2. Könige 6,16
Andachten
Er sprach: Fürchte dich nicht; denn derer ist mehr, die bei uns sind, denn derer, die bei ihnen sind.
Rosse und Wagen und ein großes Heer schlossen den Propheten in Dothan ein. Sein junger Diener war voll Schrecken. Wie konnten sie einer solchen Macht Bewaffneter entgehen? Aber der Prophet hatte Augen, die sein Diener nicht hatte, und er konnte ein größeres Heer mit weit besseren Waffen sehen, das ihn vor allem Schaden bewahrte. Rosse von Feuer sind mächtiger, als Rosse von Fleisch, und feurige Wagen sind den eisernen weit vorzuziehen.
Ebenso ist es zu dieser Stunde. Die Gegner der Wahrheit sind zahlreich, einflussreich, gelehrt und listig; und der Wahrheit ergeht es schlecht in ihren Händen; und doch hat der Mann Gottes keine Ursache zum Zittern. Sichtbare und unsichtbare Kräfte der gewaltigsten Art sind auf Seiten der Gerechtigkeit. Gott hat Heere im Hinterhalt, die sich in der Stunde der Not zeigen werden. Die Mächte, die auf Seiten des Wahren und Guten sind, übertreffen weit die Mächte des Bösen. Lasst uns deshalb den Mut aufrecht halten und mit dem Schritt derjenigen wandeln, die ein fröhliches Geheimnis besitzen, das sie über alle Furcht hinausgehoben. Wir sind auf der gewinnenden Seite. Der Kampf mag schwer sein, aber wir wissen, wie er enden wird. Der Glaube ist, da er Gott mit sich hat, klar in der Majorität: Derer ist mehr, die bei uns sind, denn derer, die bei ihnen sind. (Charles Haddon Spurgeon)
Fürchte dich nicht; denn derer ist mehr, die bei uns sind, denn derer, die bei ihnen sind. Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm die Augen, dass er sehe! Da öffnete der Herr dem Knaben seine Augen, dass er sah; und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.
Dein Prophet Elisa war in großem Gedränge. Der Syrer König sandte nach ihm aus Rosse und Reiter, ihn zu fangen. Die umlagerten die Stadt Dothan, in welcher der Prophet sich befand, dass an ein Entrinnen für ihn nicht zu denken war. Da entfiel seinem Diener das Herz. Der Prophet aber tröstete ihn und sprach: Fürchte dich nicht! Von denen der Prophet sich umgeben wusste und geschützt, die sah auf seine Fürbitte des Dieners Auge, die Streiter Gottes, die starken Engel, die Gottes Befehle ausrichten. Der ganze Berg erschien voll feuriger Rosse und Wagen. Dem Propheten wurden sie zum Schuh gesandt. Auch mit dir, Herr Jesu, standen die Engel in Gemeinschaft und waren dir zum Dienst bereit. Als du, der Heiligste unter allen Menschenkindern, in deiner Knechtsgestalt einhergingst auf Erden, da fuhren die Engel Gottes hinauf und herab auf dich und dienten dir. Aber auch die seligen Vollendeten standen in Verbindung mit dir und beugten sich in den Staub vor deiner Majestät und Größe. Sie nahmen den freudigsten Anteil daran, als durch dich alles erfüllt wurde, was ihr Mund im Namen des Herrn als Befehl oder Verheißung geredet und ihr Herz als seine gewisse Zusage und Gnade geglaubt und gehofft hatte voll Zuversicht. Auf dem Berge der Verklärung, als dein Angesicht leuchtete wie die Sonne und deine Kleider weiß wurden als ein Licht, da erschien Moses, der Knecht Gottes, der Mittler des ersten Bundes. Da erschien neben ihm zugleich Elias, der mächtigste Prophet in Wort und Tat, der Eiferer für den Bundesgott Israel. Sie standen bei dir, als Boten aus dem Himmel, als Zeugen deiner Herrlichkeit, als an seiner Freude sich beteiligende Freunde des Bräutigams. Wie nahe berühren sich also Himmel und Erde, dass die Himmlischen teilnehmen an den Freuden und Leiden, an den Kämpfen und Siegen der Irdischen! Wie erheitert sich der Blick, den unser Glaube tut in die unsichtbare Welt, dass uns offenbar wird, wer deine Siege mitfeiert, Herr Jesu, und sich mit freuet unserer Erlösung. Preis sei dir, Anbetung und Ehre! Wir erkennen, wie groß und herrlich du bist. Alle Engel Gottes beten dich an und auch die Ältesten beugen ihre Knie in den Staub und werfen ihre Kronen nieder vor dir. Aber auch Heil uns! Wir erfahren, wer überall und immer uns nahe ist zu Hilfe und Schutz, wer uns begleitet auf allen unseren Wegen. Deine heiligen Engel sind es, die du zu Winden, und deine Diener, die du machst zu Feuerflammen. Darum fürchten wir uns nicht, ob sich auch, gleichwie gegen deinen Knecht, den Propheten Elisa, ein ganzes Heer wider uns lagerte und rufen getrost: Derer sind mehr, die bei uns sind, denn derer, die bei unseren Feinden sind! Der Engel des Herrn lagert sich um die her, welche ihn fürchten! Ach Herr, lass uns und alle die Unsern auch heute deinem treuen Aufsehen und Schutze befohlen sein. Gib uns, gib ihnen heute, wie alle Tage, deine guten Engel zum Geleite. Amen. (Carl Gottlieb Just)