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1. Mose 22,18

1. Mose 22,18

Andachten

Und Gott sprach zu Abraham: Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, darum dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Als Kain geboren wurde, der erste Sohn Evas, da sprach sie: „Ich habe den Mann, den Herrn“ (1. Mose 4, 1); und als Noah geboren wurde, da sprach Lamech: „Der wird uns trösten in unserer Mühe und Arbeit auf Erden, die der Herr verflucht hat“ (1. Mose 5, 29). Beide, Eva und Lamech, glaubten, als ihnen ein Sohn geboren wurde, dieser werde der ersehnte Heiland und Erlöser sein, welchen Gott im Paradiese verheißen hatte. So schwer lastete auf den ersten Menschen der Fluch der Sünde, welchen Gott auf sie und auf die Erde gelegt hatte. So groß war ihre Sehnsucht nach Erlösung. Aber Gottes Zeit war noch lange nicht gekommen. Die Bosheit der Menschen wurde so groß, dass Gott sie von der Erde vertilgte durch die große Flut. Nur Noah und seine Familie blieb übrig. Und wieder mehrte sich das Menschengeschlecht auf Erden; aber ebenso schnell gings auch wieder abwärts mit der Frömmigkeit und Gottesfurcht. Gräuliche Abgötterei nahm überhand. Da erwählte Gott den frommen Abraham. Er gebot ihm, damit er nicht auch verführt werde, auszuwandern aus seinem Vaterlande und seiner Freundschaft in ein Land, das Gott ihm zeigen werde, und gab ihm zugleich die Verheißung, dass er ihn zum großen Volke machen wollte. In ihm sollten gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden (1. Mose 12, 1 ff.). Abraham glaubte Gott und wanderte nach dem Lande Kanaan. Endlich wurde ihm der verheißene Sohn Isaak geboren (1. Mose 17, 15 ff.). Und als Abraham wieder gehorsam war und bereit, diesen Sohn der Verheißung nach Gottes Befehl auf dem Berge Morija zum Opfer zu bringen: da bestätigte ihm Gott seine Verheißung durch einen Schwur: „Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.“ So ist die Verheißung Abraham und seinem Samen zugesagt (Gal. 3, 16).

Lasst uns beten: Herr Jesu Christe, Du hast heute wieder großes an uns getan nach Deiner Güte. Du verlässt uns nicht nach dem Reichtum Deiner unermüdeten Barmherzigkeit, wenn wir Dir auch oft die Treue brechen, welche wir Dir oft und viel gelobt haben. Mache uns immer tüchtiger zu Deiner Gemeinschaft und richte Dir selbst eine Bahn an in unsern Herzen. Bedecke uns mit Deinen Gnadenflügeln, dass wir wohl durch diese Nacht kommen, und nach einem sanften Schlummer Dich neu preisen, dass Du so gnädig bist. Amen. (Alfred Meyer)

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