1. Mose 32,31
Andachten
Und Jakob hieß die Stätte Pniel; denn ich habe Gott von Angesicht gesehen und meine Seele ist genesen.
„Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“ Ach, wäre dies doch alsbald unser aller aufrichtiges Bekenntnis! Aber freilich, „Gott ist ein Geist und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten,“ und wir sind meist fleischlich gesinnt und unwahr. „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach,“ doch, uns zum ewigen Trost, „wir haben keinen Hohepriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unserer Schwachheit, sondern der uns kann helfen, wenn wir versucht werden, da er auch versucht ist worden, allenthalben, gleich wie wir!“ Darum, „wenn wir nun dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten,“ so werden auch wir selige Pnielstunden erleben dürfen, und Sein leuchtendes Gnadenantlitz wird uns genesen lassen. Und wenn der HErr verzieht, oder Sein Gnadenantlitz abwendet und uns kämpfen lässt, so „kämpfe mit Gebet und Flehen, Dringe ein in Gottes Reich, Will der Satan widerstreben, Werde weder matt noch weich, sondern halte Ihn nur fest und sprich unverzagt: „ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Und der HErr, „der uns nicht versucht über Vermögen, sondern macht, dass die Versuchung ein Ende nimmt, dass wir es können ertragen,“ wird uns „vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen“ und, wenn auch mit verrenkter Hüfte, uns Seine Gnadensonne herrlich aufgehen lassen, dass wir, Sein Antlitz schauend, von allem Übel Leibes und der Seelen genesen werden, hier zeitlich und dort ewiglich! „Lasst mich gehen, Lasst mich gehen, Dass ich JEsum möge sehen, Meine Seel' ist voll Verlangen, Ihn auf ewig zu umfangen, Und vor Seinem Thron zu stehen!“ Amen. (unbekannt)