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5. Mose 15,7

5. Mose 15,7

Andachten

Wenn deiner Brüder irgendeiner arm ist in irgendeiner Stadt in deinem Lande, das der HErr, dein Gott, dir geben wird; so sollst du dein Herz nicht verhärten, noch deine Hand zuhalten gegen deinen armen Bruder.
Gegen einen Bruder oder Schwester hat man ein bisschen mehr in sich von Gefühl und Empfindung, und das kann man verhärten. Ja, man hat etwas in sich, das sagt von jedem Menschen: „Es ist mein Bruder, es ist meine Schwester“; und auch das kann man in sich verhärten. Das ist aber nicht recht. Sein Herz gegen den Nebenmenschen soll man nie verhärten. Die heidnischen Neuseeländer haben den Kindern, sobald sie ein wenig schlucken konnten, einen Kieselstein in den Hals hinunter gedrückt, dass sie hart werden sollten. Ja, wie hart können die Herzen der Menschen sein, härter als ein Kieselstein, ihren Mitmenschen gegenüber! Aber umso mehr müssen wir's beachten, wenn Gottes Wort uns sagt: „Verhärte dein Herz nicht gegen deinen Bruder! Halte deine Hand nicht zu gegen ihn“, d. h. sage nicht gleich bei allem: „Das gehört nicht dir, sondern mir, da kriegst du nichts davon!“ und dgl. Es gibt eben viele Fälle, da man die Hand aufmachen muss gegen seinen Nächsten, und wenn man sie nicht aufmacht, so ist man in der Schuld. Der HErr bewahre uns vor solchen Verschuldungen, die oft schwerer wiegen, als die Menschen wissen! (Christoph Blumhardt)


Wenn deiner Brüder irgendeiner arm ist, in irgendeiner Stadt in deinem Lande, das der HErr, dein Gott, dir geben wird; so sollst du dein Herz nicht verhärten, noch deine Hand zuhalten gegen deinen armen Bruder.
Herz und Hand sollen also offen sein gegen Bruder und Schwester. Sind sie bei uns offen? Wenn das, so kann der liebe Gott durchs offene Herz etwas hereinfallen lassen, das dem Bruder wohltut; ist's zu, so geht er leer aus, und wir mit. Ebenso, wenn die Hand offen ist für den Bruder, so kann Gott für mich und ihn was hineinlegen. Also ein offenes Herz und eine offene Hand gegen den Mitmenschen macht, dass man was gibt, aber auch, dass man was kriegt. Wir wollen das jetzt nicht nur so gesagt sein lassen, sondern ein Jedes denke: „Ich will mir's merken!“ Es gibt nämlich auch christliche Brüder und Schwestern, deren Herz und Hand zu ist, oft mehr als bei Weltleuten. Der Spruch gilt ja auch zunächst nicht den Gott ferne Stehenden, sondern den Frommen, dem Volk Gottes, das hier angeredet ist. Doch gibt's auch rechte Leute, bei denen es heißt, wie bei Cornelius: „Dein Gebet und deine Almosen sind vor Gott kommen.“ Solchen schickt der HErr einen Engel, wie dem Cornelius, und wenn ein Engel kommt, dann ist's gut. (Christoph Blumhardt)

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