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Matthäus 18,3

Matthäus 18,3

Andachten

Den letzten September sah Doktor Martin seine Kindlein am Tisch sitzen und sprach: Christus sagt, Matth. 18, 3: wahrlich, ich sage euch, es sei denn, dass ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr Nicht in das Himmelreich kommen; beteuert es mit einem Eide. Ei, lieber Gott, du machst es allzugrob, dass du es doch säuberlich machest, und die Kinder, solche Närrlein, nicht so hoch erhübest! Wo hast du das befohlen und gelehrt, dass ein närrisch Kindlein soll einem Weisen vorgezogen werden? Wie kann unser Herr Gott mit seinem Urteil und Gerechtigkeit bestehen, die Paulus so hoch rühmet, Gottes Gerechtigkeit. Ist das die Gerechtigkeit, damit du die Klugen verwirfst und die Narren annimmst? Es heißt hier: Glaube Gottes Wort und gib dich gefangen. Unser Herr Gott hat reinere Gedanken, denn wir Menschen. Er muss uns also entgröbern, Er muss gar grobe Äste und Späne von uns weghauen, ehe Er solche Kinder und Närrlein aus uns macht. Seht, wie feine, reine Gedanken haben die Kinderlein, wie sie den Himmel und den Tod ohne allen Zweifel ansehen! Sie sind gleichsam wie im Paradiese. Und in denen Kindern, da etwas Sonderliches aus werden will, sind allezeit wunderbarliche, sonderliche Gebärden. Luk. 2. Doktor M. Luther sah seine Kinder an, dass sie mancherlei Natur und Art waren, verwunderte sich über Gottes Werk und Geschöpf, und sprach: Gleichwie die Art mancherlei, ja einem Menschen gehts anders, denn dem Andern, Einer hat mehr Glücks oder Unglücks, denn der Andere. Darum soll man allein auf Gott, den Schöpfer und Stifter sehen, Ihm vertrauen und Ihn anrufen. (Martin Luther)


Wahrlich, ich sage euch: es sei denn, dass ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. - Denn ihrer ist das Himmelreich. und 19,14.

Dass der Herr dieses nicht zu den einfältigen Leuten, von denen man glaubt, sie bedeuten nichts, und es wäre besser für sie, wenn sie einfältig blieben, sondern vorzüglich zu denen gesagt habe, die Etwas, ja die Ersten und Bedeutendsten in seinem Reiche sein wollten, zu den Aposteln selbst, das wissen und lesen wir vor und nach dem angeführten Spruche, und noch in so manchen andern Stellen, wo er seine Jünger zum Kleinwerden ermahnte. Und da er selbst der Kleinste und Kindlichste geworden ist, so lehrt es uns schon sein Beispiel, wenn er es auch nicht so deutlich mit Worten gesagt hätte. Wer kein Kind, wer nicht kinderartig werden will, der ist kein Kandidat zum Himmelreiche, wie soll er ein Lehrer und Führer ins Himmelreich werden oder sein können? So unterscheidet sich dieses Reich vor allen andern Reichen: es ist das größte, ist unermesslich, und doch kann es kein Riese, und kein Gewaltiger oder Held erobern, nur Kinder können es einnehmen und an sich reißen. Da heißt's wohl auch, wenn ich schwach - schwach wie ein Kindlein bin, bin ich stark, denn ich kann den Himmel heben und davon tragen. Wenn ich aber stark bin, bin ich schwach, dass ich gar nichts halten kann, dass ich alles, Himmel und Erde, fallen lassen muss. (Johannes Evangelista Gossner)


Wahrlich Ich sage euch, es sei denn, dass ihr umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Herr, gib uns einen kindlichen Geist, auf dass wir mit aller Einfalt zum Gnadenstuhl hinzutreten können! Wir wissen ja, dass wir nur durch völlige Umkehr und Ablegung des knechtischen Sinnes dereinst gelangen können zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. O so streife Du selbst in Gnaden ab das schmutzige Kleid der Sünde von unserer irdischen Hülle, auf dass Du dereinst droben unseren neuen verklärten Leib schmücken kannst mit dem Rock der ewigen Herrlichkeit und wir dadurch von einer Klarheit zur anderen gelangen und die Gerechtigkeit erlangen mögen, die allein vor Dir gilt! (unbekannt)


Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Für erwachsene Leute ist es eine große Demütigung, wenn der Heiland ihnen sagen muss, ihr müsst umkehren und werden, wie die Kinder. Alle, denen das Wort gilt, haben offenbar seit ihrer Kindheit Rückschritte gemacht, sonst müssten sie nicht umkehren. Schauen wir in eines Kindes Auge hinein, welche Klarheit tritt uns bei vielen Kindern entgegen. Tritt derselbe Mensch nach zwanzig Jahren wieder vor uns, welche Veränderung sehen wir in seinem Auge: statt Glanz finden wir Mattigkeit; statt Einfalt, Verschmitztheit, statt Kindlichkeit, Frechheit. Und wie ernst wird diese Tatsache, wenn wir zugeben müssen, dass bei den meisten Menschen ein Rückschritt stattfindet! Woher kommt das? Die erste Antwort lautet: von der Sünde, die in uns wohnt. Unsere sündigen Anlagen entwickeln sich; was schon im Kindesalter in uns schlummerte, wird später offenbar. Doch ist das nicht die einzige Antwort: der Rückschritt, den wir meistens sehen, ist nicht nur eine Entwicklung aus uns selbst heraus, sondern es ist auch ein Entzündetwerden des in uns liegenden Zunders durch unsere Umgebung. Hätten wir lauter geheiligte Menschen um uns her von Jugend auf, deren untadeliges Vorbild, deren weise Behandlung und deren Führung wir in allen Dingen zu genießen hätten, so stände wohl Vieles besser. Aber wie viele Ärgernisse gibt es doch; wie viele Fehler werden in der Erziehung gemacht! So muss uns der Heiland sagen: ihr müsst umkehren und werden wie die Kinder. Da sind es wohl besonders zwei kindliche Stücke, die wir uns aneignen müssen: wir müssen Jesu so vertrauen lernen, wie ein Kindlein seiner pflegenden Mutter vertraut. Wir müssen von ihm so abhängig werden, wie das Kind von seiner Mutter ist. Sind wir in diesen beiden Stücken wieder kindlich, Ihm gegenüber, so merkt man, wir haben dem Ruf des Herrn gefolgt. Dann kann er uns brauchen im Himmelreich.

Auch ich, Herr! möchte noch mehr ein Kind werden. Gib mir einen kindlichen Geist, und nimm alles verkehrte Wesen von mir. Amen. (Elias Schrenk)

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nt/40/matthaeus_18_3.txt · Zuletzt geändert: von aj
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