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Jesaja 26,7

Jesaja 26,7

Andachten

“Aber des Gerechten Weg ist schlicht, den Steig des Gerechten machst Du richtig.“
Das Wort „schlecht“ oder „schlicht“ passt sehr gut her; denn es ist damit das einfache, ruhige, sanfte, nach der Liebe elastische, annehmliche, „geschlachte“ Wesen ausgedrückt, bei dem alle Schroffheit, Steifheit und Starrheit ausgeschlossen ist. Eifern, hart, grob, schroff sein, ist nicht das Rechte, wenn man brav oder gerecht sein will. Beim wahrhaft Gerechten ist neben aller Sicherheit und Bestimmtheit, die er hat, alles wohltuend, nicht wehtuend; vieles macht sich bei ihm von selber ohne gewaltsames Dreingreifen seinerseits; der Weg desselben ist zwar nicht immer mit dem Stab ausgezirkelt, es geht aber doch immer nett vorwärts. Der Gerechte ist nämlich nach der Schrift nicht der, den man sonst den Braven nennt, sondern der, der mit dem lieben Gott geht, der Gott nahe steht. Der Gerechte soll so stehen, dass sein Weg Gottes Weg ist. Er steht in Gemeinschaft mit dem Gott, bei und an dem alles recht ist und der deshalb auch den Steig eines solchen Gerechten richtig macht.“ Wer nicht in Folge der Gemeinschaft mit Gott gerecht ist, ist eben ein tugendstolzer Held, dessen Sache nicht viel ist. Ohne den lieben Gott im Herzen zu haben, ohne an Ihn zu denken, ohne von Seiner Gnade und Freundlichkeit zu leben, ohne Ihn immer im Auge zu haben, kann man nach der Schrift kein Gerechter sein. Eines solchen Gerechten Weg oder Wandel ist dann schlecht“ oder „schlicht“ in oben angedeutetem Sinn; er kommt überall durch, ohne einen unguten Eindruck zu hinterlassen. Streben wir auch danach, es wird uns nicht gereuen. (Christoph Blumhardt)


“Aber des Gerechten Weg ist schlicht, den Steig des Gerechten machst du richtig.“
Wenn es heißt: „Des Gerechten Weg ist schlecht“, d. h. schlicht und so, dass der Gerechte in Verbindung mit Gott steht, so ist damit nicht gesagt, dass kein Fäserlein Ungutes an dem Gerechten sei. Denn das ist ja nicht möglich, dass ein Mensch so steht. Er hat eben doch auch das Böse in sich. Aber Gott sieht über die natürliche Verderbtheit weg, wenn Einer Ihn sucht, nach Ihm fragt, nach Gerechtigkeit sich sehnt. Der Gerechte braucht deswegen auch einen Heiland; ja man könnte sagen: „Nur die Gerechten werden gerecht durch den Heiland“, weil man unter Gerechten auch die verstehen kann, welche ihre Sünde erkennen vor Gott, nach Gott verlangen und nach Gerechtigkeit sich sehnen, gerade weil sie nicht gerecht sind aus sich selbst. Böswillige Leute können das natürlich missdeuten. Aber so viel ist gewiss: ein vor Gott aufrichtiger Mensch läuft, wenn er auch viel ungute Sachen an sich hat, deren er sich nicht erwehren kann, am schnellsten zum Heiland hin, der ihn als Mittler und Fürsprecher vertritt vor Gott und ihm hinaushilft zur Seligkeit. Daher der Ausdruck: „Den Steig des Gerechten machst du richtig.“ Wenn Einer nicht den Schalt und Schelmen in sich hat, nicht sich spreizt, als wäre er selbst etwas, so macht's mit ihm Gott, auch wenn er oft einen zweifelhaften Weg geht, und in allerlei Schaden und Notstände kommt, doch immer wieder richtig, so dass es nicht auf lauter Schaden hinausläuft. So gnädig, barmherzig, geduldig und treu ist der HErr, wenn nur aufrichtiges Aufschauen auf Ihn und Furcht Seines Namens da ist. (Christoph Blumhardt)

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