4. Mose 14,9
Andachten
“Fallt nicht ab vom HErrn, und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht.“
So sagen Josua und Caleb zum Volk Israel, als es auf den Bericht der Kundschafter hin über die Einwohner des Lands Kanaan mutlos wird und meint, es könne das Land nie und nimmer erobern. Wenn die menschliche Unmöglichkeit vor mir steht, dann doch sich nicht fürchten, doch nicht am Gelingen verzagen, das heißt glauben. So machten's auch Josua und Caleb. Sie bleiben fest, obgleich das ganze Volk zaghaft wird und sagen: Der HErr ist mit uns!“ So müssen wir auch fest bleiben im Glauben auf den Sieg der Barmherzigkeit Gottes über die Menschen, wenn auch fast alle wackelig werden und abfallen. Ja wenn man gar nichts mehr vor sich sieht, dann gerade muss man fest bleiben im Glauben. Es heißt schon abfallen von Gott, wenn man meint, unsrer Zeit könne nicht mehr geholfen werden. Das ist ganz das Nämliche, wie beim Volk Israel damals. Alles ist verbarrikadiert und bis ins innerste hinein zerfressen und verdorben, dass man allerdings, menschlich gesprochen, nicht weiß, wie unser Geschlecht noch soll empor kommen und überhaupt Heil der Menschheit noch soll werden können. Und doch gibt die Schrift so viele Verheißungen aufs Gute für alle Menschen, dass sie wahr werden müssen. Wenn ich nun, den Ruin ansehend, den Verheißungen misstraue und nichts mehr hoffe, so falle ich ab vom HErrn, vom Verheißungs-Gott, der Jesum Christum, Seinen Sohn, gesandt hat in die Welt, nicht dass Er die Welt richte, sondern dass die Welt durch Ihn selig werde (Joh. 3, 17). (Christoph Blumhardt)