1. Mose 26,1
Andachten
Es kam aber eine Teuerung ins Land über die vorige, so zu Abrahams Zeiten war. und Isaak zog zu Abimelech. V. 2: Da erschien ihm der Herr und sprach: ziehe nicht hinab in Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage. V. 3: Sei ein Fremdling in diesem Lande und ich will mit dir sein und dich segnen: denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben, und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe.
Es bleibt, wie es gewesen! Der Herr ist Isaaks Gott, wie er Abrahams Gott war. Teuerung, Fremdlingschaft, Hin- und Herziehen mit allerlei Not und Beschwer; aber über dem Allen die ewige Verheißung des Lebendigen Gottes. Die Gegenwart ist dunkel, aber die Zukunft ist hell. So gebührt es sich den Kindern Gottes, denn sie sollen des Glaubens leben, der da ist eine gewisse Zuversicht des, das man nicht sieht, und nicht zweifelt an dem, das man hofft. Dagegen die Kinder der Welt es gerade umgekehrt haben wollen: jetzt wollen sie's haben und genießen, um das Zukünftige kümmern sie sich nicht; heute, heute herrlich und in Freuden leben, - morgen sind wir tot! Gott behüte und erlöse uns von solchem Übel! Meine Zeit in Unruh'! dabei bleibt's, und wollen uns auch gar nicht darüber beklagen, haben wir's doch immerhin noch viel besser, als die großen Heiligen des Alten Bundes; wohnen fest und sicher im Vaterlande in gutem Frieden, sehen unsere Kindlein wachsen wie die Ölzweige um den Tisch her, und ob's einmal anders käme, wie Paul Gerhard, da er den Stab in die Hand nehmen musste und in die Fremde ziehen, so sang er doch, und wir wollen's mitsingen, gedenkend jener alten frommen Seelen: „was will ich's besser haben, als solche große Leut'!“ Haben nun jene sich getröstet der großen alttestamentlichen Verheißung, so sind wir ja eines neuen Bundes Kinder, und steht über unsern Häuptern eine viel größere Hoffnung, da Gott Jesum, den großen Erzhirten, ausgeführt hat von den Toten, und wir nun durch Seinen Geist wiedergeboren sind zur lebendigen Hoffnung, dass dieser unser Heiland und Hirte uns ganz gewiss nicht werde im Stiche lassen, sondern uns-mit sich führen zu dem unvergänglichen und unbefleckten Erbe, das ewig ist im Himmel! So hilf denn, Herregott, dass uns die Zeit ja nicht lang werde, die Ewigkeit ist ja so viel, viel länger! (Nikolaus Fries)