5. Mose 28,6
Andachten
Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehest; gesegnet, wenn du ausgehest.
Die Segnungen des Gesetzes sind nicht aufgehoben. Jesus bestätigte die Verheißung, als Er die Strafe trug. Wenn ich die Gebote meines Herrn halte, so darf ich mir diese Verheißung ohne Frage aneignen.
Heute will ich eingehen in mein Haus ohne Furcht vor schlimmen Nachrichten, und ich will in mein Kämmerlein gehen in der Erwartung, gute Botschaft von meinem Herrn zu hören. Ich will mich nicht fürchten, durch Selbstprüfung in mein Inneres einzugehen, oder durch sorgfältige Prüfung meines Geschäftes in meine Angelegenheiten einzugehen. Ich habe recht viel daheim, in meiner eigenen Seele zu tun; o, dass ein Segen auf allem ruhte, der Segen des Herrn Jesu, der verheißen hat, bei mir zu bleiben.
Ich muss auch ausgehen. Die Schüchternheit lässt mich wünschen, dass ich daheim bleiben könnte und nie wieder in die sündige Welt hinausgehen, um meinen Brüdern hilfreich und den Ungöttlichen nützlich zu sein. Ich muss ein Verteidiger des Glaubens und ein Bekämpfer des Bösen sein. O, dass heute ein Segen auf meinem Ausgehen ruhen möge! Herr, lass mich gehen, wohin Du führest, in Deinen Sachen, unter Deinem Befehl und in der Macht Deines Geistes.
Herr Jesus, kehre bei mir ein und sei mein Gast; und dann gehe aus mit mir und lass mein Herz brennen, während Du mit mir auf dem Wege redest. (Charles Haddon Spurgeon)
“Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehst, gesegnet, wenn du ausgehst.“
Der er „Du“ ist eigentlich das ganze Volk Israel; aber weil das aus vielen besteht, von denen jeder auch eine Person ist, so kann es auch jeder Einzelne auf sich anwenden. Gewöhnlich fühlt man sich wohl, wenn man eingeht, d. h. ins Haus geht. Wenn man ausgeht, riskiert man viel. Was kann einem nicht alles begegnen, wenn man ausgeht! Man vergegenwärtige sich nur so einzelne Geschichten, da Einer frisch und gesund ausgeht, and nach einigen Stunden wird er tot heimgeführt. Ja, wenn man ausgeht, riskiert man was. Selbst unser Kaiser hat das bekannter Maßen erfahren müssen. Da ist's nun eben wichtig, dass man sich ganz in die Hand Gottes legt, wenn man ausgeht, dass man nicht so leichtfertig ausgeht, sondern sich besinnt und dem Schutz des Allmächtigen sich befiehlt; sonst ist man wie der Vogel auf dem dürren Zweig. Aber der Fromme, der in den Geboten Gottes wandelt, hat die obige Verheißung voraus; er ist gesegnet, ob er eingeht oder ausgeht, obwohl ihm auch oft viel Schlimmes begegnet. Nun, wir wollen des Segens unseres Gottes warten auf heute, zu Haus und draußen, und die Engel Gottes mögen um uns her sein und uns behüten vor schwerem Fall. Die, die in der Furcht Gottes stehen, dürfen des Segens ihres Gottes gewiss sein, auch wenn Menschen ihnen fluchen, und sonst sie allerlei durchmachen müssen, wie es eben in der Welt geht, die im Argen liegt. (Christoph Blumhardt)