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Psalm 119,33

Psalm 119,33

Andachten

Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, dass ich sie bewahre bis ans Ende. Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz, und halte es von Herzen.

Das sei dein tägliches Gebet, dass du, aus Gottes Macht durch Glauben bewahret werdest zur Seligkeit, die dir bereitet ist. Wer kann sich selbst bewahren, wenn er nicht im Herrn und in der Macht seiner Stärke einhergeht, wenn er nicht durch Gebet und Flehen in steter Verbindung mit dem bleibt, der das gute Werk angefangen hat und auch vollenden muss! Doch sage nicht leichtsinnig, ich kann mich doch nicht bewahren, Gott muss es tun. Nein, Gott muss es nicht tun; Gott kann es wohl, und will es auch; aber er wird es nicht tun, wenn du, unbekümmert um dein Heil, nicht wachest und betest, dass du nicht in Versuchung fallest. Der Herr bewahret seine Heiligen, das ist, diejenigen, die der Heiligung nachjagen mit Ernst und Eifer. Er verlässt die nicht, die ihn nicht verlassen. Er sieht auf die, welche auf ihn sehen. Er hält die mit seiner Hand, die seine Hand ergreifen und halten. Die sind seine Heiligen, die werden ewiglich bewahret. Aber die sichern, trägen, unwachsamen, schläfrigen Heiligen, die, statt ihre Lampen zu schmücken, und sich um Öl umzusehen, schlafen oder sich zerstreuen und ihre Sinne belustigen, die werden nicht bewahret, die werden draußen bleiben, wenn der Bräutigam in seine Kammer geht. (Johannes Evangelista Gossner)


**Zeige mir, Herr, den Weg deiner Rechte, dass ich sie bewahre bis ans Ende. **
Die, die von Gott gelehrt werden, vergessen nie, was sie gelernt haben. Wenn Gottes Gnade einen Menschen auf den rechten Weg stellt, so bleibt er auch darauf. Bloß menschlicher Wiz und Wille verbürgen das Beharren nicht; die irdische Vollkommenheit ist vergänglich. Das Beharren bis ans Ende ist denen verheißen, die in Gott, mit Gott und durch Gott anfangen. Die aber ohne des Herrn Unterweisung anfangen, vergessen bald wieder, was sie gelernt haben, und verlassen den Weg, auf dem sie zum Scheine gegangen waren. Niemand kann aus eigener Kraft und ohne die stete Unterweisung des Herrn auf dem Wege bleiben. Wir fallen wie Petrus, wenn wir uns wie er unsrer Festigkeit rühmen. Wenn Gott uns hält, so bleiben wir auf dem Wege, und es ist ein großer Trost, zu wissen, dass Gott die Füße seiner Heiligen bewahrt. Aber doch müssen wir so wachsam sein, als ob alles von uns abhinge; denn wir werden nicht durch Zwang auf dem Wege erhalten, sondern durch Unterweisung, und das Lernen fordert stete Aufmerksamkeit. Der beste Lehrer kann einem Menschen nichts beibringen, der nicht lernen mag. So wollen wir denn mit allem Ernst und Eifer bei unsrem göttlichen Lehrer lernen, damit wir treu und redlich bleiben und bis zur letzten Stunde unsres Lebens auf dem Weg der Gerechtigkeit wandeln! Wenn wir den lebendigen, unverweslichen Samen des Wortes Gottes in uns aufnehmen, so müssen wir leben; haben wir das aber nicht, so ist auch kein Leben in uns, sondern nur ein Schein desselben. (Charles Haddon Spurgeon)

Predigten

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