Lieder zu Psalm 63
Nikolaus Selneccer
Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich.
Abendsegen aus dem 63. Psalm.
Nach eigener Melodie.
Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Daß du unser Erlöser bist,
Und bhütest uns vor aller Gfahr
Durch deiner lieben Engel Schaar.
Halleluja.
2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh,
Ach, rechn es unsrer Seel nicht zu,
Was wir leider gesündigt han,
Vergiebs uns all’s, o Gottes Sohn.
Halleluja.
3. Laß dein Engel stets um uns sein,
Die allzeit uns bewachen fein,
Daß der Teufel hab keine Macht
An uns, weder zu Tag noch Nacht.
Halleluja.
4. Für Feur, für Seel- und Leibesnoth,
Behüt uns lieber Herre Gott,
In beim Namen laß schlafen ein
Uns, deine lieben Kinderlein.
Halleluja.
5. Es gscheh, was mag, wir sind ja dein,
Erlöst durch dein fünf Wunden rein.
Dir leben wir, dir sterben wir,
Dein Kinder sind wir für und für.
Halleluja.
6. Amen, Amen zu guter Nacht,
Der Engel Gottes uns bewacht.
Gott Lob und Dank in Ewigkeit,
Wir gehn zur Ruh ohn alles Leid.
Halleluja.
unbekannt
Gott, Du bist mein Gott, meine Zier,
Ich wache frühe auf zu Dir,
Es dürstet meine Seele
Nach Dir, o Gott!
Hilf meiner Noth,
Daß ich mich nicht so quäle.
2. Nach Dir mein Herz verlanget sehr
Im Lande, da es wüst und leer,
Da gar nicht ist zu sehen
Ein Wasserquell;
Ach, meine Seel,
Die will vor Durst vergehen!
3. Gib mir, daß ich im Heiligthum
Dich möge schaun in deinem Ruhm,
In deiner großen Stärke!
Und deine Macht
Sammt deiner Pracht
Und deine Wunderwerke.
4. Denn deine große Gütigkeit,
Die sich erstrecket weit und breit,
Ist besser denn das Leben.
Mein Mund soll Dir,
Herr, für und für
Lob, Preis und Ehre geben!
5. Also will ich mein Lebelang
Mit einem schönen Lobgesang,
Herr! deinen Ruhm besingen,
Und mich empor
Zum hohen Chor
Der Himmelsbürger schwingen!
6. Wenn dahin sich erhebt mein Herz,
So wird der Geist, befreit vom Schmerz.
Zu großer Freud‘ erhoben;
o daß mein Mund
Dich alle Stund‘
So fröhlich sollte loben!
7. Wenn ich zu Bette lege mich,
So denke ich, mein Gott, an Dich,
An deine große Güte;
Und in der Nacht,
Wann ich erwacht,
So dichtet mein Gemüthe.
8. Denn Du bist meine Hülf‘ allein,
In Dir kann ich vergnüget sein,
Und deiner Flügel Schatten
Der deckt mich zu
In süßer Ruh,
Und labet sanft mich Matten.
9. Zu Dir sich meine Seel gesellt!
Und deine Rechte mich erhält.
Sie aber, die da stehen
Nach meiner Seel,
Die werden schnell
Zur Gruft der Erde gehen.