Psalm 144,3
Andachten
HErr, was ist der Mensch, dass Du Dich seiner so annimmst? und des Menschen Kind, dass Du ihn so hoch achtest? Ist doch der Mensch gleich wie nichts; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten.
Es hat wohl Augustinus gesagt: Drei Dinge sind die wunderlichsten: 1. Dass Gott Mensch ist. 2. Dass eine Jungfrau Mutter ist. Und dann 3., dass des Menschen Herze diesen Glauben fassen kann. Lieber! lasst uns das vierte hinzutun, welches unser Psalm allhier sagt, dass unser lieber Gott der armen, elenden, schwachen und nichtigen Menschen so hoch achtet: 1. Dass Er so viele große Wunder an ihm getan. 2. Dass die göttliche Majestät Sich so tief herab gelassen, dass Er im Menschen wohnt, Ihm Seine Gnade, Stärke und Kraft mitteilt rc. 3. Dass Er ihn aus so großen Nöten, Trübsal und Elend errettet, ihn durch die heiligen Engel bewahrt und begleitet, ja auf den Händen tragen lässt, dass man wohl sagen möchte: Lieber Gott! ist Dir denn so viel an dem nichtigen Menschen gelegen? 4. Das aber übertrifft alles, dass Christus für den Menschen gestorben ist, ihn mit Seinem Blut erlöst hat, vom Tode erwecken und verklären will; darüber haben wir uns billig alle zu verwundern und zweierlei daraus zu lernen: 1. Gottes teure Gnade, die uns so würdig und so hoch achtet, dass uns Gott nicht höher ehren könnte. 2. Unsere Nichtigkeit und Elend, dass wir außer der Gnade Gottes nichts sind, und weniger als ein Schatten, der von sich selbst kein Leben hat und nichts ist. (Johann Arnd)