1. Mose 17,1

Andachten

Gen. 17.1: „Wandle vor mir und sei fromm.“

Das sagtest Du Herr, zum frommen Abraham: und wahrlich, wer vor dir wandelt, ist auf der Bahn zur Vollkommenheit. Man entfernt sich aus dieser heiligen Bahn nur, wenn man Dich aus den Augen verliert, und aufhört Dich in Allem zu sehen. Ach, wohin gehe ich, wenn ich Dich nicht mehr sehe, der Du mein Licht bist, und das einzige Ziel, dem alle meine Schritte zustreben müssen. Das Mittel sich niemals zu verirren ist, Dich anzublicken bei allen Schritten, die man tut. O lichtvoller Glaube inmitten der Finsternis, die uns umgibt. O, Blick voll Vertrauen und Liebe, die ihr den Menschen zur Vollkommenheit führt. O Gott! ich sehe nur Dich! Dich allein suche ich und betrachte Dich in allem, was meine Augen zu erblicken scheinen! Es fesselt meine Aufmerksamkeit wahrzunehmen, wie deine Vorsehung alles geordnet hat. Mein Herz wacht nur für Dich inmitten der Geschäfte, Pflichten und Gedanken, die mich beschäftigen und zwar nur zu dem Zweck, um deinen Befehlen zu gehorchen. So ist denn meine Aufgabe, meine ganze Aufmerksamkeit nur Dir zu gehören, du erhabener und einziger Gegenstand meines Herzens, selbst dann wenn ich gezwungen bin, meine Arbeit zu teilen, so wie Dein göttlicher Wille es vorschreibt. O! was könnte ich in jenen gemeinen Geschöpfen ansehen, wenn Du aufhörtest, mich für sie zu verwenden, und wenn ich aufhörte, Dich darin zu sehen!

So habe ich denn beschlossen, meine Augen „Zu den heiligen Bergen erhoben“ (Ps. 121) zu halten, von denen ich meine ganze Kraft und all meine Hilfe erwarte. Es wäre vergeblich, wollte ich mich einzig bemühen, auf meine Füße zu blicken, um mich von den unzähligen Fallstricken, die mich umgeben, zu befreien. Die Gefahr kommt wohl von unten, aber die Befreiung kann nur von oben kommen: Dorthin erheben sich meine Augen, um Dich zu sehen. Ohne Dich, o Herr, sucht alles auf dieser Erde, sowohl was in mir, als was außer mir sich findet, mich zu Fall zu bringen. Auf dich allein richten sich meine Augen und mein Herz. Ich will nur Dich sehen, ich hoffe nur auf Dich.

Meine Feinde belagern mich ohn Unterlass; meine eigene Schwäche erschreckt mich, aber Du hast die Welt für Dich und für mich überwunden und Deine allmächtige Kraft wird in meiner Schwachheit mächtig sein. (François Fénelon)


Wer mit Gott wandeln will, der stelle sich in Seine Gegenwart und bewege sich als vor dem unsichtbaren, aber überall nahen Gott. Wenn wir unsere Hände zum Gebet falten, so glauben wir doch, dass Er uns sieht und hört; sollte Er weniger gegenwärtig sein, nachdem wir das Amen gesprochen? Es ist eine herrliche Sache, auch in der Arbeit an Ihn allein zu denken, alles Ihm vorzulegen, alles mit Ihm zu besprechen, alles von Ihm zu erflehen. Tag und Nacht in Verbindung mit Dem zu stehen, der gesagt hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“, das heißt mit Gott wandeln. Mit Gott Wandelnde sind in dem, was sie reden und tun, weise und vorsichtig. Wenn ein hoher Gast in unserer Mitte ist, sind wir im Reden behutsam. Wir möchten ihn nicht betrüben und wollen von unserer Person keinen schlechten Eindruck bei ihm hinterlassen. „Siehe, ich bin bei euch“, sagt der Herr. Von dieser Wahrheit durchdrungen, erfüllt Ehrfurcht die Seele; darum kann die Zunge nicht reden, was nicht in Jesu Gegenwart taugt. „Ihr esset oder trinket, oder was ihr tut, das tut alles zu Gottes Ehre“, mahnt der Apostel Paulus. Essen und trinken, fasten und wachen, arbeiten und ruhen, handeln und wandeln als in Gottes Gegenwart - das ist die Losung derer, die mit Gott leben. „Was sagt mein Herr dazu?“ gibt in allen Dingen den Ausschlag. Was Er nicht hören und nicht sehen darf, das lasse! Es ist die Gnade Gottes, die dich befähigt, vor dem Allmächtigen fromm zu sein und mit Ihm zu wandeln. (Markus Hauser)

Predigten

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