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Lieder zu Psalm 25

Lieder zu Psalm 25

Johann Anastasius Freylinghausen

1. Mein Geist, o Herr, nach dir sich sehnet,
Nach dir, der du ihm alles bist;
Mein Herz sich hoffend auf dich lehnet,
Fels, der bleibet, wie er ist.
Lass mich mit Schanden nicht bestehen,
Damit mein Feind nicht freue sich;
Vielmehr lass den, der wider dich
Sich fest, mit Schanden untergehen.

2. Denn keiner ist zu Schanden worden
Von Anfang bis auf diese Stund,
Der sich gefunden in dem Orden
Der Gläubigen von Herzensgrund.
Du hast der keinen nie verlassen,
Der dich zu seinem Gott gewählt;
Es hat ihm nie kein Gut gefehlt;
Du hassest nur, die dich, Herr, hassen.

3. Drum wollst du deinen Weg mir zeigen,
Den Weg, der mich zum Leben führt.
Zu deinen Steigen wollst du neigen
Mein Herz, das deine Kraft gerührt.
Lass meinen Fuß ja nimmer wanken
Von Wahrheit und Gerechtigkeit,
Von Unschuld und Gottseligkeit;
Dafür will ich dir immer danken.

4. Gedenk, o Herr, an dein Erbarmen,
Das weder End noch Anfang kennt.
Ach, schau in Gnaden auf mich Armen,
Der sich nach deinem Namen nennt.
Gedenke nicht der Kindheit Sünden
Und was die Jugend hat verschuldt,
Hab aber, Herr, mit mir Geduld
Und lass für Recht mich Gnade finden.

5. Der Herr ist gut, ja selbst die Güte,
Er ist von Herzen treu und fromm,
Leutselig, sanft ist sein Gemüte,
Drum spricht er zu dem Sünder: Komm!
Und leitet ihn auf seinen Wegen,
Die voller Ruh und Sicherheit;
Wer elend ist, sich des erfreut,
Für ihn bei Gott ist lauter Segen.

6. Ach ja, des Herren Weg ist richtig,
Wahrheit und Gnade ist sein Pfad.
Wer fromm ist und zum Glauben tüchtig,
Erfährt es wohl recht mit der Tat.
Der Unglaub ist nur nicht zufrieden,
Der Eigenwill sieht sauer aus,
Gott halte, wie er wolle, Haus;
Drum bleibt er auch von ihm geschieden.

7. Ach, siehe nicht an mein Verbrechen,
Bitt ich nochmals aus Herzensgrund;
Lass es dein strenges Recht nicht rächen,
Gedenke doch an deinen Bund,
Und was du bei dir selbst geschworen,
Dass der, so sich von Sünden kehrt,
Und seinem Fuß vom Unrecht wehrt,
Mitnichten solle sein verloren.

8. Wer fromm ist und den Herren scheuet,
Dem zeiget er den besten Weg;
Sein Geist wird immerdar erfreuet,
Er wandelt auf dem Friedenssteg.
Der Segen kömmt auf seinen Samen,
Des Herrn Geheimnis wird ihm kund,
Der Geist eröffnet seinen Mund,
Zu offenbarn des Herren Namen.

9. Zwar legt des Feindes List viel Netze
Dem, der nur Gott erwählet hat;
Er suchet, wie er ihn verletze
Und Schaden tue früh und spat.
Gott aber wachet für die Seinen,
Gibt sie dem Feinde nimmer preis,
Weil er sie wohl zu schützen weiß,
Er lässt sie nicht vergeblich weinen.

10. Drum will ich mich zu dir auch wenden,
Wenn ich elend und einsam bin;
Du wirst mir Hilf aus Zion senden
Und trösten den geängsten Sinn.
Ja, führe mich aus meinen Nöten,
Vergiss, vergiss die Missetat,
Die dich so hoch betrübet hat,
Dass ich davor nicht dürf erröten.

11. Noch Eins, Herr, will ich von dir bitten:
Bewahre mich durch deine Macht;
Will Gift und Gall der Feind ausschütten,
So hab auf meine Seele Acht.
Lass schlecht und recht sie stets behüten,
Sei gnädig deinem Israel
Und rette deines Volkes Seel
Von aller seiner Feinde Wüten.

12. Ehr sei dem Vater, der regieret
Von Ewigkeit zu Ewigkeit,
Samt seinem Sohne, der uns führet
Aus allem Jammer dieser Zeit.
Der Geist, der Tröster, der uns lehret
Und unsern Geist mit Liebe nährt,
Sei gleichfalls von uns hochgeehrt,
Sein Lob werd immerdar vermehret.

Andreas Knopken

Van allen minschen affgewant
Tho dy myne Seel erhaben
Heb ick allein, o Here myn Godt;
Lath my nicht werden bewagen.
All myn vortruwent steit up dy;
Lath nicht tho schanden werden my,
Dat sick myne viende nicht frouwen.

Dar wert nemandt beschemet stan
Van den, de up dy buwen,
Inn dyner handt se seker ghan,
De koep wert en nicht ruwen.
Vorschamet möthen alle de syn,
De lident an don den armen dyn
Ane recht und alle sake.

Wiß dyne wege, oo Here, my,
Tho dy den stig my lere,
Inn dyner warheit leide my,
Wente du bist, Godt myn Here,
Myn heil unde trost, myn hülp und radt,
Darup ick my alle tidt vorlath
Unde stedes puche unde trotze.

Lath dy, myn Here, tho herten ghan
Unde wil daran gedencken,
Wo all de dynen mit dy stan,
Den du dyne gnade schenckest,
Van ewicheit en uthvorseen,
Bewaret jnn dem rade dyn,
Dorch welcke se salich werden.

Myner jöget unwetenheit
Unde all myner schulde
Wil, Here Godt, yo gedencken nicht,
Sondern na dyner hulde
Myner erbarmen wil yo dy;
Van allen sünden frie my
Umme dyner güde willen.

De Here ys söte unde upgericht
Alle den, de an em hangen;
Wenn se all jn dem wege feilen,
Wert he se doch entfangen
Unde leren en den willen syn,
Geschreven jn er herte syn
Na synem wolgefallen.

Alle wege des Heren sint warheit,
Güde unde blote gnade,
Syne gelöffte holdt he truwelick
Unde gifft se den gar drade,
De fragen na dem worde syn
Unde löven, wat he lavet darin,
Als uns de schrifft affmalet.

Umme dynes namen willen, o Here,
Gnade myner sünde.
Ick früchte my, es ys gar vel
Unde wassen alle stunde.
Darumme my dyn gesette lere,
Dat ick den weg mach utherwelen,
De dy ys wolgefellich.

Des minschen Seele, de God früchtet,
Wert syne güder erven,
All de ym geloven em volgen na,
De werden nicht vorderven.
De Here ys er vorborgen schild,
Syn Testament he en öpen wil
Und synen geist en geven.

Myn ogen stedes sint tho dy,
O Here Godt, gerichtet,
Dat du helpest uth dem nette my,
Darin ick bin vorstricket.
Er barm dy myner unde see my an,
Went arm bin ick, van yederman
Sta ick ock gantz vorlaten.

Mynes herten wee ys mannigerley,
Uth myner nodt my redde
Schouw an, wo ick vornichtet bin,
Van arbeide gantz ligge nedder.
Darumme giff tho de sünde myn,
See an, wo veel der viende syn,
De my ane sake vorfolgen.

Beschütte myne Seel unde dedde my,
Dat ick nicht werde beschamet;
Myn höpen steit allein up dy,
Des frouwen sick de framen.
So help nu, God, uth aller nodt
Israel dynem armen hupen,
De dy allein anhanget.

Johann Kolross

Ab te Domine leuaui animam.

HErr, ich erheb mein seel zu dir!
mein Gott, auff deine güte
Hoff ich allein auß hertzen bgir,
vor schand du mich behüte!
Damit nit meine feinde sich
erfröuwend allzeit über mich,
dann keiner wirdt zu schanden,
der auff dich harrt, schendst aber die,
welche on ursach schmähend hie
dein volck in allen landen.

O Herre, dein weg zeig du mir an
unnd laß mich nicht mer jrren!
Weiß mich allzeyt auff deine ban,
und laß mich nit verwirren
Durch menschen gsatz, gebott unnd leer,
auch mich selbs nit verfüren mer,
in dinr warheit mich leite,
unnd leer mich halten dein gebott,
du bist allein mein heil, O Gott,
sthets ich dein wart und beidte!

Gedenck an dein barmhertzigkeit,
auch, Herr, an all dein güte,
Die vor der welt her seind bereit,
vor sünden mich behüte;
Gedenck nit der grossen sünde mein,
die ich hab thon von dem ich bin
geweßt ein kleines kinde,
Sunder nach der erbarmung dein
und güte wölst gedencken mein,
das ich gnad bei dir finde.

Dann du, Herr, bist gerecht und gut,
darumb kanst nicht lassen
Den sünder, der dich bitten thut,
zeigst du die rechten straasse.
Du leitest die ellenden recht,
die von der welt gar seind verschmächt,
dein weg thust du sie weisen;
all deine steig seind gut und trew
denen, die deine zeugnus frey
und pundt zhalten sich fleissen.

Umb deines namens willen, Herr,
laß nach mein grosse schulde!
Dann wer dich förcht und sucht dein ehr,
der bleibt in deiner hulde;
Den weg wirst du jhm zeigen wol,
der dir gfalt, den er wandlen sol,
seinr seel wirt guts zu lohne;
Sein kind, die dir vertrauwet hand,
werden besitzen das globt land
bey dir im himmels throne.

Herr, dein geheimnus ist bey den,
die dich förchten alleine,
Dein pundt gibst ihnen zuuerston,
machst sie von sünden reine.
Mein augen sehend stehts auff dich,
mein füß reiß uß dem strick, bitt ich,
kör dich zu mir mit gnaden!
Dann ich bin einsam, arm und bloß,
angst meines hertzens die ist groß:
für mich auß meinem schaden!

Sich an mein ellend, dürfftigkeit,
verzeich mir all mein sünde!
Sich, das meinr feind vil seind bereit,
mich frefflich hassen gschwinde.
Bewar mein seel, errette mich,
damit nicht kumm zu schanden ich!
auff dich trauw ich alleine.
Gantz schlecht und grecht bhüt mich, o Gott,
ich harr uff dich, uß aller not
erlöß dein Christlich gmeinde!

Dem Herren Gott von himmelreich
lob, ehr und preis ich leiste,
Gott Vatter, Gott dem Son desgleich
und Gott dem heiligen Geiste!
Sein herrligkeit, barmhertzigkeit,
Großmächtigkeit und heiligkeit
seind ewig und on ende;
Heilige dreyheit, einiger Gott,
in aller trübsal, angst und not
den tröster uns zusende!

Cyriakus Spangenberg

Nach dir, o Herr, verlanget mich!
Mein Gott, auf den ich traue!
Laß mich zu Schanden werden nicht,
Daß sich mein Feind nicht freue!
Denn keiner wird zu Schanden gar,
Der deiner harret, das ist wahr!
Wer dich veracht’t, hat Schande.

Herr, zeig mir deine Wege gut,
Und deine Steig mich lehre!
Halt mich in deiner Wahrheit gut,
Und mich zu dir bekehre!
Denn du bist ja der wahre Gott,
Der mir stets hilft aus dieser Noth,
Täglich will ich dein harren.

Gedenk an dein Barmherzigkeit
Und an dein große Güte,
Die du gehabt von Ewigkeit!
Vor Sünden mich behüte!
Gedenk auch nicht der Sünden mein,
Die jung von mir begangen sein,
Vergib die Uebertretung!

O barmherziger Gott, denk mein
Um deiner Güte willen!
Denn du, Herr, bist gut, fromm und fein,
Den Sünder führst du stille
Den allerbesten Weg so schlecht
Und leitest die Elenden recht
Und lehrest sie dein Steige.

Der Weg des Herrn ist eitel Gut,
Dabei Wahrheit thut walten,
Denn er sein‘ heil’gen Bund behüt‘
Und die sein Zeugniß halten.
Um deines Namens willen, Gott,
Sei gnädig meiner Missethat,
Die da groß ist ohn Maßen!

Wer ist der, der den Herren förcht‘?
Dem wird er sein Weg weisen,
Sein Seel wird, so er nur gehorcht,
Wohnen bei Gott mit Preisen,
Sein Sam’n das Land besitzen wird;
Gottes Geheimniß den‘ gebührt
Zu wissen, die ihn fürchten.

Mein Augen sehen stets zu dem Herrn,
Der wird mein Fuß fein ziehen
Wohl aus dem Netz; wollst ja nicht fern,
Mein Gott, jetzt von mir fliehen!
Sei gnädig mir, dich zu mir wend!
Denn ich bin einsam und elend,
Groß ist die Angst meins Herzens!

Herr, führ mich aus meinen Nöthen,
Schau mein’n Jammer, Elende!
Daß mich meine Sünd nicht tödten,
Vergib mir sie behende!
Sieh, meiner Feind, der sind so viel
Und hassen mich nur aus Muthwill‘:
Mein Seel vor ihn‘ bewahre!

Errette mich aus aller Noth,
Daß ich nicht werd zu Schanden!
Denn auf dich trau ich, lieber Gott!
Recht und schlecht mich im Lande
Behüten muß, denn ich harr dein“
Ach Gott, erlös Israel fein
Aus allen seinen Nöthen!

Burkard Waldis

Gebetpsalm, daß Got regieren, sünde vergeben, trösten vnd erretten wölle.
1. An allen menschen gar verzagt
zu dir mein seel wil geben,
HERR, Got, auff dich hab ichs gewagt,
erhalt mich bei dem leben,
All mein zuflucht stell ich an dich,
laß nit zuschanden werden mich,
daß sich mein feind nit frewen.

2. Es wirt niemand verschämet stehn
von den die auff dich bawen,
An deiner hand sie sicher gehn,
der kauff wirt sie nit rawen,
Verschämet müssen all die sein
die leyd anthun den armen dein
vn recht vnd all vrsachen.

3. Zeyg mir den weg der grechtigkeyt,
den steyg zu dir mich lere,
Vnd leyte mich in deinr warheyt,
dann du bist Got mein HERRE,
Mein heyl vnd trost, mein hülff vnd rath,
daran mein seel ein gfallen hat
vnd stedtig darauff trutzet.

4. Laß dir, mein Gott, zu hertzen gehn
vnd wöllst daran gedencken,
Wie all die deinen mit dir stehn
den du dein gnad thust schencken,
Von Ewigkeyt in auß ersehn,
bewaret in dem rathe dein,
da durch sie selig werden.

5. Meiner jugent vnwissenheyt
vnd aller meiner schulde
Gdenck nit, mein Got, sie sind mir leyd,
sonder nach deiner hulde
Wöllstu, O HERR, erbarmen dich,
von allen sünden freien mich
vmb deiner güte willen.

6. Der HERR ist gut, richtig vnd süß
allen die an jm hangen.
Ob auff dem weg schon gleit jr füß,
wirt Er sie doch empfangen
Vnd leren sie den willen sein,
geschriben in jr hertze fein
nach seinem wolgefallen.

7. Des HERREN weg sind stedts gestelt
auff warheyt, guad vnd güten,
Den seinen Er die zusag helt
vnd wils dabei behüten
Die fragen nach dem worte sein
vnd glauben was Er lobt darinn,
wie vns die schrifft vermeldet.

8. Vmb deines Namens willn, O HERR,
biß gnedig meiner Sünde.
Sie wächst vnd mehrt sich immermehr
vnd schreckt mich alle stunde.
Drumb leer mich dein gesetz all tag,
daß ich den weg erwelen mag
der dir ist wolgefellig.

9. Wer lebet in der Gottes forcht
wirdt seine güter erben,
Wer im glauben seim Wort gehorcht
die sollen nicht verderben,
Der HERR ist jr verborgen schildt,
sein Geheymniß Er jn vermeldt
die nach seim willen leben.

10. Mein augen sind all zeit zu dir,
o HERR, mein Got, gerichtet,
Daß du helffst auß dem netze mir
dern die mich han vernichtet.
Erbarm dich mein vnd sih mich an,
dann arm bin ich, von iederman
auch gar vnd gantz verlassen.

11. Meins hertzen weh richt mich ietz hin,
komm, HERR, vnd tröst mich wider.
Schaw, wie ich gar vernichtet bin,
im elend lig darnider.
Darumb vergib die Sünde mein,
sih an, wie vil der feinde sein
die mich on sach verfolgen.

12. Beschütz mein seel vnd rette mich,
laß mich nit gar verkommen.
Meinn trost setz ich allein auff dich,
des frewen sich die frommen,
So komm bald, HERR, vnd hilff vns auff,
Israel, deinem armen hauff,
der dir allein anhanget.

13. Got Vatter, Son vnd Heilgem geist
wöllen wir ewig preisen,
Sein wolthat rhümen allermeist
die er vns thut beweisen,
Der vns auff erden gnug beschert,
die seel auch ewig dort ernert,
dem singn wir Haleluia.

Predigten

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