1. Mose 28,20
Andachten
Und Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen, V. 21: und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, so soll der Herr mein Gott sein, V. 22: und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Mal, soll ein Gotteshaus werden, und alles, was du mir gibst, des will ich dir den Zehnten geben.
Das ist eine Bundschließung, mit Handschlag versiegelt! Gott der Herr hat Seine heilige, allmächtige Gnadenhand ausgestreckt über dem Schläfer, und da der Schläfer erwacht, ist sein erstes Gefühl Furcht und Schrecken, wie es dem Sünder gebührt in der Nähe des Heiligen, und er ruft aus: Gewiss ist der Herr an diesem Ort, und ich wusste es nicht. Wie heilig ist diese Stätte! Alsdann aber richtet er sich auf an der dargereichten starken Gotteshand, und legt freudig seine Hand hinein in dieselbe, tief und fest hinein und gelobt: Von nun an sollst Du mein Gott sein, und dieser Stein soll ein Gotteshaus werden und ich will Dir den Zehnten geben! Ob Jakob das Alles gehalten hat?? - wir wissen, dass er durch viel Anfechtung, Not, Kampf und Gefahr hat hindurch müssen; aber das Ende war selig, denn dies bewegte Menschenleben hallte aus in dem Sterbeseufzer: Herr, ich warte auf Dein Heil! Da stehen wir nun, Herr, im Lichte Deines Angesichts am Abend dieses Vorsabbats und mögen unsere Augen nicht aufheben. An der Bundschließung fehlt es freilich nicht, denn Du bist ja auch uns zuvorgekommen mit Deiner allerfrühesten Tauf-Gnade, und unsern Handschlag hast Du auch empfangen, vielleicht nicht bloß Ein Mal, sondern oftmals, und das Geloben war auch dabei. Aber das Halten! das Halten! Unser Leben ist auch wie eine Dienstzeit in der Fremde, und müssen durch viel Trug und Selbstbetrug und Täuscherei der Welt hindurch, straucheln und gleiten auch tausend Mal und wenn Du uns nicht hieltest, Du Freund der Seelen, was wäre dann aus uns geworden! Wir bitten nun, als aus der Tiefe, gib uns bessere Treue und hilf uns auch dahin, dass wir zum guten Ende gelangen und mit dem Seufzen abscheiden: Herr, ich warte auf Dein Heil! (Nikolaus Fries)
**Jakob tat ein Gelübde und sprach: So Gott wird mit mir sein und mich behüten auf dem Wege, den ich reise, und Brot zu essen geben und Kleider anzuziehen, und mich mit Frieden wieder heim zu meinem Vater bringen, - so soll der Herr mein Gott sein. **
Gott hatte dem Jakob verheißen, dass er ihn auf allen seinen Wegen behüten und ihn wieder heim bringen werde in das Land seiner Väter. Von Freude und Dank durchdrungen für diese unverdiente göttliche Gnade gelobt Jakob, dass er, wenn Gott sein Wort halte, sich ihm ganz zu eigen geben werde. Dieses Gelübde Jakobs dürfen wir nicht so missverstehen, als ob er Gott nur unter der Bedingung Glauben und Gehorsam gelobt habe, wenn derselbe ihm alles wohl gelingen lasse. Unbedingtes Vertrauen und unbedingten Gehorsam fordert Gott von uns. Er lässt sich keine Vorschriften machen und keine Bedingungen stellen, weil er am besten weiß, was uns gut und heilsam ist. Aber davon dürfen wir fest überzeugt sein, dass er diejenigen, welche sich an ihn und seine Verheißungen halten, nicht verlassen noch versäumen und sie nach des Lebens Reise heimbringen wird ins Vaterhaus.
Lieber himmlischer Vater! Im Aufblick zu dir fangen wir eine neue Woche an und sehen im Vertrauen auf deinen gnädigen Schutz und Beistand getrost unsre Reise fort. Gib uns auch heute Nahrung und Kleidung und behüte uns auf allen unseren Wegen. Verleihe uns deinen Heiligen Geist, der uns heilige und regiere und in alle Wahrheit leite. Wenn du uns führst, so irren wir nicht; wenn dein Friede unser Haus und Herz regiert, so wird es uns wohl ergehen. So wollen wir uns denn dir aufs Neue mit Leib und Seele übergeben. Du bist ja allein unsre Zuversicht und Burg, unser Schutz und Erretter, der Schild, auf den wir trauen. (Heinrich Spengler)