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2. Samuel 12,13

2. Samuel 12,13

Andachten

“David sprach zu Nathan: Ich habe gesündigt wider den HErrn. Nathan sprach zu David: So hat auch der HErr deine Sünde weggenommen, du wirst nicht sterben.“
Ein Großer lässt sich sonst nicht leicht sagen: Du bist der Sünder! er braust auf, auch wenn er der Sünder ist. David aber kann sich demütigen und es bestätigen: „Ja, ich habe gesündigt“. Da muss man nun nicht denken, es sei alles so rasch zugegangen, wie's hier steht. Sondern mit dem Bekenntnis seiner Schuld hat's bei David zugleich eine große Bewegung gegeben, dass er die Hände rang, verzweifeln wollte und sagte: „Jetzt bist du ein Kind des Todes, jetzt ist alles verspielt, jetzt hast du deinen Gott und alle seine Verheißungen verloren und verscherzt!“ Von dem allem war Nathan, und vielleicht noch mancher Andere, Augen- und Ohrenzeuge. Nun bekommt Nathan eine innere Weisung durch den Geist, dass Gott dem David gnädig sein wolle, und zugleich die innere Freiheit, ihm zu sagen: „So hat auch der HErr deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben“. Eigentlich hätte David sterben sollen. Denn alle die, welche solche Sünden, wie die Sünde Davids, getan hatten, sollten von der Obrigkeit mit dem Tode bestraft werden; geschah das nicht, so sollten sie durch Gott sterben d. h. ausgerottet werden aus der Gemeine. David aber hat nun nicht sogleich sterben müssen; Gott ist ihm wieder gnädig gewesen. Aber an David sollen wir sehen, wie ernst Gott es mit der Sünde nimmt und wie gründlich und völlig die Buße namentlich über schwere oft ganz im Verborgenen begangene Sünden sein muss, wenn's zu augenblicklicher und völliger Vergebung und gänzlicher Beruhigung des Gewissens kommen soll. (Christoph Blumhardt)


David sprach zu Nathan: Ich habe gesündigt wider den HErrn! Nathan sprach zu David: So hat auch der HErr deine Sünde weggenommen, du wirst nicht sterben.“
Gott hat dem David die Sünde weggenommen, dass er nicht sterben durfte, weil er Buße tat. Aber der Nämliche ist David doch von jener Zeit an nicht mehr gewesen. Seine Geschichte wird von da an ein wenig schwermütig, der Abfall Absaloms kommt über ihn, auch sonstige Sünden seiner Kinder bereiten ihm viel Herzweh, und auch sein eigenes Sterben im Alter ist nicht gerade erbaulich; kurz, er hat doch etwas eingebüßt, das ihm nicht wieder zurückgegeben worden ist. So hat dieser große Mann in der Geschichte, dessen Name in aller Mund ist, doch müssen zu Schanden werden und gedemütigt werden über der großen Sünde, die er getan hat. Auch in der heiligen Geschichtsschreibung wird's ihm nachgetragen, wenn es oft von einem König heißt: „Er wandelte in den Wegen Davids“, und dabei steht, „ausgenommen die Sünde mit Uria“. Drüben ist's ihm doch nachgetragen worden, und wer weiß, was David hat noch leiden müssen um dieser Sünde willen. Auf Erden hat die Sünde können von Gott übersehen werden, aber drüben nicht, wenigstens nicht so, dass er's sogleich gehabt hätte wie etwa ein Henoch, Mose und Elia. Es ist eben noch kein Heiland da gewesen. Durch den kann die Sünde jetzt so getilgt werden, dass wenn sie auf Erden vergeben wird, es nicht nur auf Erden und für dieses Leben gilt, sondern auch im Himmel und für die Ewigkeit. (Christoph Blumhardt)

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