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Jesaja 5,4

Jesaja 5,4

Andachten

Was sollte man doch mehr tun an meinem Weinberge, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn Heerlinge gebracht, da ich wartete, dass er Trauben brächte?
Das Liebesgeheimnis Gottes hat den Zweck, das Geheimnis der Sünde zu überwinden. Und die Sünde ist ein geheimnisvolles, wunderbares Ding. Gott hat den Menschen gepflegt, wie nur ein Weingärtner seinen Weinberg pflegen kann. Er hat ihm das Paradies geschenkt und hat ihm den Frieden dargereicht. Dem Menschen rauschten die Paradiesesströme himmlische Ruhe entgegen, und an ihren Ufern konnte er lagern und wusste: „Der Herr ist mein Hirte!“ Wie ist's denn möglich, dass der so köstlich gepflegte Mensch, der so freundlich gehütete Weinstock nicht süße Trauben brachte, wie ist's möglich, dass Heerlinge, das sind schlechte Beeren, da wuchsen, wo Gott süße Frucht erwartete? Gott steht klagend vor diesem Geheimnis der Sünde, er klagt über seinen Weinberg: Warum hat er denn Heerlinge gebracht? Dies göttliche „Warum?“ ist wie der Schmerzensruf aus der Seele der ewigen Liebe. Warum? Es ist ein Geheimnis, dass der Böse ins Herz des Menschen gekommen ist, ein Geheimnis, dass die Sünde im Lauf der Welt solch' großartige Macht entfaltet hat. Geheimnisvoll schleicht sie im Finstern; geheimnisvoll nagt sie am Mark des Kindes und des Greises und gräbt ein Grab für das Glück der Familie und legt das Gift in das Leben der Völker. Die Sünde ist ein Geheimnis der Hölle, das es fertig gebracht hat, so unzählig Viele ins Verderben zu stürzen. Aber da ist dieses Wunder, wegleugnen lässt es sich nicht, wegklagen und wegweinen lässt es sich auch nicht. - Sieh, auch deine Sünde ist ein Geheimnis, und nur Einer ist's, der diese heimliche Macht überwinden kann. Das ist der Sohn Gottes, dem wir jetzt entgegen schauen.

Lasst uns beten: heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott! Lehre uns erkennen, wie groß und furchtbar das Geheimnis der Sünde ist, die unser Herz so oft verführt und uns unsern Frieden nimmt und des Paradiesestor vor unsern Augen zuschlägt. lieber Herrgott, gib, dass wir Angst haben vor dieser wunderbaren Macht und Gewalt der Sünde, dass wir uns fürchten lernen vor dem ewigen Verderben. Und wenn uns heute diesen Tag die Sünde begegnet, und uns besiegen will, dann gib, dass wir vor ihr fliehen, wie vor einer Schlange; gib, dass wir Verlangen tragen nach der Hilfe, die Dein lieber Sohn gebracht hat. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

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