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Psalm 98,1

Psalm 98,1

Andachten

Mit diesem Psalm beginnt in der Kirche der Gottesdienst am heutigen Tage, weshalb er auch Cantate, d.h. singet heißt. Er ist der einzige Psalm, welcher bloß: ein Psalm ohne Beisatz überschrieben ist, was, da er der lyrische Begleiter des mehr prophetisch gehaltenen vorhergehenden 97. Psalms ist, andeuten soll, dass er der Psalm im Psalm ist. Er zerfällt in drei Strophen; in der ersten V. 1-3 wird nach einer kurzen Aufforderung, den Herrn zu preisen, der Gegenstand des Preises angegeben; der Herr hat sein Volk auf wunderbare Weise gelöst; die zweite Strophe V. 4-6 zeigt, wie der Preis beschaffen sein soll: alle Mittel, die überhaupt zu Gebote stehen, sollen dazu benutzt werden; die dritte Strophe V. 7-9 sagt, von wem der Preis ausgehen soll: von der ganzen Erde. Mithin ein rechtes Cantate! – Singet dem Herrn ein neues Lied, nicht mehr das alte Lied des Gesetzes, das nur schreckt, flucht und verdammt, sondern das neue Lied des Evangeliums von der fröhlichen Botschaft der Gnade Gottes in Christo Jesu. Warum? Denn Er tut Wunder. Die Versöhnung mit Gott, die Überwindung des Todes, des Teufels und der Hölle, die Erlösung des menschlichen Geschlechts, die Wiederherstellung der vor Gott gültigen Gerechtigkeit und ewigen Seligkeit sind ja recht eigentliche Wunder über alle Wunder. Er sieget mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm Der heilige Arm Gottes, durch den Er die Erlösung der Welt, die Wiederaufrichtung seines Reichs vollbringt, ist die in Christo vom Himmel herniederreichende Kraft des Höchsten, oder so zu sagen Christus selbst, wie Jes. 52,10 lehrt. Tröstlicher Ausspruch! Wir dürfen also nie verzagen, wenn uns auch überall nichts als Schwäche und Ohnmacht entgegentritt oder der Zweifel, ob uns auch Gott zu solcher reichen Gnade in Christo bei unserer Unwürdigkeit wolle kommen lassen, oder ob wir jemals über unsere Sünde werden den Sieg erhalten. Der Herr lässt sein Heil verkündigen, vor den Völkern lässt Er seine Gerechtigkeit, die Jedem das Seine gibt, denn Er hat ihm Heil verheißen, also seine Treue offenbaren; Er gedenkt an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel, aller Welt Ende sehen das Heil unseres Gottes. O wie hat Gott das so reichlich getan in den 4 großen und 12 kleinen Propheten, in Jesaias mit seinem Heilsbrunnen, in Jeremias mit seinem neuen Bunde, in Ezechiel mit seinem teuren Gotteseid, in Daniel mit seiner messianischen Offenbarung, in Hoseas mit seinem Seelenbräutigam, in Joel mit seiner Geistesausgießung, in Amos mit seinem süßen evangelischen Freudenwein, in Obadia mit seinem Heiligtum auf Zion, in Jona mit seinem Wallfischbauch, in Micha mit seiner Trostpredigt, in Nahm mit seinem Frieden, in Habakuk mit seinem Glauben, in Zephania mit seinen freundlichen Lippen, in Haggai mit seinem Heidentrost, in Zacharias mit seinem Zionskönig, in Maleachi mit seiner Sonne der Gerechtigkeit! Vollends im neuen Testament von Johannes dem Täufer an bis zur Offenbarung St. Johannis, in den Aposteln, von denen jeder sagen kann: ich habe euch nichts verhalten vom Rate Gottes zu eurer Seligkeit. Darum gilt die Aufforderung: Jauchzet dem Herrn alle Welt, singet, rühmet und lobet! Lobet den Herrn mit Harfen und mit Psalmen, indem ihr eure Menschenstimmen mit dem Saitenklang vereiniget; mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem Herrn, dem Könige! Und gibt’s nicht immer einen starken Trompeten- und Posaunenschall, so sehet doch wenigstens zu, dass es an einem schwachen Harfen- und Zymbelspiel nicht fehle. Und wenn auch dies nicht allezeit wollte von Statten gehen, so rufet Gott desto eifriger um den Geist der Gnade und des Gebets an: bläst dieser Gnadenwind ins Herz, so wird’s bald stärker tönen. O der Herr ist’s wert, dass Alles Ihm lobsinge. Es dröhne denn das Meer und seine Fülle, der Erdkreis und die auf ihm wohnen; die Ströme mögen klatschen in die Hände und alle Berge jubeln als Stimmen frohlockender Huldigung vor dem Herrn, denn Er kommt, den Erdkreis zu richten und ihn aus einer Stätte des Jammers durch sein gerechtes Regiment in eine Stätte des Heils und der Freude zu verwandeln; Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht und die ganze Welt wird sich dann ihrer endlichen Erneuerung durch das Kommen des Herrn freuen. So lobe denn auch mein Mund und meine Zunge, und mein Tun und Lassen allewege den Herrn! Halleluja. (Friedrich Arndt)


Singt dem HErrn ein neues Lied!
Das alte Lied ist die Erlösung aus Ägypten, die gewaltigen Wunder im roten Meer und in der Wüste, die gewaltigen Siege und Kriege wider ihre leiblichen Feinde; welche alle ein Vorbild gewesen sind der geistlichen Erlösung und des Sieges Christi. Darum, weil jenes, das alte Lied erfüllt ist, und nun ein ewiger Sieg und Erlösung gekommen ist, so müssen mir nun täglich unserm Erlöser ein neues Lied singen mit dankbarem Herzen und Gemüte. Ach, wie ein seliger Mensch ist es, der dieses neuen Liedes und des täglichen Lobes seines Erlösers nicht vergisst, sondern dasselbe mit stillem Herzen im Geist und in der Wahrheit in stiller Hoffnung singt! Solche Leute sind wahrhaftig die, so Johannes Offenb. 5. u. 8. Kap. im Geiste gesehen, die um den Thron des Lämmleins Gottes herumstehen, und Harfen in ihren Händen haben, das sind geistliche Harfen des Lobes Gottes. Und Johannes spricht: Sie haben dem Lamm ein neues Lied gesungen und gesprochen: Du hast uns erkauft aus allerlei Zungen und Völkern, und uns zu Priestern und Königen gemacht vor Gott. Gottes Gnade und Segen ruht auf einem solchen Menschen, der täglich das neue Lied dem Lämmlein Gottes zu Ehren singt. (Johann Arnd)

Predigten

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at/19/psalm_98_1.txt · Zuletzt geändert: von aj
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