Sie befinden sich hier: Andachtsbibel » Altes Testament » Jeremia » Jeremia 32,40
Zuletzt angesehen: Nehemia 1,11 Jeremia 32,40

Jeremia 32,40

Jeremia 32,40

Andachten

Ich will ihnen meine Furcht ins Herz geben, dass sie nicht von mir weichen.
Es gibt eine Furcht, die den Menschen von Gott wegtreibt. Die Drohung: „ich will der Väter Missetat heimsuchen an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied derer, die mich hassen,“ oder: „verflucht ist, der nicht bleibt in allem, das geschrieben steht, dass er es tue,“ ist wohl imstande, Schrecken zu wirken, so dass man in Furcht vor Gott flieht, wie Kain es getan hat. Schlimmer noch ist es aber, wenn der Glaube an Gott und an die Heiligkeit seiner Gebote, wenn die Angst vor seinen Strafen ganz verloren gegangen ist, und Leute, wie der ungerechte Richter, sich sogar damit brüsten, dass sie sich weder vor Gott fürchten, noch irgendeinen Menschen scheuen. Aus einem solchen Unglauben, der leider immer mehr um sich greift, ist die Rückkehr zur rechten Gottesfurcht sehr schwer.

Jene knechtische Furcht, die vor Gott flieht, kann doch der Anfang einer Umwandlung sein. Und wenn ein solcher Flüchtling zu Christo getrieben wird, der ihn von allen Schrecken des Gerichts erlöst hat, so ist der Weg zur Gottesfurcht gefunden. Diese ist die Grundlage jedes Verhältnisses zu Gott, und die Schrift ist deshalb voll von Ermahnungen dazu. Mose, Josua, Samuel und die Propheten werden nicht müde, zu rufen: „Alle Welt fürchte den Herrn“ und zu locken mit Verheißungen, wie die: „der Engel des Herrn lagert sich um die, so ihn fürchten, und hilft ihnen aus,“ oder: „die ihn fürchten haben keinen Mangel,“ oder „der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten.“ Die kindliche Furcht ist die Grundlage der Gottesliebe und besteht wohl mit der Gotteskindschaft. Sie erkennt die Majestät Gottes an und ehrt um deswillen seine in Christo uns zugewandte Liebe desto mehr. Sie treibt den Menschen, sich kindlich an Gott zu schmiegen, sich vor jedem Misstritt zu scheuen, Ungehorsam für den größten Schmerz zu achten und bei jeder drohenden Gefahr mit Joseph zu sprechen: „Wie sollte ich ein so großes Übel tun und wider Gott sündigen?“ Darum verbindet die Gottesfurcht ein durch Christum forschts Kind recht innig mit seinem Vater im Himmel.

Wessen Auge licht ist, so dass der Geist der Wahrheit ihm jeden Misstritt, ja schon eine leise Trübung seines Verhältnisses zu Gott aufdeckt, der wird Gott immer näher kommen, ununterbrochener vor seinem Angesicht stehen und vor ihm wandeln. Aber auch bei treuer Übung kann kein Mensch sich Gottesfurcht selber geben, darum ist die Verheißung köstlich: „Ich will ihnen meine Furcht ins Herz geben.“

So bitten wir denn, majestätischer Gott, dass du uns diese große Gabe schenkest und uns jetzt schon in die Stellung bringest, in welcher die Cherubim vor deinem Throne sind, und dass du uns durch Christum noch weiter führest, dich mit aufgehobenem Antlitz zu schauen und dir immerdar zu sagen: Abba, lieber Vater! Amen. (Rudolf Wenger)

Predigten

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie dem Speichern von Cookies auf Ihrem Computer zu. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
at/24/jeremia_32_40.txt · Zuletzt geändert:
Public Domain Falls nicht anders bezeichnet, ist der Inhalt dieses Wikis unter der folgenden Lizenz veröffentlicht: Public Domain