Psalm 3,2
Andachten
Ach HErr! wie ist meiner Feinde so viel, und setzen sich so viele wider mich! Viele sagen zu meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei Gott. Sela!
So müssen gläubige Christen öfters schreien und klagen; und so ein Urteil müssen sie von ihren Feinden hören: Nun liegt er, nun soll er nicht wieder aufstehen, nun hat ihn Gott verlassen. Du aber, gläubige Seele! tröste dich dessen, dass der Welt Urteil nicht Gottes Urteil ist, und dass die Welt nicht Macht hat, dich zu richten, weil sie selbst mit ihrem Fürsten gerichtet ist, Joh. 16,11. Was kann dir aller Welt Ungnade schaden, wenn du Gottes Gnade hast? Hasst dich die Welt, so tröste dich der Liebe und Treue Gottes. Versagt sie dir die Erde; so kann sie dir den Himmel nicht nehmen. Nehmen sie dir Leib, Ehre und Gut; so können sie deine Seele nicht töten, noch das ewige Gut dir nehmen. Verachten sie dich auf Erden; so hast du deine Ehre bei Gott im Himmel. Musst du eine Zeitlang leiden: Ei! Gott wird dir Seine Gnade wieder scheinen lassen.
Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit Seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib; lass fahren dahin, sie habens kein Gewinn, das Reich muss uns doch bleiben. (Johann Arnd)
Absaloms Aufruhr nahm einem von den Bergen stürzenden Schneeball gleich ungeheuerlich in seinem Laufe zu. David spricht davon mit Erstaunen. Und ist es nicht in der Tat höchst befremdend, dass das Volk, welches gerade diesem König so vielfach zu Dank verpflichtet war, fast in seiner Gesamtheit von ihm abfiel und sich wider ihn zusammenrottete und überdies einen so leichtfertigen und albernen jungen Mann wie Absalom zu seinem Anführer wählte? Wie unbeständig und betrüglich ist doch die Menge! Und wie wenig Treue und Standhaftigkeit ist unter den Menschen zu finden! David hatte die Herzen seiner Untertanen besessen wie je ein König, und doch hatte er sie jetzt plötzlich verloren. Wie die Völker sich nicht zu sehr auf ihre Fürsten verlassen sollen (Ps. 146, 3), so dürfen auch Fürsten nicht zu stark auf die Anhänglichkeit ihrer Völker bauen. Christus, der Sohn Davids, hatte viele Feinde; als eine große Schar kam, ihn zu greifen, als der Haufe schrie: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn“, wie waren da seiner Dränger viel geworden. Gute Männer dürfen es sich nicht befremden lassen, wenn der Strom gegen sie ist, und die Mächte, die sie erschrecken, immer furchtbarer werden. Matth. Henry † 1714.