2. Samuel 24,10
Andachten
Und das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war.
Die Zählung des Volkes war deswegen eine so große Versündigung an Gott, weil sie aus Stolz und Vermessenheit hervorging. Dies zog aber ein schweres Gericht nach sich. Wenn wir den Versuchungen des Satans übergeben werden, so ist dies immer eine schwere Strafe Gottes. Darum wandle immerhin in der Furcht des Herrn, so wird dich der Satan nicht reizen, wenigstens wirst du seinen Reizungen leicht widerstehen können. Barmherziger und gerechter Gott, wir bitten dich, bewahre uns durch deinen guten Geist vor aller satanischen und fleischlichen Versuchung, und gib, dass wir uns durch keine Vermessenheit und Stolz so sehr betören lassen, dass wir wider dich sündigen. Wende aber auch deine, obschon wohl verdiente Strafen von uns und lass uns durch das Versöhnopfer deines Sohnes Jesu Christi im Glauben vollkommen mit dir ausgesöhnet werden. (Aus Pfaff's Bibelwerk.)
Und das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war. Und David sprach zum HErrn: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe; und nun, HErr, nimm weg die Missetat Deines Knechts; denn ich habe sehr töricht getan. Und da David des Morgens aufstand, kam des HErrn Wort zu Gad, dem Propheten, Davids Seher, und sprach: Gehe hin, und rede mit David: So spricht der HErr: „Dreierlei bringe Ich zu dir; erwähle dir deren eines, das Ich dir tue.“ Gad kam zu David, und sagte es ihm an, und sprach zu ihm: Willst du, dass sieben Jahre Teuerung in dein Land komme? oder, dass du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen musst, und sie dich verfolgen? oder, dass drei Tage Pestilenz in deinem Lande sei? So merke nun und siehe, was ich wieder sagen soll Dem, der mich gesandt hat. David sprach zu Gad: Es ist mir fast angst; aber lass uns in die Hand des HErrn fallen, denn Seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht in der Menschen Hände fallen. Also ließ der HErr Pestilenz in Israel kommen, von Morgen an bis zur bestimmten Zeit, dass des Volks starb, von Dan an bis gen Beer-Seba, siebzig tausend Mann. Und da der Engel seine Hand ausstreckte über Jerusalem, dass er sie verdürbe; reute es den HErrn über dem Übel, und sprach zu dem Engel, zu dem Verderber im Volk: Es ist genug, lass nun deine Hand ab. Der Engel aber des HErrn war bei der Tenne Arafnas, des Jebusiters. David aber, da er den Engel sah, der das Volk schlug, sprach er zum HErrn: Siehe, ich habe gesündigt, ich habe die Missetat getan; was haben diese Schafe getan? Lass Deine Hand wider mich und meines Vaters Haus sein. Und Gad kam zu David zu derselben Zeit, und sprach zu ihm: Gehe hinauf, und richte dem HErrn einen Altar auf in der Tenne Arafnas, des Jebusiters. Also ging David hinauf, wie Gad gesagt, und der HErr geboten hatte. Und da Arafna sich wandte; sah er den König mit seinen Knechten zu ihm gehen, und betete an auf seinem Angesicht zur Erde, und sprach: Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knechte? David sprach: Zu kaufen von dir die Tenne, und zu bauen dem HErrn einen Altar, dass die Plage vom Volk aufhöre. Aber Arafna sprach zu David: Mein Herr, der König, nehme und opfere, wie es ihm gefällt; siehe, da ist ein Kind zum Brandopfer, und Schleifen, und Geschirr vom Ochsen zu Holz. Alles gab Arafna, der König, dem Könige. Und Arafna sprach zum Könige: Der HErr, dein GOtt, lasse dich Ihm angenehm sein. Aber der König sprach zu Arafna: Nicht also, sondern ich will dir's abkaufen um sein Geld; denn ich will dem HErrn, meinem GOtt, nicht Brandopfer tun, das ich umsonst habe. Also kaufte David die Tenne und das Kind um fünfzig Schekel Silbers. Und baute daselbst dem HErrn einen Altar, und opferte Brandopfer und Dankopfer. Und der HErr ward dem Lande versöhnt, und die Plage hörte auf von dem Volke Israel.
Lieber Christ, der Landes-Buß- und Bettag ist zu einer Zeit eingesetzt, in der man noch wusste, was es heißt, unter dem Zorne GOttes leben, und da man noch erkannte, wie die Strafen GOttes der Sünde auf dem Fuße folgten. Unser Volk will nun von Bußetun Nichts wissen, denn es sieht im Leben nicht mehr die allmächtige Hand GOttes, die den Sünder um seiner Sünde willen straft. In dem Leben der meisten Leute ist jetzt Alles Zufall. Sie haben ihren GOtt aufs Altenteil gesetzt und da meinen sie, sie könnten jetzt selbst die Welt bewirtschaften, und Er dürfe Sich jetzt nicht mehr um die Wirtschaft der klugen Kinder bekümmern. Wir aber wissen, dass die Sache sich ganz anders verhält. Wir sehen noch immer, dass Gott im Regimente sitzt, die Seinen segnet, und die Bösen straft.
Sehen wir doch jetzt, wie GOtt die Ruten wieder gebraucht gegen Seine ungehorsamen Kinder. Die Schandtaten, welche aller Orten gen Himmel schreien, legen laut Zeugnis ab gegen eine ungläubige Welt. Jeder erbebt vor diesem Abgrunde und fragt sich mit Angst, was doch werden soll, wenn diese Scharen der Ungläubigen, welche sich über die ganze Welt ausbreiten, überall die Macht an sich reißen. Ist es uns nicht, als ob die Hölle alle Naturkräfte in ihren Dienst gezogen, zur Verwüstung des Menschengeschlechts? Nun sieh', wohin wir kommen, wenn die Hölle entfesselt wird, und dann sage dir, wir haben wahrlich auch Ursache, auf unserer Hut zu sein. Wir haben wohl Ursache, Landes-Buß- und Bettag zu feiern, denn die Mächte des Unglaubens und der Gottlosigkeit werden auch unter uns lebendig. Auch wir treiben dem Abgrunde zu, wenn GOttes rettende Hand nicht hilft. Wir sehen ja, wie überall dies Bekenntnis sich regt: So geht es nicht mehr weiter! Aber hüten wir uns, dass wir uns nicht mit der Abstellung unserer Übelstände begnügen, denn nicht dadurch rodet man das Unkraut aus, dass man ihm den Kopf abschneidet, sondern allein dadurch, dass man es mit der Wurzel ausreißt. Und diese Wurzel ist der Unglaube.
Auch in unserem Lande erkennt man noch immer nicht, dass dies Unkraut mit der Wurzel auszurotten ist. Auf unsern Kanzeln werden ungläubige Pastoren geduldet, in den Schulen ungläubige Lehrer, auf den Kathedern ungläubige Professoren! Ach, lieber Christ, sage doch nicht, dafür sind die verantwortlich, welche dazu gesetzt sind, die Wacht zu üben. Dafür sind wir Ale verantwortlich, denn ohne unser Zutun konnte es nie geschehen. Herrschen sonst ungesunde Zustände im Kommunal- und Staatsleben, dann ruhen die Bürger nicht, bevor dieselben beseitigt sind. Wir haben es erlebt, dass, als in einiger Entfernung vor einer Stadt unseres Landes gefahrdrohendes Sprengmaterial lagerte, die Bürger sich an alle möglichen Instanzen gewandt haben, um die Wegschaffung dieses Materials zu erreichen. Also wenn es sich um den Unglauben handelt, dann sind wir leicht zufrieden gestellt. Wenn wir heute Alle zusammentreten und sprechen: Der Unglaube ist für uns Alle gefahrdrohend, er muss fort, wir haben ein Recht, dieses zu fordern, denn wir müssen mit leiden unter den Folgen desselben, dann würden wir sicherlich unseren Zweck erreichen. Vor der Wucht des Volksunwillens würde Niemand es wagen, den Unglauben in Schutz zu nehmen. Aber uns geschieht schon recht, wenn wir gestraft werden um des Unglaubens anderer Leute willen. Darum gilt es, dass wir beweisen, wes Geistes Kinder wir sind. Wir sind zu mutlos, wir sind zu verzagt. Darum wollen wir unsere Stimmen erheben und laut fordern: Fort mit dem Unglauben, er ist eine Pest für unser Land. Wenn wir Seuchengesetze und Gesetze gegen die Nahrungs-Verfälschung, über die Aufbewahrung von Giften, über die Verabreichung von Heilmitteln besitzen, dann wollen wir auch Schutz gegen den gefährlichsten Feind, welcher Alter und Jugend, Alles verdirbt, nämlich den Unglauben.
Nun denn, so lasst uns neuen Mut sammeln und Front machen gegen unser Verderben, damit das Schwert des HErrn in seine Scheide fahre und uns nicht treffe. Wir hören aus unserem Texte, wie es David gemacht, als einst um seiner Sünde willen zurückwich. Er spricht auch gerne zu uns: Wenn Ich für euch bin, wer darf dann wider euch sein! Amen. (Johannes Paulsen)