Psalm 30,5
Andachten
Ihr Heiligen, lobsingt dem Herrn, dankt und preist seine Heiligkeit; denn sein Zorn währt einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang währt das Weinen; aber des Morgens die Freude. Herr, höre, und sei mir gnädig; Herr, sei mein Helfer.
Wir haben alle Ursache Gott zu danken, heute und alle Tage unseres Lebens. Er hat alle unsere Gebrechen geheilt und uns geholfen zum neuen Leben. Oder können wir dafür noch nicht danken, weil wir uns noch nicht haben erlösen lassen? Kann es uns noch nicht gelten: Ihr Heiligen, lobsingt dem Herrn? - Denn sein Zorn währt einen Augenblick, aber seine Güte ewig. Abends legst du dich weinend nieder, aber wenn du am Morgen erwachst, ist der Kummer verschwunden, wie ein schwerer Traum. So nimm die Hoffnung auf den lichten Morgen mit hinein in die dunkle Nacht. Es bedarf ja der Leidensnächte, dass wir nicht verloren gehen. Wir vergessen sonst Gottes so leicht, hören auf zu kämpfen und zu machen, und werden sicher. Da ist es wohl gut, dass er uns für eine Zeit wieder sein Angesicht verbirgt. Da lernen wir wieder die Gnade suchen, lernen, wie viel uns noch fehlt. Bis er auch uns wieder mit Freude gürtet, dass ihm lobsinge unsere Ehre. Deine Seele ist die Ehre, Gottes Ehre, aber nicht die Seele, die am Fleisch Wohlgefallen hat, sondern die Seele, die durch Gottes Geist wiedergeboren ist zu einem neuen Leben. O so lass Gottes Geist deine Seele erneuern und heiligen, damit sie werde des Herrn Ehre, ja der beste Dank und Preis seiner Herrlichkeit. (Adolf Clemen)