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Psalm 17,3

Psalm 17,3

Andachten

Du prüfst mein Herz, und besuchst es des Nachts und läuterst es.
Hier haben wir eine vornehme Lehre, wie vor Gottes Augen und Angesichte aller Menschen Herzen offen stehen, also, dass sich auch der geringste Gedanke vor Gottes Augen nicht verbergen kann. Gleichwie in einem klaren und hellen Wasser ein Stäublein nicht verborgen sein kann; also auch in unsern Herzen kann kein Gedanke vor Gott verborgen sein. Gottes Licht, Weisheit, Klarheit und Allwissenheit durchdringt alle Kreaturen, nicht allein der Menschen Herz. Seele und Geist, sondern alle Geister. Derowegen wir uns der Reinigkeit des Herzens befleißen sollen, dass wir lernen durch den Geist Gottes die fleischlichen Lüste dämpfen, als da sind Hoffart, eigener Ruhm und Ehre, Geiz, Wollust, Zorn und Rachgier, dass wir ja nichts aus eigener Ehre und Rachgier tun, sondern aus lauterm gutem Vornehmen, alles aus dem Glauben, aus der Liebe, dass wir mit einfältigem und aufrichtigem Herzen vor Gott wandeln.

Schaff in mir Gott ein reines Herz, mein Herz ist ganz verdorben, es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm sind angeerbet, und die es noch tut ohne Scheu. Ach mache, dass es wieder sei, wie Du es hast geschaffen. (Johann Arnd)


Du prüfst mein Herz und läuterst mich.
Eben die Sonne, welche die Leinwand weiß macht, macht den Menschen schwarz; eben die Feuersäule, welche das Heer Israels erleuchtete, hat das Heer der Ägypter verblendet; eben der Wind, welcher das eine Schiff in den Hafen, jagt das andere auf eine Klippe, und eben das Evangelium, welches dem Gläubigen ein Geruch des Lebens zum Leben, wird dem Ungläubigen ein Geruch des Todes zum Tode. Ein Ding wirket nicht auf einerlei Weise. Und also verhält sich's auch mit der Trübsal. Sie wirket nach der Beschaffenheit dessen, der damit belegt wird. Ein Frommer wird durch die Trübsal zum Guten aufgemuntert, aber ein Gottloser wird insgemein dadurch nur ärger. Es werden Gottlose zu Zeiten durch kümmerliche Zufälle gewonnen, aber wie mancher Gottlose ist wie ein Ambos, der durch Hammerschläge nur immer härter wird. Aber mit dem Frommen hat es eine andere Bewandtnis; der ist wie ein Gold, so sich im Tiegel reinigt, und wie ein Diamant, der weit schöner und heller glänzet, nachdem er geschliffen und gesäubert worden. (Georg Nitsch)

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