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Psalm 25,10

Psalm 25,10

Andachten

Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit, denen, die seinen Bund und Zeugnis halten.
Oft hört man von einem Menschen sagen, er werde so sehr schwere Wege geführt. Wenn wir in Betreff unserer eigenen Erfahrung in das Heiligtum gehen, so können wir nicht sagen, das diese und jene schweren Erlebnisse immer eine Frucht göttlicher Führung waren, sondern wir werden sagen müssen, dass mancher bittere Kelch von uns selber eingeschenkt wurde, oder zusammenhing mit unserem sündigen Wesen. Wer das nicht bekennt vor dem Angesicht Gottes, der ist nicht demütig. Lässt der Herr uns Schweres begegnen auf Seinem Weg, so mag es uns eine Zeitlang scheinen, als sei es nicht eitel Güte; wenn wir aber im Glauben festhalten, dass sein Wort wahrhaftig ist, so kommt die Zeit, in der wir erkennen, dass schwere Erfahrungen dennoch eitel Güte waren, weil des Herrn Wege Wahrheit sind. Sie sind Wahrheit, weil er auf jedem Schritt, den er mit uns vorwärts geht, nie nur auf die Gegenwart, sondern immer auf unser ewiges Ziel schaut. Danach bemisst er und ordnet er jede Strecke Weges, die wir zurücklegen und eben, weil es ihm nicht zunächst um das für uns Angenehme, sondern um das für uns Heilsame zu tun ist, sind seine Wege Wahrheit. Sie sind frei von aller Untreue auf Seiten unseres Gottes und er tut nichts, worüber wir nicht einst am Ziel werden sagen müssen: es war gut. Wir singen darum von Herzen: „So führst Du doch recht selig Herr die Deinen; ja, selig, wenn auch meist verwunderlich!“ So können aber nur die sprechen, die im Bund mit dem Herrn stehen durch das Blut des neuen Testamentes, und festhalten an Seiner Gemeinschaft; denn nur dann ist er Führer und sein Wort das Licht auf dem Wege. Es ist unmöglich, dass die Untreuen eitel Güte von Seiten des Herrn erfahren.

O du treuer und wahrhaftiger Gott! Wie viel Güte, Wahrheit und Treue hast Du auch an mir schon bewiesen. Habe ewig Dank dafür! Amen.(Elias Schrenk)


Wer die Güte des Herrn erfährt, der kann nicht genug Rühmens von ihr machen, wie David in allen seinen Psalmen. Schien es ihm wohl manchmal, sie habe ein Ende, dass er ausrief: Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Güte? hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein? Psalm 77,9.10. so dachte er an die Taten des Herrn, an die vorigen Wunder, die er an ihm und seinem Volke bewiesen hat, und dann konnte er sich nicht mehr halten, gleich wieder die Güte des Herrn zu rühmen, und sich derselben zu freuen. Der Herr bleibt immer derselbe, immer die überschwängliche Güte, auch wenn er uns anders erscheint. Das vergiss nicht, Lieber! denn er wird dich, wenn du ihn und seine Güte gleich in ihrer ganzen Größe erfahren hättest, doch wieder in solche Umstände von innen und außen kommen lassen, dass es dir Mühe macht zu glauben, dass er noch gut sei, wenigstens wirst du stark versucht werden, zu zweifeln, ob er dir noch gut sei. Da mache es wie David, denke an die vorigen Wunder seiner Güte, die er an deinem Herzen, oder an andern, bewiesen hat. Oft aber wird er dir, wenn du ihn anders innig und brünstig, treu und beständig lieb hast, so gut erscheinen, dass du wieder Mühe hast zu glauben, ob er es denn wirklich sei, ob es nicht Täuschung oder Betrug sei; weil du nicht begreifen kannst, warum er gegen dich so gut und freundlich ist. Und je mehr du dich vor ihm beugst und dich seiner Güte unwürdig achtest, desto mehr wird er dich mit Gnade und Huld überschütten. Darum sei demütig, wenn er freundlich und gnädig ist, und sei unverzagt und zuversichtlich, wenn er ungnädig und unfreundlich scheint. (Johannes Evangelista Gossner)


Die Wege des Herrn sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und Zeugnis halten.
O, welche schmerzliche und doch so nützliche Erfahrung von der Verderbnis und Ohnmacht ihres Herzens müssen die Kinder Gottes oft machen, wenn der Herr sie in seine Schule nimmt. Ihr Zustand gleicht der Witterung im März; jetzt scheint die Sonne so lieblich, dass die Frühlingsblumen ihre Kelche öffnen, als wollten sie den Triumph des Winters über den Sommer feiern; aber plötzlich hüllt sich der Winter wieder in dunkles Gewölk; Schnee und Hagel stürzen herab, und der Winter scheint das Feld zu behalten; wenigstens bietet er sein Äußerstes auf, um sich und seine strenge Herrschaft zu behaupten; doch er verliert dieselbe, und die stille Macht des Frühlings gewinnt es seinem Toben doch ab. heilsame Wege, wodurch der Herr die Seele von dem falschen Grunde ab auf den rechten wahren Grund leitet! Der Heilige Geist führt aber seine Seelen nach und nach aus der Mannigfaltigkeit in die Einheit, dass sie aufhören können, sich mit der Martha viel Sorge und Mühe zu machen, und das beste Teil der Maria zu erwählen, welches nicht von ihnen genommen wird, indem sie sich zu Jesu Füßen setzen und ihm zuhören; er gibt ihnen seinen Frieden erst in einzelnen Augenblicken zu genießen, und dann als einen Stand des Friedens, weil sie nun den ganz gefunden, den ihre Seele liebt, und weil sie nun sitzt unter dem Schatten, des sie begehret und dessen Frucht ihrer Kehle süß ist, wo sie dem Herrn anhängt und ein Geist mit ihm ist. O, was berechtigt uns doch zu glauben, als ob es nur Kinder und Jünglinge, nicht aber auch Väter in Christo geben könnte! Ist die Gute Gottes nicht alle Morgen neu? Und ist seine erwärmende Gnade nicht jetzt noch eben so mächtig, als da das sie erwerbende Blut noch warm aus den Wunden des Lammes quoll? (Gottfried Daniel Krummacher)

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