Psalm 118,12
Andachten
“Im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.“
Unser Herr Jesus hat durch Seinen Tod nicht bloß auf einen Teil unseres Wesens, sondern auf unsern ganzen Menschen ein Recht erworben. Er hatte bei Seinem heiligen Leiden die Heiligung unsere ganzen Wesens, nach Geist, Seele und Leib im Auge, damit er in diesem dreifachen Reiche allein und unumschränkt Herr und Gebieter sei. Es ist die Bestimmung der neuen Natur, welche Gott Seinem Wiedergeborenen geschenkt hat, die Hoheits-Rechte des Herrn Jesu Christi zu befestigen. Meine Seele, wenn du ein wahres Kind Gottes bist, so musst du alles andere in dir, was noch nicht geheiligt ist, überwinden; du musst alle deine Lüste und Leidenschaften dem silbernen Stabe der Gnadenherrschaft Jesu untertan machen, und darfst dich nicht zufrieden geben, bis dass Er, der kraft Seines für dich gegebenen Lösegeldes dein König ist, auch dein König wird durch die Krone deiner Tugenden, in dir herrscht als dein Fürst. Wenn wir dann sehen, dass die Sünde in keinerlei Weise ein Recht an uns hat, so begeben wir uns in einen guten und gerechten Kampf, wenn wir sie im Namen Gottes auszutreiben suchen. O du mein Leib, du bist ein Glied Christi; soll ich's dulden, dass du dem Fürsten der Finsternis untertan bleibst? O, meine Seele, Christus hat für deine Sünden gelitten, und dich versöhnt mit Seinem allerteuersten Blut, soll ich's ertragen, dass dein Gedächtnis eine Rüstkammer des Bösen bleibe, oder deine Leidenschaften Feuerbrände der Verdammnis. Soll ich meine Vernunft dahingeben in Verkehrtheit des Irrtums, oder meinen Willen in die Ketten der Ungerechtigkeit? Nein, meine Seele, du bist Christi, und die Sünde hat keinen Anspruch noch Recht an dich. Darum bleibt mutig, teure Christen, lasset euch nicht schrecken, als ob eure geistlichen Feinde nimmermehr könnten ausgerottet werden. Ihr seid im Stande, sie zu überwinden, nicht in eigener Kraft, denn der schwächste unter ihnen wäre euch noch viel zu mächtig, aber ihr könnt und sollt sie überwinden durch des Lammes Blut. Fragt nicht: „Wie soll ich sie austreiben, denn sie sind größer und gewaltiger als ich;“ sondern gehet zu dem Starken und bittet Ihn um Kraft, harret demütig auf Gott, so wird der mächtige Gott Jakobs euch gewisslich zu Hülfe kommen, und ihr werdet Siegeslieder erschallen lassen durch Seine Gnade. (Charles Haddon Spurgeon)
Sie umgeben mich wie Bienen; aber im Namen des Herrn will ich sie zerhauen.
Das Volk Gottes schlägt am Ende alle seine Widersacher mit dem Schwerte des Geistes zu Boden. So sagt David: Im Namen des Herrn will ich sie zerhauen. Die Seele kann sich des Worts der Verheißung und der Gnade Jesu Christi wohl so und dergestalt bemeistern, dass sie mit Paulo sagt: Wir überwinden weit in Allem. Den Unglauben schlägt sie mit einem: Es ist je gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort, dass Jesus Christus in die Welt kommen ist, Sünder selig zu machen, - dermaßen aufs Haupt, dass er sich in langer Zeit nicht wieder im Felde blicken lassen darf; die Sünde schüttelt sie von sich, wie der Adler den Staub von seinen Fittichen. Ein Mut, wie eines jungen Löwen, wohnt in ihrer Brust, und mit einem: Christus ist hier! - bricht sie durch alles durch, bricht hervor wie die Morgenröte, welcher die nächtlichen Schatten weichen, schon wie der Mond, auserwählt wie die Sonne, schrecklich wie Heeresspitzen. Deshalb sagt auch die Kirche: Freue dich nicht, meine Feindin, dass ich darnieder liege; ich werde wieder aufkommen, und so ich im Finstern sitze, so ist doch der Herr mein Licht. (Gottfried Daniel Krummacher)