Psalm 85,9
Andachten
Ach, dass ich hören sollte, dass Gott der HErr redete, dass Er Friede zusagte Seinem Volk und Seinen Heiligen rc.
Wer am demütigsten und geduldigsten ist, und am meisten leiden kann, der wird den größten Frieden haben, der ist ein Überwinder sein selbst, ein Herr aller Welt, ein Freund Christi und ein Erbe des ewigen Friedens. Durch diesen Frieden Gottes haben alle Heilige gesiegt und die Welt überwunden. Darum sollen wir nur allein in Gott lernen Ruhe und Frieden suchen, und in keinem zeitlichen Dinge, wollen wir anders von der Welt nicht überwunden werden. Selig ist die Seele, die ihren Frieden und Ruhe allein in Gott hat, die wird die Welt und alle Trübsal überwinden, die in der Welt ist. wie oft wird des Menschen Seele gehindert, dass sie nicht vollkommen einkehrt in die Ruhe, die Gott selbst ist. Da begegnen einem Menschen viele Widerwärtigkeiten in diesem Jammertal, die ihn betrüben und traurig machen, verfinstern, verhindern, verwirren und verfolgen, dass er keinen freien Zugang zu Gott, als zu seiner rechten Ruhe haben kann. Diese Dinge muss der Mensch alle lernen mit Geduld überwinden, mit stillem und sanftmütigem Geiste. Das ist der rechte Weg zum Frieden, in die Ruhe Gottes einzukehren. Gleichwie alle Heilige, sobald ihnen etwas widerwärtiges zu Händen gestoßen, das sie verunreinigt hat, so haben sie sich zu Gott gekehrt, allda Rat, Trost und Erleuchtung gesucht, und allewege Friede und Ruhe gefunden. Vergiss nun dies nicht, lieber Mensch! sobald dich die Welt, das ungestüme Meer, beunruhigt, eile zu Gott mit Seufzen und Beten und mit stillem Geiste, du wirst gewiss bei Ihm und in Ihm eine selige Seelenruhe finden rc. (Johann Arnd)
Ich will hören, was Gott Jehova spricht; denn er redet Frieden zu seinem Volk und seinen Begnadeten, dass sie nur sich nicht wieder abwenden zur Torheit.
Wenn wir glauben, dass Gott uns hört, so muss uns auch daran liegen, ihn zu hören. Nur von ihm kann das Wort kommen, das in einem betrübten, unruhigen Gemüt Frieden stiftet. Die Stimme der Menschen ist in solchem Falle ohnmächtig; sie gleicht einem Pflaster, das zu klein ist für die Wunde. Aber Gottes Stimme ist allmächtig; er spricht und es geschieht, und wenn wir auf ihn hören, so hat unsre Not ein Ende. Wohl dem Beter, der geduldig vor des Herrn Türe liegen kann und harren, bis Gottes Liebe allen Kummer vertreibt. Wenn Gott auch eine Weile schilt, wie wir es verdienen, - er wird nicht immer hadern, und bald redet er wieder mit uns in dem sanften mitleidsvollen Ton, der ihm eigen ist. Es ist sein Vorrecht Frieden zu schaffen, - tiefen, dauernden, ja ewigen Frieden. Doch nur seinen Kindern bringt er Frieden, denen die er begnadigen wird oder schon begnadigt hat. Aber dass sie nur sich nicht wieder abwenden zur Torheit.“ Sonst kommt er wieder mit der Rute und der Friede weicht wieder dem Kampf. Die die Gemeinschaft mit Gott genießen wollen, müssen recht wachsam sein und alles vermeiden, was den Heiligen Geist betrübt; nicht nur vor groben Sünden, sondern auch vor Torheiten müssen sie sich hüten. Sich wieder abwenden zur Torheit ist schlimmer, als zum ersten Mal eine Torheit begehen. Der Glaube weiß aber, dass der rettende Gott nahe ist für die, die ihn fürchten und ihn mit heiliger Ehrfurcht anbeten; sie müssen sich nur zu dem Herrn wenden und sie werden ihrer Seligkeit wieder gewiss. (Charles Haddon Spurgeon)