Psalm 31,2
Andachten
Herr, auf dich traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit. Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest. Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen!
Vorübergehende Leiden kann, ja muss Gott über die Seinen verhängen; aber er müsste nicht Gott sein, wenn er sie dem Untergange preisgeben wollte; dieser gehört nur den Bösen, nicht denen, die ihr Vertrauen auf Gott setzen. - David redet mit Gott wie ein Freund mit dem andern, wie ein Kind mit seinem Vater. Wie manche nicht weniger vertrauensvolle Gebete als dieses werden schon vorher gen Himmel gestiegen sein, ohne das Ende der Leidenstage zu bewirken! Desto mehr muss man das „auf dich traue ich“ bewundern, das sich mit jedem neuen Schmerzenstage in ungeschwächter Kraft erhebt und, wenn auch tausendmal zurückgewiesen, doch tausendmal zu derselben Tür zurückkehrt, in der Gewissheit, dass an keinem andern Orte Hilfe und Heil zu finden ist.
Vor dir erscheinen wir, getreuer Gott, in dieser Abendstille. Denn du bist unser Fels und unsre Burg, und um deines Namens willen wollest du uns leiten und führen. Wohl uns, dass wir jederzeit an dich uns lehnen, an deiner starken Hand uns halten und an deinem Vaterherzen Zuflucht finden können wie in einer festen Burg! Und wenn es auch manchmal den Anschein hat, als ob du nichts nach uns fragtest und als ob unsre Seele bei dir keine Hilfe fände, so wollen wir dennoch nicht von dir lassen, wie du von uns nicht lassen wirst. Wir sind ja dein; du hast uns durch Christum erlöst, und wir trauen auf deinen heiligen Namen. (Heinrich Spengler)