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Sacharia 12,10

Sacharia 12,10

Andachten

Aber über das Haus Davids und über die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnaden und des Gebets; denn sie werden mich ansehen, welchen jene zerstochen haben.
In seinem natürlichen Geist kann kein Mensch beten. Der irdische Sinn muss durch eine höhere Kraft gebrochen werden, sonst kommt man vor Gott nur mit Worten. So betet Jahre lang Mancher und bleibt stets, was er war. Wie ganz anders wird das Verhältnis zu Gott, wenn der Geist der Gnade und des Gebetes ausgegossen worden ist über eine Seele, oder eine Familie; wo ein Suchen erweckt worden ist, da ist dann auch ein Finden zu hoffen. Der Gebetsgeist ist die größte Gnade, weil derselbe Zugang gibt zu allen andern Heilsgütern. Am apostolischen Pfingstfest ist die alte Verheißung in Erfüllung gegangen, dass dieser Geist über das Haus Davids kommen sollte. Jenen Dreitausend ging das Wort Petri wie ein Schwert durch die Seele; sie konnten schauen auf Den, welchen sie zerstochen hatten, und wer auf Jesum schauen kann durch den heiligen Geist, der kann auch zu ihm beten. Die Feuerzungen der Apostel waren auch ein Zeichen des Gebetfeuers, das ihre Glieder auf einmal zu durchströmen begann. Brünstigkeit sowohl, als Gewissheit der Erhörung wird dem Gebet eingegeben, wenn es ein Werk des heiligen Geistes ist. Auch die Gebetsgemeinschaft ist ein Werk des Pfingstfestes. Es würde keinem natürlichen Menschen einfallen, mit mehreren Andern seines Gleichen die Knie zu beugen, um die Gebetskraft zu verstärken. Wenn gemütliche Menschen zusammenkommen, so ist es zum Tee, oder um einen Geburtstag zu feiern; sind sie dann aber ein wenig bei einander gewesen, so gehen sie eben so trocken aus einander, als sie gekommen waren. Nur wo der Geist der Gnade und des Gebets ist ausgegossen worden über ein Haus, ist dasselbe auch eine Kirche geworden, und man singet mit Freuden vom Sieg in den Hütten solcher Gerechten. (Friedrich Lobstein)


Über das Haus Davids und über die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets.
Wenn der Heilige Geist recht als ein Geist des Gebets in und über eine Seele kommt, so findet sie, wie David sich ausdrückt, ihr Herz, in nicht gewöhnlicher Weise ein Gebet zu tun, ein Gebet der Inbrunst, das lange fortlodert, das nicht ablässt, das dem Himmelreich Gewalt tut ein Gebet des Glaubens, wovon Christus sagt: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, so werdet ihr's empfangen, ein Gebet voll heiliger Andacht, welches die Welt und sich selbst vergessen macht, - ein Gebet der Verleugnung, wo die Seele nichts und Alles begehrt, - ein Gebet voll himmlischer Salbung, wo weder Tränen noch Loben mangeln, und das gewiss durchdringt, und wie Noahs Taube mit dem Ölblatt des Friedens im Munde zurückkehrt. Herr, lehre uns also beten! Insbesondere wirkt er auch eine kräftige Fürbitte. Vermag überhaupt das Gebet des Gerechten viel, wenn es ernstlich oder eingewirkt ist: so gilt das auch von der Fürbitte in solchem Maße, dass selbst ein Eliphas von Theman beim Hiob 22, 29. sich äußert: Wirst du dich bekehren zu dem Allmächtigen, so wirst du gebaut werden. Wird man Jemand erniedrigen, und du wirst sagen: er werde erhöht, so wird der Niedrige erhalten werden. Er wird auch den erhalten, der nicht unschuldig ist, um deiner Fürbitte willen, welches Eliphas selbst erfahren musste. So tut denn Bitte, Gebet und Fürbitte für alle Menschen. (Gottfried Daniel Krummacher)

Predigten

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