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Psalm 69,17

Psalm 69,17

Andachten

Wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit.
Wenn der Herr große Anforderungen an uns stellt, wenn wir viel aufgeben und viel hingeben sollen, da könnte man wohl zaghaft werden und sprechen: Ich allein kann es nicht. Da wollen wir den Trost fassen: Du allein sollst es auch nicht. Unsre Epistel sagt: „Ich ermahne euch durch die Barmherzigkeit Gottes.“ Und zur Barmherzigkeit Gottes richtet sich unser Psalm hin, wenn er zum Herrn spricht: „Wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit.“ Du sollst nicht bloß Vieles aufgeben, du sollst nicht bloß Vieles hingeben, du sollst auch Großes hinnehmen. Des ewigen Gottes reiche Barmherzigkeit bietet sich dir an und spricht: Nimm mich hin! Dieses Erbarmen Gottes hat sich in Wort und Tat erwiesen. Er sah den Menschen in seinem Blute liegen und sprach: „Du sollst leben!“ Er ward erschüttert durch das Elend des unglücklichen Sünders, und da hat er gesprochen: „Mir bricht mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss.“ Wir gingen wie verlorene Schäflein in der Irre, da rief seine Stimme: „Ich will mich meiner Herde selbst annehmen.“ Und er hat es nicht nur versprochen, die Barmherzigkeit Gottes hat sich erwiesen in der Tat. Er hat etwas getan, um unser Blut zu heiligen und uns aus den Irrwegen in die himmlische Heimat zu führen. Die Krippe von Bethlehem ist der lebendige Beweis des ewigen Erbarmens, „das alles Denken übersteigt;“ da gab der Vater den Sohn in die Welt und sprach: Nimm hin! Und das Leben des Herrn Jesu Christi ist ein dauerndes Erbarmen; die Müden erquickt er, die Trauernden tröstet er, die Kranken heilt er, die Sünder tröstet er, über seine Stadt weint er. Und als sein bitter Leiden anfing, da stieg seine Barmherzigkeit zur höchsten Höhe; wie er in Gethsemane auf seine Knie sank „und den Kelch des Leidens trank,“ wie er auf Golgatha einsam seine Todesqualen über die Welt hinausstöhnte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ da hat sein Erbarmen uns erlöst, erworben und gewonnen. Diese Barmherzigkeit neigt sich zu dir und spricht: Nimm hin! In dieser Barmherzigkeit findest du Versöhnung und Kraft zum Leben, auch zum Aufgeben und zum Hingeben. Flehe zu Gott um sein Erbarmen und sprich: „Wende dich zu mir nach deiner Barmherzigkeit.“„

Lasst uns beten: Du Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes! Wir danken Dir, dass Du uns in unserm Elend angesehen hast und hast Deinen lieben Sohn gesendet, der sein erbarmendes Heilandsherz uns geschenkt und uns von all unsrer Not und all unserm Jammer befreit hat. Deine Barmherzigkeit ist täglich und stündlich neu über uns. Sie ist auch diese Nacht bei uns geblieben und hat uns bewahrt vor allem Übel. Dafür danken wir Dir und bitten Dich, lass uns doch diesen Tag unter dem Schirme Deiner Vaterhand wandeln, und lass uns mit aller Kraft dahin trachten, dass wir Dein seligmachendes Erbarmen auch wirklich und von Herzen hinnehmen und in diesem Erbarmen Ruhe finden für unsre Seelen und Kraft der Liebe, die aufgeben kann, was Dir nicht gefällt, und die hingeben kann, was sie hat. Amen. (Wilhelm Hunzinger)

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