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Psalm 84,11

Psalm 84,11

Andachten

Ich will lieber der Türe hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten.
David hatte aus dem Stamm Levi Türhüter zur Hütte des Stifts bestellt, 1 Chron. 10,24. und gegen das Ende seiner Regierung noch ausdrücklich verordnet, dass 4000 Leviten das Türhüteramt auch bei dem Tempel, den Salomo bauen würde, abwechslungsweise verwalten sollten. Diese Türhüter waren zwar keine vornehmen und angesehenen Männer, hatten aber diesen Vorteil zu genießen, dass sie, alldieweil sie unter den Toren des Hauses Gottes Wache hielten, die schönen Gottesdienste des HErrn immer anschauen, die Psalmen Davids bei einer lieblichen Musik anhören, und durch die vielen Israeliten, welche zum Beten in das Haus Gottes gingen, zum Beten erweckt werden, ja im Gebet sich mit ihnen vereinigen konnten. Der Prophet, welcher den vier und achtzigsten Psalmen vielleicht nach Davids Tod gemacht, hatte ein großes Belieben an dem Hause Gottes, und sagte deswegen V. 2.3.: wie lieblich sind Deine Wohnungen, HErr Zebaoth! Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhöfen des HErrn, mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Er bezeugt V. 4., dass, wenn er in das Haus Gottes, und zu den Altären Gottes komme, so sehe er sich selbst als einen Vogel an, der nun ein Haus, und als eine Schwalbe, die ihr Nest gefunden habe, da sie Junge hecken könne, es sei ihm also innig wohl, er fühle eine sanfte Ruhe in seiner Seele. Er sagt ferner, V. 1., Ein Tag in Deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend. Ich will lieber der Türe hüten, und also das geringste Amt verwalten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Wir lernen hieraus, dass rechtschaffene Israeliten und unter denselben auch die Propheten den öffentlichen Gottesdienst sehr hoch geschätzt und im Tempel einen besonderen geistlichen Genuss gefunden haben. Jetzt ist kein Haus Gottes von dieser Art auf Erden. Aber wo Zwei oder Drei, oder auch Mehrere im Namen Jesu versammelt sind, da ist Er mitten unter ihnen. Da ist also Seine Wohnung oder Sein Haus. Ja wenn auch ein einzelner Christ, wie Jakob zu Bethel, die Gegenwart Gottes besonders deutlich empfinden, zu Ihm nahen, vor Ihm das Herz ausschütten, und die Kraft Seines Evangeliums empfinden kann, so kann er wie Jakob sagen: hier ist nichts Anderes, denn Gottes Haus, hier ist die Pforte des Himmels, 1 Mos. 28,17. Ein Tag so zugebracht ist besser denn sonst tausende. Es ist auch besser, in der Einsamkeit, oder auch in der Gemeinschaft mit Andern den HErrn anbeten und Seine Gnade durch sein Wort und durch die heiligen Sakramente genießen, denn lange in der Gottlosen Hütten wohnen, wo man leichtlich zerstreuet und befleckt werden kann, oder wenigstens durch das Böse, das man sehen und hören muss, betrübt wird. Alle, die gerne in den Hütten der Gottlosen wohnen, und daselbst dasjenige, was man Lustbarkeiten und Herrlichkeiten heißt, begierlich einschlucken, diese Alle wissen nichts von der innigen Seelenruhe, und von der erquicklichen Empfindung der Liebe Gottes, welche die Kinder des Höchsten zu den Füßen Jesu insgeheim genießen. Wie herrlich wird’s im himmlischen Hause Gottes hergehen! (Magnus Friedrich Roos)


Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser, denn sonst tausend.
In dies Psalmenwort stimmen alle Herzen ein, die an dem Hause Gottes ihre Freude haben und wohl wissen, was für ein heiliges, schönes, gesegnetes Vorrecht sie damit überkommen. Wenn wir die Woche hindurch ein Jeglicher in seinem Hause, auf seinem Acker, in seinem zeitlichen Amte und Geschäfte gewirkt haben; wenn die ganze Woche hindurch vornehmlich die irdische Sorge uns dahingenommen und beschäftigt hat: da rufet uns nun am lieben Sonntage der Hall der Glocken in ein Haus, das Allen gemeinsam ist, zu einem Geschäfte, das Alle auf gleiche Weise zu treiben haben; im Hause Gottes werden wir uns immer wieder aufs Neue bewusst, dass wir Eins sind in dem Herrn, Einen Glauben haben und Eine Taufe und Einen Gott und Vater unser Aller, der da ist in uns allen und über uns allen und durch uns alle.

Wer will ihn aussagen den Segensreichtum, der im Gotteshanse jeder Seele zu Teil wird, die der Herr in der heiligen Taufe zu seinem Eigentum erwählt und auf seine Heilandsarme genommen hat, die er an seinem Tische speiset und tränket mit seinem Fleisch und Blut im heiligen Mahle, und die mit der Samuelsbitte: „Rede, denn dein Knecht höret,“ den Mahnungen zur Buße, zum Glauben, zur Wachsamkeit, zum Fleiß in der Heiligung lauschet! - Voll tiefen Leides über unsere Untreue, Trägheit, Schwachheit und Ungeduld kommen wir zum Hause des Herrn und suchen die Vergebung des barmherzigen Gottes und Heilandes. Da hören wir denn von heiliger Stätte, wie er vordem Petri Tränen abgewischt, und die reuige Sünderin zu Gnaden angenommen, wie der Zöllner gerechtfertigt hinabgeht in sein Haus, und dem Zachäus Heil widerfährt, wie der verlorene Sohn mit Freuden aufgenommen und der Schächer noch in der letzten Stunde aus den Fluten des ewigen Todes gerettet wird. Und gläubig können wir sprechen: Das gilt auch mir, all meine Sünden sind mir um Christi willen vergeben, denn auch für mich ist er am Kreuze gestorben und hat eine ewige Erlösung erfunden. Und dann wandelt sich unser Schmerz in Wonne, unsere Klage in Lobgesang.

Oder die Sorge um die Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens liegt uns schwer auf dem Herzen. Da führt uns die Predigt des Wortes hin zu den Vögeln unter dem Himmel, die nicht säen, nicht ernten, auch nicht in die Scheuern sammeln, und die der himmlische Vater doch nähret; führt uns hinaus zu den Lilien des Feldes, die nicht arbeiten, auch nicht spinnen, und die doch herrlicher dastehen, als Salomo in seinem Königsschmuck. Da hören wir von der wunderbaren Speisung der Tausende in der Wüste, hören von dem Menschensohn, der in den Tagen seines Fleisches nicht hatte, wo er sein Haupt hinlegte, von dem rechten Vater über Alles, was Kinder heißt im Himmel und auf Erden. Und freudig heben wir unsere Augen auf zu dem Geber aller guten und vollkommenen Gabe.

Oder die letzte Not macht uns bange. Im Hause des Herrn lernen wir Den kennen, der dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergänglich Wesen ans Licht gebracht hat. Da verliert der Tod seine Schreckensgestalt, er ist uns ein Schlaf, ein Hingang zum Vater, ein Eingang in die ewigen Friedenshütten.

Gottes Haus ist eine Stätte des Gebetes, eine Schule des heiligen Geistes, ein Kämmerlein stiller Selbstprüfung, ein Vorhof des Himmels, ein Abbild des Vaterhauses, in welchem noch eine Ruhe vorhanden ist dem Volke Gottes, eine Stätte, wo manche Sorge vom Herzen gewälzt, manches heilige Gelübde gesprochen und manches Samenkörnlein aufgenommen wird, eine Stätte, wo wir unser Herz finden, unser arges, trotziges, verzagtes Herz, aber auch dein Herz, dein treues, weites, liebes Herz, Herr unser Gott und Heiland. Amen. (Christian Wilhelm Spieker)


Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend. Ich will lieber der Türe hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Denn der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre, er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
So spricht eine Seele, die Gott über Alles liebt und lobt, das größte Verlangen nach ihm trägt und das größte Wohlgefallen an ihm hat. Dabei gibt es viel Freude an Gott, und viel Ruhe in Gott, viel Fruchtbarkeit zu allem Guten aus Gott, viel Stärke in dem Herrn, durch alle Schwierigkeiten durchzubrechen und sich nicht überall unübersteigliche Berge vorzustellen, sondern Gott von Herzen nachzuwandeln und sich auf seinen Wegen nur ein Durchkommen versprechen. Eine solche Seele versteht, im Jammertal Brunnen sich zu graben, die nicht versiegen. (Chr. Rieger.)


Ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten. Denn Gott, der Herr, ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre; er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. Herr Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt.
Also frohlockte und freute sich schon ein Frommer des alten Bundes, dem doch nur erst das Gesetz durch Moses gekommen war und der mit seinen durch der Propheten Verheißungen ihm vermittelten Aussichten in die seligen Tage des neuen Bundes doch nur erst als an der Türe des Gotteshauses, als in den Vorhöfen des Heiligtums sich befand. Dich, Herr, nennt er seine Sonne, die ihm leuchtet und seinen Schild, der ihn decket zur bösen Zeit. Zu dir steht seine Zuversicht, du bist ihm sein Trost, dass er selig in deinem Anschauen ruft: Der Herr wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen und wohl dem Menschen, Herr Zebaoth, der sich auf dich verlässt! Wie solls aber erst bei uns heißen, die wir sehen, was viele Propheten und Gerechte begehrt haben zu sehen und haben es nicht gesehen, bei uns, denen die Gnade und Wahrheit durch unseren Herrn Jesum Christum gekommen ist. Lieber Herr und Heiland, Jesu Christe! Darum wäre dein Jünger Petrus lieber nicht wieder zurückgekehrt in die Welt voll Tränen und Schmerzen, wäre lieber, wäre am liebsten immer geblieben auf des Berges Spitze, auf dem wonnigen und sonnigen Tabor, wo Himmelsglanz und die Herrlichkeit Gottes dich umfloss, dass dein Angesicht leuchtete wie die Sonne und deine Kleider weiß wurden als ein Licht, wo in tiefster Untertänigkeit Moses und Elias sich zu dir nahten und mit dir sich unterredeten über den Rat des göttlichen Liebens und deines seligen Versöhnens der Welt. Hier ist gut sein, so sprach er; willst du, Herr, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine, und Elia eine. Also wollte er selber mit dir in einer Hütte wohnen, nicht mit Mose, dem strengen Gesetzesmann, nicht mit Elias, dem Eiferer für die Heiligkeit des Herrn Zebaoth. Ach, wo du bist, da ist der Himmel und bei dir sein ist Seligkeit. Du bist der Deinen Sonne und Schild. Wo sie nur dich bei sich haben, da fragen sie nicht mehr nach Himmel und Erde. Wir haben es ja erfahren oder hätten wir in der Tat wirklich nichts der Art noch erfahren?

O wo dein Geist unserem Geiste wie Flügel machte, wo unser Herz mit seinen Gedanken sich vertiefte und versenkte in das Meer deiner Erbarmungen über uns, da war uns, als wäre die Erde unter unseren Füßen entrückt, als wären wir bis in den Himmel erhoben. Da gabs für uns keine Unruhen, keine Sorgen und Schmerzen in der Welt mehr, da umfloss uns dein seliger Friede. Da wussten wir von keinen Gelüsten des Fleisches, von keiner Angst der Sünde, von keinen Schrecken des Gerichts. Da lagen wir als an deinem Herzen und hatten einen Vorschmack der ewigen Sabbatruhe, die noch vorhanden ist dem Volke Gottes. Und fröhlich, selig rief unser Herz: Hier ist gut sein! Die seligen Stunden wurden zu eilenden Augenblicken. Ach dass wir sie nicht festhalten konnten! Nun, wir wissen zwar, dass noch nicht erschienen ist, was wir sein werden. Hier auf Erden ist noch der volle Himmel nicht. Aber wir mögen es auch nicht leugnen, dass wir nicht selten es selber verschulden, wenn wir nicht mehr und öfter selig in Hoffnung sind. Je mehr die Welt uns hat, je weniger haben wir dich bleibend bei uns und je mehr uns die Sünde erfreut, desto weniger erfahren wir deinen Frieden und die Seligkeit deiner Nähe. So gib uns doch den Sieg wider alles, was uns von dir entfernen und dich uns entfremden will. Unser Herz sei deine Hütte, die wir in der Kraft des Geistes dir bauen wollen. Du aber, lieber Herr, lass uns immerdar bleiben in deinem Hause, in deiner Kirche, welche du als zu unserer Hütte dir erbaut hast. Amen! (Carl Gottlieb Just)

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