1. Mose 26,12
Andachten
Und Isaak säte in dem Lande und kriegte desselben Jahres hundertfältig; denn der Herr segnete ihn; V. 14: Darum neideten ihn die Philister, V. 15: und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten, zur Zeit Abrahams seines Vaters, und füllten sie mit Erde; V. 16: Dass auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden. V. 17: Da zog Isaak von dannen.
Hundertfältige Ernte, Wachsen und Zunehmen, - aber gleich daneben neidische Philister und verstopfte Brunnen und ein Wanderpass. Es darf ja den Kindern Gottes nicht zu wohl gehen hier in der Welt, damit sie's nicht vergessen, dass sie hier keine bleibende Statt haben. Denn es ist nur allzu wahr: „Wir sind hier nichts als Gäste und bau'n uns doch so feste, und wo wir sollen ewig sein, da richten wir uns gar nicht ein.“ Isaak aber ist seines Vaters Abraham wert. In aller Stille und Gelassenheit, ohne Hader und Streit, ohne Murren und Klage bricht er seine Zelte ab und zieht von dannen, als kennte er schon von ferne das Wort, dass die Trübsal dieser Zeit nicht wert sei der zukünftigen Herrlichkeit. Jener Tor im Evangelio, des Feld auch hundertfältig getragen und wollte nun seine Scheunen größer bauen, der ist das gerade Gegenstück, da er zu seiner Seele spricht: Iss und trink' und sei gutes Muts! Davor ward Isaak bewahrt durch die heilsame Züchtigung seines Gottes. An Neidern und an verstopften Brunnen fehlt's noch immer nicht, wenn's Dir wohl geht und Du hundertfältig erntest; es widerfährt Dir damit nichts Seltsames, dass Du es Dich befremden ließest, o nein, nichts Seltsames, sondern die Treue Deines Gottes ist es, und Du sollst anstimmen: Je größer Kreuz, je näher Himmel, die Palme wächst bei der Last! - Nur nicht, nur nicht betrübt! so lang Dich Jesus liebt, wird alles Kreuz und Pein Dir lauter Zucker sein! (Nikolaus Fries)