1. Mose 18,2
Andachten
Und als Abraham seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer gegen ihm; und da er sie sah, lief er ihnen entgegen und bückte sich nieder auf die Erde, V. 3, und sprach: Herr, habe ich Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe nicht vor deinem Knechte über. V. 8: Und er trug auf Butter und Milch, und von dem Kalb, das er zubereitet hatte. V. 10: Da sprach der Herr: Ich will wieder zu dir kommen; so ich lebe, siehe, so soll Sarah, dein Weib, einen Sohn haben!
Nun wird der Wartezeit ein bestimmtes Ziel gesetzt: Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen! und Sarah soll einen Sohn haben; das bekräftigt der Herr mit seinem: So ich lebe! Wenn die Stunden sich gefunden, bricht die Hilfe mit Macht herein. Abraham, so gut als wir Alle, muss nur erst das Warten lernen. Dass er's aber gelernt hat, das tut er kund mit seiner kindlichen Herzensfreude, womit er den Herrn als einen allerliebsten Gast willkommen heißt, und trägt auf, was sein Haus vermag. Es gibt Leute genug, welche ihrem Spottgeiste nicht zu wehren vermögen, darüber, dass der Herr selber sollte sich an Abrahams Tisch gesetzt haben unter den Baum, und daselbst vor seinen Augen gegessen und getrunken. Das ist dieselbe Art, welche es in ihrer Afterweisheit nicht ertragen kann, dass in Jesu von Nazareth die Fülle der Gottheit leibhaftig gewohnt habe, und dass die Apostel sich dessen ausdrücklich rühmen: wir haben mit Ihm gegessen und getrunken! ja, dass Er nach seiner Auferstehung mit den Emmausjüngern das Brot gebrochen, und sich ein wenig vom gebratenen Fisch und Honigseim habe gefallen lassen. Statt darüber zu spotten und in Missglauben zu fallen, sollte man sich lieber etwas ganz Anderes angelegen sein lassen, nämlich, dass man von Abraham lerne, wie man seinen Herrn als den besten Gast bei sich aufnehme; sich auch gründlich prüfe, was man denn eigentlich aufwende und auftrage um seinetwillen, denn wir kennen gewiss allzumal das teure Jesuswort, das Er über den Tag des Gerichts geschrieben: Was ihr getan habt den Geringsten unter meinen Brüdern, das habt ihr mir getan. Drum, liebe Seele, merk' ja auf, dass Er nicht unerkannt an Deiner Tür vorübergeht, und wenn Er bei Dir einkehrt, dann sei getrost, dann ist's angenehme Zeit und der Tag des Heils. (Nikolaus Fries)