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Jesaja 49,17

Jesaja 49,17

Andachten

Deine Baumeister werden eilen; aber deine Zerbrecher und Verstörer werden sich davon machen.
Ach, wie viele Zerbrecher und Verstörer, um es gleich auf uns anzuwenden, was der Prophet auf die fernsten Zeiten verkündigt, sind in unseren Tagen vorhanden! Die Besseren, die zum HErrn halten, wollten gerne immer viel machen; aber derer, die es nicht dulden und die's wehren, gibt's zu Viele. In Vielem kann man gar nicht vorwärts kommen. Man hätte oft die besten Gedanken, den besten Willen, sogar die Kräfte dazu, und darf nicht und kann nicht, weil Verstörer da sind, die an Allem halten und heben und wehren, und die wieder einreißen und zerstören, was man eben angefangen hat. Nicht genug. Die Zerbrecher und Verstörer sind auch immer daran, selbst das, was immer bestanden hat und sichere Errungenschaft von den ältesten Zeiten her zu sein scheint, anzugreifen, niederzureißen und zunichte zu machen. Sie reißen um, was auf den Grund der Apostel und Propheten gebaut ist, indem sie aus Allem menschliche Erfindung, Aberglauben, Betrug, Torheit und Fabel machen, und so den Glauben mit der Wurzel den Leuten aus dem Herzen zu reißen trachten. Da laufen wir denn Gefahr, dass Alles zusammenfällt, nichts mehr übrig bleibt, an dem die Seelen sich mit einander aufrichten könnten, wodurch denn auch alles christliche Gemeindeleben zerstört wird. Gott scheint auch den zerbrechenden und zerstörenden Kräften nicht zu widerstehen, dass sie gleichsam tun dürfen, was sie wollen und was sie gelüstet. Er selbst tritt ihnen wenigstens nicht mit Seiner Allmacht entgegen.

Indem es so ist, gibt's denn allerdings für die, welche ein Sehnen nach der Vollendung des Reiches Gottes haben, viel Not und Bekümmernis, viel Verlegenheit und Verwirrung, viel Verstörung und Durcheinander ohne Ende; und darüber will auch wieder Manchen der Mut ausgehen, dass sie's gar liegen lassen, auch wo sie in Stellungen sich befänden, da sie arbeiten sollten, weil es aussieht, als ob Alles umsonst wäre, was man tut. Aber das ist eine Verdrossenheit, die dem HErrn nicht gefallen kann. Auf Hoffnung müssen wir doch fortbauen, auch wo für den Augenblick nichts zu hoffen ist. Am Ende wird doch auch wieder durch unseren Eifer, unsre Geduld, unser Gebet, unser Ausharren viel Verstörung aufgehalten; und wie es wäre und würde, wenn Alles die Hände in den Schoß legte, das kann schon die Erfahrung uns zur Genüge zeigen. Der HErr segnet ja auch die Schwachheit, dass doch viele Seelen bewahrt werden mitten unter dem Gedränge und Ruin, die ein Same bleiben für eine bessere Zukunft. Je geduldiger wir ausharren und fortbauen, desto mäßiger bleibt die Verstörung; und desto gewisser kommt man unter allem Gedränge doch zu etwas.

Am Ende aber sagt der HErr: „Jetzt ist's genug, jetzt will Ich dran!“ Da wird Er so gewaltig mit den Kräften Seines Geistes einschreiten, dass die Zerbrecher und Verstörer alle sich davon machen, d. h. zum Schweigen gebracht werden. Dann haben die Baumeister gute Zeit. Dann dürfen sie frisch dran, während sie sonst nur gebückt und scheu haben müssen dahingehen; sie dürfen eilen, heißt es, d. h. sie kommen vorwärts, weil Alles ihnen gelingt. So eine Zeit wird kommen, da Alles mit Macht zum Reich Gottes sich drängen wird, wie der Prophet weiter sagt: „Hebe deine Augen auf umher, und siehe: Alle diese kommen versammelt zu zu dir; so wahr Ich lebe, du sollst mit diesen Allen wie mit einem Schmuck angetan werden, und wirst sie um dich legen wie eine Braut.“

Freilich ist auch damit noch nicht Alles gewonnen. Denn es wird dann bald die Macht der Finsternis und ihr Widerstand und Wüten erst recht hervorbrechen; und die sich mit so großem Eifer zum HErrn getan haben, müssen erst recht ins Feuer. Das wären aber dann die letzten Trübsale; und auf sie wird doch der große Sieg des HErrn folgen, der, wenn noch einmal Alles scheint verloren zu sein, plötzlich wird in den Wolken zu sehen sein als ein Held, der mit Einem Male allem Kampf ein Ende macht und zur Hochzeitsfreude führt. Wie werden sich da freuen, die in Geduld gebaut und ausgeharrt haben!(Christoph Blumhardt)

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