Hiob 19,25
Andachten
Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und Er wird mich hernach aus der Erde auferwecken.
Ein heller Lichtblick des tiefgeprüften Hiob in seine ewige Zukunft. Er schaut im Geist seinen Erlöser, wie der sterbende Jakob, während er seine Söhne segnete, ausrief: Herr, ich warte auf dein Heil. Auch Hiob hat unter den Schlägen Satans sein Herz auf eine andere Weise, als früher, Gott zugewendet; seine eigene Gerechtigkeit ist unter seinen Leiden ihm ausgegangen, er braucht eine andere, und wo das Erlösungsbedürfnis endlich auf dem Herzensgrunde lebendig wird, da kann auch der Erlöser selbst dem Sünder sich enthüllen und mit einer seligen Auferstehung ihn trösten. Solche Gnadenblicke hatten auch die Heiligen des alten Bundes, denen noch nicht erschienen war, was seitdem unsere Augen geschaut und unsere Hände betastet haben. Auch Hiob brauchte einen Erlöser oder Blutbürgen; er durfte ihn ergreifen in seinen Schmerzen und ihm seine Sache befehlen. Wie gewisser noch als Hiob darf ein Kind des neuen Bundes auf den auferstandenen Blutbürgen schauen und in diesem Blick das ewige Leben finden! Wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, der hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tage, sagt Christus. Der Glaube, in seiner tiefsten Erfahrung, ist ein Wissen. Wir wissen, sagt Johannes, dass wir aus dem Tod in das Leben gekommen sind. Dieses Wissen ist das seligste, wenn es ein Bezeugen des Geistes von unserer Auferstehung ist. Auf dem Sterbebett kann dieses Geisteszeugnis schon ein halbes Schauen werden. Stephanus sah die Herrlichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes. Manchem Sterbenden ist dieselbe Gnade widerfahren, und dahin muss unser Glaube streben, dass er ein Wissen wird, und dass wir alle unsre geistigen Erfahrungen in der einen zusammenfassen können: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken. (Friedrich Lobstein)