Psalm 148,5
Andachten
Alles soll loben den Namen des HErrn; denn Er gebietet, so wird’s geschaffen.
Gott hat im Anfang geboten, dass die Himmel, die Engel, die Sonne, der Mond und die Sterne, und die Wasser, die über der Feste sind, und überhaupt alle Geschöpfe werden sollten: und so sind sie geschaffen worden. Damals wurde erfüllt, was Ps. 33,9. steht: so Er spricht, so geschieht’s, so Er gebietet, so steht’s da. Von Seines Willens wegen habe alle Dinge ihr Wesen bekommen, und sind geschaffen worden, Offenb. 4,11. Wenn nun einem Geschöpf sein Wesen lieb ist, wenn es über sein Dasein froh ist, wenn es lieber ist, als nicht ist, wie denn keines Geschöpfes Trieb auf das Nichtsein geht: so soll es den Namen des HErrn, der es geschaffen hat, loben. Es soll, wenn es einen Verstand hat, mit den 24 Ältesten im Himmel sagen: HErr, Du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn Du hast alle Dinge und auch mich erschaffen. Deiner Liebe und Deinem gebietenden allmächtigen Willen habe ich es zu danken, dass ich nicht Nichts, sondern Etwas bin, und dass ich durch Deine Güte ein ewig glückseliges Geschöpf sein kann. Auf diese Weise führt uns die Heilige Schrift in Ansehung des Lobes Gottes bis zur Schöpfung zurück. Wer traurig, bedrängt und verlassen ist, kann doch Gott wegen der Schöpfung loben, da insonderheit nach dem Evangelio immer Hoffnung vorhanden ist, dass die Traurigkeit in Freude, und der bedrängte und verlassene Zustand in einen wonnesamen werde verwandelt werden. Wie können aber die Geschöpfe, die keinen Verstand haben, als die Sonne, die Sterne, die Wallfische und dergl. ihren Schöpfer loben? Sie können es so, wie diejenigen, die dem Dienst der Eitelkeit wider ihren Willen unterworfen sind, harren, warten, und sich sehnen und ängsten können, Röm. 8,19.20.22. Auch loben sie Gott durch ihr Dasein und durch ihre Wirkungen, indem sie zur Ehre des Schöpfers vorhanden sind und sich bewegen, und verständigen Menschen eine Veranlassung zum Lob Gottes geben.
Lasst uns aber hierbei auch bedenken, dass Gott, ob Er schon die Welt seit dem Ende des sechsten Schöpfungstages mit keinen neuen Gattungen der Geschöpfe vermehrt, doch immer wirke und schaffe. Die Götzen der Heiden können weder reden noch sehen, weder hören noch riechen, weder greifen noch gehen: aber unser Gott ist im Himmel, Er kann schaffen, was Er will, Ps. 115,3-7. Seine Rede, Sein Wort, Sein Sprechen ist immer wirksam, Ps. 147,15-18. Er hat Israel durch viele Gnadenerweisungen geschaffen, dass es Sein Volk sei, Jes. 43,15.21. Er macht die Menschen durch die Kraft Seines Evangeliums zu neuen Kreaturen, Gal. 6,15., und schafft in einem jeden Gerechten, was er vor oder hernach tut, Ps. 139,5., das ist, Er schafft alle seine guten Gedanken, Neigungen und Werke, wie sie der Ordnung nach auf einander folgen. Auch bei dieser Schöpfung ruft Gott dem, das nichts ist, als ob es wäre, Röm. 4,17., und lässt das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, 2 Kor. 4,6. Alles soll also den Namen des HErrn loben, weil Er bei Seinen Geschöpfen täglich viel Neues schafft. Halleluja! Das Schaffen kostet ihn keine Mühe, denn durch Sein Sprechen und Gebieten stellt Er Alles dar. (Magnus Friedrich Roos)