Hiob 13,25
Andachten
Willst du wider ein fliegend Blatt so ernst sein und einen dürren Halm verfolgen?
Wenn Hiob seinen mit Schwären bedeckten Leib ansah, oder auf seine Freunde blickte, die ihm keine Ruhe ließen, so mochte es ihm wohl zumute sein, als wäre er nur ein welkes Blatt. Mancher unter uns ist gewiss durch die Arbeit des Heiligen Geistes so demütigen Sinnes geworden, dass er sprechen kann: O Herr, wenn ich mich recht erkenne, so bin ich wie ein welkes Blatt. Einst hielt ich mich für frisch und grün und so gut wie andre; aber du hast so mit mir gehandelt, dass das grüne Laub meiner vermeintlichen Frömmigkeit abgefallen und verwelkt ist. Nun weiß ich, dass ich unrein bin und dass meine Gerechtigkeit nur ist wie ein unflätig Kleid. Die Hoffnung, an der ich hing wie das Blatt am Baume, habe ich fahren lassen müssen. Ich bin vom Baum der guten Werke weggeweht worden. Ich traute mir alles zu, nun aber sehe ich, dass ich ohne Christus nichts tun kann. Ich bin der Sünde preisgegeben wie das Laub dem Winde. Wie gut, wenn wir so unsre Schwäche erkennen! Den Sünder leer zu machen leer an Torheit, Eitelkeit und Hochmut, das ist ein schweres Werk, das nur der Heilige Geist vollbringen kann; nur er kann das Herz so erleuchten, dass es seinen gänzlich verlorenen und verderbten Zustand erkennt. Aber ehe ein Mensch zu solcher Erkenntnis kommt, kann er nicht ins Himmelreich eingehen. Nur die, die einmal gesprochen haben: „Vergib mir meine Missetat, die da groß ist,“ können. im Himmel singen: „Dem, der uns geliebt hat und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut, demselbigen sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Charles Haddon Spurgeon)