Sprüche 16,24
Andachten
Die Reden des Freundlichen sind Honigseim, trösten die Seele.
Die Adventsgemeinde besteht aus Kindern des Trostes, werde auch du ein Mensch des Trostes. Das heißt zuerst: Lass dich auch wirklich von Jesu trösten. Manch Einer geht dahin und ist in tiefster Seele trostlos, glaubt's aber nicht, gibt's nicht zu. Es ist etwas tieftrauriges, wenn ein Mund lacht, und der Mund glaubt selbst nicht daran, dass er fröhlich ist. Erdentrost zerfliegt wie Spreu vor dem Sturmesbrausen des bösen Gewissens. Da nimm die Trosteshand Jesu hin, sie hat deine Schuld bar bezahlt, stoße sie nicht zurück. Dann sind Jesu Vergebungsworte freundlich und süß wie Honigseim und „trösten die Seele.“ Werde ein Mensch des Trostes, das heißt weiter: Tröste du auch deinen Heiland! Er hat auch Trost nötig. Als er vor Jerusalem weinte, war kein Mensch da, der seine Seele tröstete, er sah durch seine Tränen hindurch das Verderben herausziehen, und Niemand stillte sein bewegtes Herz. Wenn heute der Herr Jesus vor uns steht, und er hat so viel an uns getan, und seine Kreuzesgestalt weint zu uns herüber, da wollen wir sagen: Weine nicht! Ich will dich lieb halten, mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen.“ Dann sind ihm deine Worte süß wie Honigseim und trösten seine Seele. Werde ein Mensch des Trostes, das heißt auch: Tröste du deinen Bruder! Wer es fertig bringt, seinen Bruder zu Jesu zu führen, der tröstet ihn. Wer es fertig bringt, ein zerrissenes Herz wieder zurecht zu bringen, der tröstet es. Darum soll ein Bruder den andern an der Hand fassen: „Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah.“ Einer soll den Andern zur Trostquelle führen und ihn lehren: „Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr Jesu Christ.“ Dann werden deine Worte so freundlich, und seine Seele wird genesen.
Lasst uns beten: Herr, wir danken Dir in dieser Morgenstunde, dass Du in der vergangenen Nacht Dein Auge über uns offen gehalten hast und hast uns das Licht dieses Tages schauen lassen. Mache Du nun auch heute diesen Tag unsre Herzen recht bereit, dass sie sich Deinem freundlichen Troste weit auftun. Lieber Heiland, Du hast schon so manches Mal mit Tränen in den Augen vor uns gestanden. Gib uns Deinen heiligen Segen, dass wir Dich trösten in Deiner Traurigkeit und Deinen Schmerz in Freude wandeln, wenn Du siehst, dass unsre Sünde uns herzlich leid tut. Und wo wir einen Bruder sehen, dem himmlischer Trost fehlt, lenke Du dann unser Herz und unsre Worte, dass wir ihm die Seele trösten mit dem Troste, der uns von Bethlehem her entgegen kommt. Amen. Vater Unser. Segen. (Wilhelm Hunzinger)