Lieder zu Psalm 12

Matthäus Greiter

ACh Got, wie lang vergissest mein
gar noch biß an das ende?
Ach got, wie lang das antlitz dein
thustu doch von mir wenden!
Wie lang sol ich selbst ratten mir,
in meiner seel ein schmertz gebir
den gantze tag im hertzen.

Wie lang wirdt doch mein feindt erhöcht?
sich, got, thu mich erhören!
Erleucht auch meine augen recht
und thu mich, Herr, geweren,
Das ich nicht in dem todt entschlaff
und das mein feindt nit arges schaff,
sprech, hab mich uberwunden!

Und ob ich viel in sündt und laid,
mein feindt wurdt sich erspringen.
Ich hoff in dein barmhertzigkait,
dem Herren wil ich singen.
Mein hertz frewt sich in deinem hail,
der mich begabt mit guttem tayl,
sein namen wil ich preysen.

Dem herren got von hymelreich
lob, eer und preyß ich leyste,
Got vatern, Got dem sun desgleich
und got dem heylgen geyste.
Sein herrligkait, barmhertzigkait,
großmechtigkait und heyligkait
sind ewig und on ende.

Martin Luther

1. Ach Gott, vom Himmel sieh darein
Und laß dich das erbarmen,
Wie wenig sind der Heiligen dein,
Verlassen sind wir Armen.
Dein Wort man läßt nicht haben wahr,
Der Glaub ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.

2. Sie lehren eitel falsche List,
Was eigen Witz erfindet,
Ihr Herz nicht eines Sinnes ist
In Gottes Wort gegründet.
Der wählet dies, der ander das,
Sie trennen uns ohn alle Maß
Und gleißen schön von außen.

3. Gott wollt ausrotten alle Lahr,
Die falschen Schein uns lehren,
Dazu ihr Zung stolz offenbar
Spricht: Trotz, wer wills uns lehren!
Wir haben Recht und Macht allein,
Was wir setzen, das gilt gemein,
Wer ist, der uns sollt meistern?

4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein,
Die Armen sind verstöret.
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,
Ich hab ihr Klag erhöret.
Mein heilsam Wort soll auf den Plan,
Getrost und frisch sie greifen an
Und sein die Kraft der Armen.

5. Das Silber, durchs Feuer siebenmal
Bewähret, wird lauter funden;
Am Gotteswort man warten soll
Desgleichen alle Stunden.
Es will durchs Kreuz bewähret sein,
Da wird sein Kraft erkannt und Schein
Und leucht stark in die Lande.

6. Das wollst du, Gott, bewahren rein
Vor diesem argen Gschlechte
Und laß uns dir befohlen sein,
Daß sichs in uns nicht flechte.
Der gottlos Hauf sich umher findt,
Wo diese lose Leute sind
In deinem Volk erhaben

Burkard Waldis

(Ein gebet psalm, wider die falschen lerer vnd feind, daß Got durch sein Euangelion allem irthumb vnd jamer wehren wölle.
1. Hilff, HERR, sich drein in solcher fahr,
erbarm dich deinr gemeine!
Wie sehr nimpt ab die Christlich schar,
dein heufflin wirt gar kleine,
Es ist dein Wort verachtet sehr,
man predigt eitel vnnütz ler
vnd‘ den menschen kinden.

2. Sie reden all auß falschem mund
mit vneynigem hertzen,
Ir ler steht loß, hat keinen grund,
den gwissen macht sie schmertzen,
Mit Fegfewr, Ablaß, Meß vnd Bann
die gantze welt verfüret han,
das laß dich, HERR, erbarmen.

3. Du, HERR, rott auß all heuchelei,
steur den trutzigen zungen
Die vns durch list vnd Tyrannei
von deinem wort gedrungen:
Sie sprechen stolz vnd vnuerschampt
›wir haben recht vnd das Leer Ampt,
es darff vns niemand wehren.‹

4. Weil dann das elend heufflin klein
veracht ist vnd zerstöret,
So wirdt Got selber Richter sein,
ir klag hat Er erhöret,
Sein Wort läßt leren frisch getrost,
das vns von jrem strick erlost
vnd tröstet die gewissen.

5. Das silber, offt durchs feur bewert,
wirt lauter vnd gantz reyne,
Des gleich veruolgt man hie auff erd
Gots wort vnd sein Gemeyne:
Im Creutz beweist das Wort sein krafft,
das grossen nutz bein leuten schafft,
leucht hell in allen landen.

6. Dabei wölstu vns, Herre Gott,
in einfalt reyn behüten
Vor dieser verfürischen Rott,
für jrer list vnd wüten:
Dann wo der Gotloß hauff regiert,
da wirt dein volck genarrt, verfürt
in ein Abgöttisch wesen.

7. Got Vatter, Son, Heiligem geist,
im einfaltigen wesen,
Der vns sein wort hie glauben heyßt
all die Er hat erlesen,
Von Ewigkeyt jm außerwelt,
auß gnad für kinder hat gezelt,
dem sei lob, preiß vnd Ehre.

Predigten

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