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1. Mose 4,9

1. Mose 4,9

Andachten

„Kain, wo ist dein Bruder?“ - so mahnte den Sünder die Stimme seines allmächtigen Gottes, der Zeuge bei der Tat gewesen. So mahnt die Stimme unseres Richters durch das Gewissen noch heute fort und fort alle irrenden Seelen an ihre Pflicht.

Herr, deine Allwissenheit tut sich auch in dem Herzen eines verstockten Sünders laut und vernehmlich kund. Was macht den Verbrecher erzittern, wenn er in der stillen Nacht allein seine Wege geht? ist's nicht deine Nähe, die er fühlt, ohne sie glauben zu wollen. Warum fürchtet er selbst sich vor der bösen Tat? was heißt ihn sich beruhigen und ihm zurufen: „Es ist kein Gott, es gibt kein ewig Gericht!“ Die Stimme der Furcht vor Gott und seinem Gesetz. „Damit, dass sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeugt, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen oder entschuldigen.“

Und Kain kannte seinen Gott und versuchte dennoch mit einer Ausrede, mit einer Lüge, die ihn in des Teufels Knechtschaft hielt, seine Sünde zu verbergen. „Kain, wo ist dein Bruder?“ „Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Da triumphiert der Teufel, es war die erste Lüge, die er einem gefallenen Kind Gottes aufgedrungen; die erste Lüge, die Frucht des Hochmuts; Kains Opfer hatte nicht das Ansehen vor seinem Gott, wie das seines frommen Bruders; anstatt sich zu demütigen und in seinem Wandel den Grund davon zu sehen, tötete er seinen unschuldigen Bruder und ward danach Knecht der ersten Lüge.

Aber irrt euch nicht, Gott lässt sein nicht spotten, er versteht alle Gedanken von ferne; es bleibt seiner Allwissenheit Nichts verborgen. Wer kann vor dem wahrhaftigen Gott mit Lügen bestehen?

Deshalb tröste dich auch nicht damit, dass deine Sünde keine Kainssünde ist: „wer nur das Geringste am Gesetz schuldig ist, der ist schuldig am ganzen Gesetz,“ sagt die Heilige Schrift; „und da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht Einer.“ „Darum hüte dich, dass du in keine Sünde willigst, noch tust wider Gottes Gebot.“

Ja, hüte dich wohl, bewahre dich so viel du kannst, tue nie mit deinem Willen Unrecht, auch nicht im Geringsten; der Allwissende würde dich zu finden wissen. Es ist keine Finsternis, kein Dunkel, darin sich möchten verbergen die Übeltäter.“

Arme irrende Seele, wenn du sündigen willst, suche dir einen Ort, wo dein lebendiger Zeuge nicht neben dir steht; dann tue, was du willst. - Gerechter Gott des Lebens! gib, dass wir uns jeden Augenblick deiner Allwissenheit erinnern, dass wir uns daran gewöhnen, unter deinen Augen zu wandeln; dies wird uns das gnadenreichste Mittel gegen unsere Sünden sein. Du siehst uns, heiliger Richter! das ist hinlänglich, um die Leidenschaft der Sünde zu beherrschen. - Menschen können uns nichts von unserm ewigen Heile rauben; ich weiß aber, welche Augen ewig über mir offen stehen.

Tue ich den Willen des gerechten Gottes, so viel in meinen schwachen Kräften steht, so darf ich mich auch keiner Zeit vor Menschen scheuen, darf mich nicht fürchten, in die Hände des irdischen Richters zu fallen. Lehne ich mich dagegen auf wider den Willen des Allwissenden, so werde ich mich fürchten müssen vor dem weltlichen Urteile; und werde die strafende Stimme des ewigen Richters hören, wie Kain sie vernommen: „verflucht seist du auf Erden!“ (Angelika von Michalowska)

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