiben. Es liegt in den Worten des HErrn, dass sie müssen ein größeres Maß von Angst und Trübsal durchmachen, und nur damit, dass sie dennoch ausharren, werden sie ihre Bestimmung erfüllen, und können sie, wenn es gut geht, Vielen von denen, die die Ersten waren, einst an Seinem Tage vorgezogen werden, zumal, wenn sie dann doch die sind, die es durch die Gnade des HErrn zum Ende bringen. Alle, merken wir uns das, haben allezeit auf der Hut zu sein, dass sie keinen Schritt weichen; und sei es, wer es wolle, der Erste oder Mittlere oder Letzte, der Große oder der Kleine, der Schwache oder der Starke, sollen lernen treu und mit vollem Herzen dem HErrn JEsu dienen, mit Ausharren, mit Glauben und Hoffen. Schläfrig zugehen darf's besonders in der letzten Zeit nicht; und wie gerne werden's Solche, die meinen, sie hätten's nun einmal, was sein solle, ihnen fehle es nimmer! Was ich aber euch sage,“ schließt der HErr einmal in einer Rede (Mark. 13, 37), „das sage ich Allen: Wacht!“ (Christoph Blumhardt)

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