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Jesaja 6,8

Jesaja 6,8

Andachten

Ich hörte die Stimme des HErrn, dass Er sprach: Wen soll Ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich.
Der Prophet Jesaias ist es, der hier von sich redet. Er sah in einem Gesichte den Thron und die Herrlichkeit Gottes mit den Seraphim. Da handelte es sich um einen Boten für das, was der HErr den Menschen sagen lassen wollte. „Wen soll Ich senden?“ ruft der HErr aus. Jesaias sieht sich allein vor dem Throne und merkt, bereits durch einen Seraph entsündigt, dass es auf ihn abgesehen sei. Da darf er nicht etwa, wie eine Zeitlang Mose, antworten: „Ach, HErr, sende, wen Du willst, nur mich nicht.“ Wenn er's nicht annimmt, ist ja Keiner da, dem's übergeben werden konnte. Somit hat er keine Wahl. Er muss, wenn ihm auch an der Offenbarung des HErrn etwas gelegen ist, antworten: „Hier bin ich, sende mich.“

Was aber nun hatte er als Bote zu melden? Das war ihm schon mit dem Gesicht, das er sah, bildlich vorgestellt. Er sah die Herrlichkeit Gottes, und diese sollte alles Fleisch noch sehen (Fes. 40, 5). Das soll Jesaias öffentlich ausrufen. Sein Beruf war also, die Erlösungsplane Gottes auszurufen; und welche herrliche Zeugnisse gibt uns davon sein Buch! Aber das Volk ging nicht darauf ein, und so gereichte diesem selbst der Versuch, der gemacht wurde, ihm zu helfen, zunächst zum Verderben, sofern es mit ihm fast bis zur Vernichtung kam (Jes. 6, 11 f.) Da hätte einem Propheten schon der Mut vergehen können, sich als Boten brauchen zu lassen, wenn er's selbst mit Friedensworten nur noch schlimmer zu machen schien. Aber Jesaias, dem die erhaltene Sündenvergebung Mut machte, gab sich dennoch her, obgleich er auch für sich nichts Gutes sich versprechen konnte. Er sagte: „Hier bin ich, sende mich.“ Nach der Sage soll er zuletzt zwischen Brettern zersägt worden sein.

So aber ging's bis in die Zeiten der Erfüllung hinein. Die Boten des HErrn, die Propheten, wurden meist verfolgt und getötet. Christus selbst, der das Heil eröffnete, und der auch gleichsam zuvor zum Vater gesagt hatte: „Hier bin ich, sende mich, ich will ihnen sagen, was Deine Liebe vorhat“ (Psalm 40, 8-11), hatte dasselbe Schicksal zu erwarten. „Wer glaubt unserer Predigt?“ sagte schon Jesaias (53, 1) mit Bezug auf Ihn, und wem ist der Arm des HErrn offenbart?“ Er kann nicht anders helfen, nicht einmal sagen, dass Er der Helfer sei, als dass Er sich einem Lamme gleich zum Opfer hingab. Denn mit Allem, was Er Gutes predigte und tat, steigerte Er die Verstockung des Volkes und seiner Obersten; und so schien abermals der bloße Versuch zur Rettung die entgegengesetzte Wirkung zu haben, dass nun das Volk sollte gar verloren sein. Aber ein heiliger Same blieb auch hier, wie zur Zeit des Jesaias und nachher (6, 13); und durch diesen kommt doch der Rat Gottes zur Erlösung der Welt unter fortgehendem Widerstreben der Menschheit zur Erfüllung, bis zuletzt ein neuer Himmel und eine neue Erde sein wird, wie schon Jesaias (65, 17) sagen durfte. Denn immer noch, zuletzt in Fülle, sendet der HErr Propheten und Schriftgelehrte, die willig, so schwer sie's auch bekommen, sagen: „Hier bin ich, sende mich.“

O dass auch wir Alle, gerufen durch Seine Boten, möchten sagen lernen: „Hier bin ich, habe mich, brauche mich, mach' mich selig, o JEsu!“ (Christoph Blumhardt)

Predigten

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