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Psalm 65,3

Psalm 65,3

Andachten

Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu Dir.
Dass jede Seele unter uns ihr ganzes altes Wesen in Christi Tod gebe, dass jedes von uns sich von Herzensgrund Dir, dem HErrn, angelobe - das gib uns, barmherziger Gott und Heiland: Gnade zur Buße und Vergebung der Sünde, Gnade zum gesegneten Essen und Trinken des Sakramentes, Gnade, dass wir unsre Gelübde Dir bezahlen; Gnade um JEsu willen, der für alle unsere Sünden bezahlt! (August Ferdinand Huhn)


Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir. Unsere Missetat drückt uns hart; du wollest unsere Sünden vergeben.
Ich wollte wohl gerne beten, sprichst du, wenn ich wüsste, dass mein Gebet Gott angenehm wäre; ich will andere lassen beten, die frömmer und geschickter sind, als ich bin. Denn ich bin ein armer sündiger Mensch; wo aber Sünde ist, da gilt das Gebet nicht, denn Gott zürnet mit mir und erhört das Gebet nicht. Durch solche Gedanken schlägt der Teufel das Gebet danieder und verstöret es, dass nichts daraus wird. Nun ist es wahr, dass Sünde da ist, und wir fühlen auch den schweren Stein (der da heißt unsere Sünde), der da liegt und drückt, dass sich das Herz nicht erheben kann. Denn wer darf sein Herz und seine Augen aufheben zu Gott, so er weiß, dass er ihn erzürnt und alle Plage verdient hat? Nun, wie soll man dir da raten? Wir können nicht dawider; da steht's und es ist wahr: wir sind allzumal Sünder, und unsere Missetat drückt uns hart. Aber weißt du keinen Rat, so höre zu, was dieser Vers dich lehrt, wenn du solche Anfechtung fühlst, dass dir das Herz sagt: „Ach, du bist jetzt nicht geschickt zu beten, fühlst du nicht deine Sünde, wie du Gott erzürnt hast?“ Wenn dir solches einfällt und das Gebet will hindern, so tu, wie du hier hörest und siehst den Propheten reden und tun. Unsere Sünde drückt uns, spricht er. Das ist wahr; aber sollte ich darum nicht beten und nicht eher anfangen, als bis ich mich ohne Sünde fühlte, so würde ich nimmermehr dazu kommen, und würde mir der Teufel ein Schloss davor legen, dass ich nimmer den Mund könnte auftun. Nein, nicht also, spricht er, sondern zuerst siehe, wie du diese Last von dir legst. Darum falle mit deiner Not vor Gott nieder und sprich, wie hier steht: Ach Herr, unsere Sünde drückt uns. Und ob wir wohl wissen, dass wir sollen beten, und du gerne hörst - wir können aber vor dieser Last nicht dazu kommen - dennoch, weil du willst gebeten sein, und heißt alles Fleisch zu dir kommen, so komme ich eben damit und lege solche Last vor dir nieder und bitte, dass du meine Sünde vergeben und mir gnädig sein wollest.

Siehe, also hast du das Gebet recht angefangen eben mit der höchsten Not, die dich drückt und hindert oder ungeschickt macht, dass du nicht beten kannst. Also hast du den schweren Stein vom Herzen gebracht und so geht's dann recht von statten; sonst wirst du nimmermehr dazu kommen, dass du ein recht Gebet tust.

Siehe, dass ist die rechte goldene Kunst, wie man möge geschickt werden zu beten; nicht durch eigene Würdigkeit oder Andacht, sondern dass du eben damit anfängst, wo du dich ungeschickt fühlst. Also wirst du dann gewisslich geschickter werden und dich bald leichter und lustiger fühlen. Darum nur immer wieder durch diese Last hindurchgedrungen und fortgefahren, dass du dich die Sünde nicht lässt irren noch wehren zu beten, doch also, dass du nicht denkest, in Sünden zu bleiben. (Martin Luther)

Predigten

Gedichte und Lieder

Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir.

Das walte Gott, ich bin erwacht, ich habe frische Kräfte,
Und gehe, wie mich Gott bedacht, zu dem Berufsgeschäfte;
Das sei, o Vater, Sohn und Geist,
Der seit der Tauf' mein Bund'sgott heißt,
In deinem großen Namen.

Herr Jesu, lass auf ebner Bahn mich deinen Geist stets leiten;
Wir stoßen oft an Steinen an, lass meinen Fuß nicht gleiten.
Geh' du mir vor und zeuch mir nach;
Und führst du mich durch Not und Schmach,
So hilf mir mutig folgen.

Unselig geht's die Straße hin, die zur Verdammnis führet,
Und wo man, bei der Welt Gewinn, die Seele doch verlieret.
Wie selig geht's dem Himmel zu,
Durch kurze Not zur langen Ruh,
Durch Trauern zu den Freuden!

Herr, gib mir Weisheit und Verstand, dies reiflich zu erwägen:
Der Fluch hängt an dem Sündenstand, am Christentum der Segen;
Zwei Wege geht man nicht zugleich,
Der schmale führt zum Himmelreich;
Der breite zum Verderben.

O, mein Herz, hang doch Jesu an, der führt dich ein zum Leben;
Er ist's, der selig machen kann, die ihm sich ganz ergeben.
Ja, Jesu, dir geb' ich mich hin,
Wie ich von dir ergriffen bin,
So lass es mich ergreifen.

Was ich mir vornehm' oder tu', das sei zu deinen Ehren.
Sieh du selbst meinen Tritten zu, und lass dein Wort mich lehren;
Irr' oder fall' ich, greif nach mir
Und halt' mir stets das Kleinod für,
Dass ich nach dem mich strecke.

Schau ich die Welt, wie sie, berauscht, noch scherzt mit dem Verdammen
Und Erde um den Himmel tauscht, ganz sorglos von den Flammen:
Gib, dass ich nicht zurücke seh,
Sprich mir wie Lot zu: „Eile, geh'
Und rette deine Seele!“

Herr, ich empfehl' mich deiner Huld in meiner Zeit auf Erden;
Lass deine göttliche Geduld zur Seligkeit mir werden;
Sei bei mir in der Sterbensnot
Und führe mich auch durch den Tod
Zu Lebens-Wasserbrunnen.

Amen! (Christian Wilhelm Spieker)

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at/19/psalm_65_3.txt · Zuletzt geändert: von aj
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