2. Chronik
Andachten
“HErr, es ist bei Dir kein Unterschied, zu helfen unter Dielen, oder da keine Kraft ist.“
Also Kraft ist keine auf unsrer Seite nötig, wenn uns geholfen werden soll; das macht dem lieben Gott gar nichts aus. Es kann Niemand sagen: „Ach, HErr, ich bin viel zu schwach; bei mir hilft's nicht mehr.“ Ein Mensch kann oft denken, wegen seiner Schwäche komme die Hilfe nicht, und stoßt sich arg an seiner Schwäche, dass er an dieser seiner Schwäche allen Glauben verliert, und der einzige Jammer für ihn immer nur die Schwäche, und nichts als die Schwäche ist. Aber da muss man lernen, gerade auch die Schwäche in die Hand des HErrn zu legen, und sich durch seine sonstige Schwäche nicht auch im Glauben schwach machen lassen. Das ist dem lieben Gott beim Helfen ganz einerlei, ob du schwach bist oder ein Mensch wie ein Bär; Er kann dennoch helfen. Also die Schwachen dürfen nicht verzagter sein, als die Starken. Wenn z. B. ein Schwaches und ein Starkes einerlei Last trägt, so darf das Schwache vom Starken nicht denken: „Ja, das glaub' ich, Du kannst das schon! aber ich, ich habe keine Kraft mehr zum Tragen.“ Das taugt nichts. Der Heiland kann den Schwachen helfen wie den Starken, und ohne Seine Hilfe bringt's ohnehin auch der Starke nicht weit. Also dem HErrn ist's immer möglich, zu helfen. Nur freilich ist augenblicklich die Zeit der Wunder noch nicht da; dann muss mans oft nehmen, wie's eben kommt. Aber stecken bleibt doch keins, das dem HErrn vertraut. Ja, der Heiland kann helfen und kann allen helfen! (Christoph Blumhardt)