Jesaja 42,6
Andachten
“Ich, der HErr, habe dich zum Bund unter das Volk gegeben, zum Licht der Heiden, dass du sollst öffnen die Augen der Blinden, und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen, und die da sitzen in Finsternis, aus dem Kerker.“
Das ist vom Heiland vorausgesagt. Ein Licht ist Er den Völkern; denn sie gehen so blind und finster und trübselig dahin; und auch in der Christenheit ist, wo man den HErrn unsern Heiland, JEsum Christum, nicht kennt, viel Nacht und Finsternis und Trübsal. Aber wenn Er als ein Bund unter das Volk und als ein Licht der Heiden hingestellt ist, muss doch noch etwas durch Ihn werden, wenn es auch jetzt noch nicht ist. Denn Gottes Wort bleibt ewig, und Seine Zusagen hält er gewiss. Es müssen also noch einmal die Augen der Blinden, hauptsächlich auch der geistlich Blinden, denn die sind hier gemeint durch die ganze Welt aufgehen, und die Gefangenen, die von Banden der Finsternis gehalten und gebunden sind, müssen aus der Finsternis und Gefangenschaft geführt werden. Wenn wir aber von allen unsern Banden befreit werden, was wird's dann mit uns sein! Da sind wir ganz andere Menschen. Und das wird werden: die Blinden müssen sehend, die Gefangenen frei, und die in Finsternis sitzen und in Kerkern schmachten, müssen heraus kommen und zur Freiheit der Kinder Gottes gelangen. Die Zeit ist vielleicht nahe, dass es im Großen, wie im Sturm, Volk um Volk erfassen darf, und allem Fleisch die Herrlichkeit Gottes offenbar wird. (Christoph Blumhardt)