5. Mose 11,10
Andachten
Denn das Land, da du hinkommst, es einzunehmen, ist nicht wie Ägyptenland, da du deinen Samen säen und selbst tränken musstest, sondern es hat Berge und Auen, die der Regen vom Himmel tränkt.
Das Land Ägypten bekommt keinen Regen vom Himmel. All seine Fruchtbarkeit kommt von unten her. Zu einer gewissen Zeit tritt der Nil über seine Ufer; das Wasser wird dann in künstlichen Becken gesammelt und mit Hilfe von Kanälen und Gräben durch das Land verteilt; aber das gelobte Land tränkt der Regen vom Himmel, es sind keine künstlichen Mittel nötig, um es fruchtbar zu machen. Das ist ein schönes Bild für die Art, wie das Weltkind und der Christ die äußeren Verhältnisse auffassen. Der Christ blickt zum Himmel auf, denn von dort kommt ihm der Segen; das Weltkind sieht nicht nach dem Urquell des Segens, sondern nach andern Ursachen. Er verlässt sich auf die Wasser von unten. Einer vertraut immer auf den Zufall, wenn er auch noch so oft getäuscht worden ist. Andere, die verständiger sind, vertrauen ihrem Fleiß und ihrer Redlichkeit, obgleich auch dieser künstliche Brunnen versiegen kann. Auf was vertraust du, o Christ? Dein Land tränkt der Regen des Himmels; dein Segen kommt nicht vom Zufall; dein tägliches Brot kommt weniger durch deinen eigenen Fleiß als durch die Fürsorge deines Vaters. Jede Wohltat, die du empfängst, trägt den Stempel des Himmels und jeder Segen atmet den würzigen Hauch des Palastes, wo Gott seine Gaben austeilt. Der Weltmensch also verlässt sich auf die Naturkräfte, der Christ aber blickt von der Natur auf zu dem Gott der Natur und darf sehen, wie ihm der Segen unmittelbar vom Himmel kommt. (Charles Haddon Spurgeon)