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Psalm 90,1

Psalm 90,1

Andachten

Es war auf dem Zuge in der Wüste, während das ganze Volk, täglich zu hunderten, umherstarb, dass Moses diesen Schwanengesang sang über die Kürze und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens, so wie über seine Mühsal und Plage, den Grund davon in der Menschen Sünde und in Gottes Zorn fand, und Gott anflehte, Er möge der langen Plage ein Ziel setzen und sich wieder in Gnaden Israel zukehren. Er vergleicht das Leben bald mit einem gestrigen Tage und einer Nachtwache, bald mit einem früh blühenden und schnell verwelkenden Grase, bald mit einem Schlafe, bald mit einem Vogelfluge durch die Luft, bald mit einem Geschwätz, das in kurzer Zeit ausgeredet und vergessen ist. Moses hat Recht. Nichts ist vergänglicher als die Lebenszeit. Kaum geboren, werden wir schon allüberall an das Sterben gemahnt; die Jahre schrumpfen, je älter wir werden, zu Tagen und zu Stunden zusammen, und täglich bewährt sich das herrliche Lied, unter den christlichen Nachbildungen unseres Psalmes die schönste: Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit, wie Wenige denken an die Stund von Herzensgrund, wie schweigt hiervon der träge Mund! Wie viele unserer Lebensjahre sind schon verflossen, und wie nahe liegt die Betrachtung, ob wir sie gut ob übel angewandt haben! Wie dringend ist die Pflicht, dass wir uns angelegen sein lassen, die gegenwärtigen Tage wohl anzulegen und aufs künftige so hinaus zu denken, wie wir dieselben selig enden mögen. Auch das laufende Jahr eilt seinem Ende zu, noch wenige Stunden, und wir stehen an seiner Bahre. Wird der Herr von demselben über uns sprechen: Man hat dich gewogen und zu leicht gefunden; haue ihn ab, was hindert er das Land? O lass die letzten Tage des Jahres Bußtage sein! Ende gut, Alles gut. Wer mag vor Gott bestehen, wenn Er will Sünde zurechnen? So viele Tage das Jahr zählt, so viele Ankläger erheben sich gegen uns vor Gottes Gericht. Gottlob, dass wohl das Jahr zu Ende geht, aber nicht Gottes Wohltaten, dass seine Barmherzigkeit kein Ende hat, und wir nicht so viel Sünde heute und morgen vor den Heiland bringen können, als Er uns vergeben kann, dass sein Blut am Ende des Jahres noch nicht die Kraft verloren hat, die es beim Anfange desselben hatte! So fleh’ ich denn auch über dieses Jahr: Mein Gott, ich bitt’ durch Christi Blut, mach’s nur mit meinem Ende gut. Amen. (Friedrich Arndt)

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