Und sprechen zu den Bergen und Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesichte des, der auf dem Stuhle sitzt, und vor dem Zorn des Lammes. Denn es ist kommen der große Tag seines Zornes, und wer kann bestehen?
Wenn der weise Rat: In allem was du tust, bedenke das Ende! besser beachtet würde, so würde es in dieser Welt weit weniger Unglückliche und in der Ewigkeit dereinst weit weniger Verdammte geben. Aber der Leichtsinn und die Sündenliebe des natürlichen Menschenherzens ist so groß, dass es sich einbildet, das letzte Ende werde doch bei Allen gut sein und dass es sich nicht scheut, die Offenbarung Gottes in der Heilige Schrift des Irrtums zu zeihen, wenn sie vom Zorne Gottes redet, welcher zuletzt über die Gottlosen entbrennen werde. Sie reden sich ein, dass es keine so große Gefahr habe, wenn sie auch ferner noch der Weltlust und der Fleischeslust frönen, da schließlich doch alle Menschen und also auch sie selig werden müssten, und es sich daher nicht um ein „Entweder - Oder“, sondern nur um ein „Früher oder Später“ handle, denn Gott sei so völlig die Liebe, dass er vom Zorne gar nichts wisse und dieser ihm nur angedichtet sei. Ja freilich ist Gott die Liebe, und in so hohem Maße, wie ihr Toren es auch von ferne nicht ahnt, sonst würden eure harten Herzen doch vielleicht noch erweicht werden; aber eben deswegen ist auch sein Zorn so grimmig über die, welche die unbegreiflichen Taten seiner göttlichen Liebe in der Aufopferung seines heiligen Kindes Jesu auch nicht einmal der Beachtung wert halten, oder ihnen als Fabeln widersprechen. Aber der Strohhalm eurer Hoffnung, dass zuletzt alle Geister selig werden würden, an welchen ihr euch klammert, um nur euren fleischlichen Sinn nicht aufgeben zu müssen, und an welchen sich alle unseligen Geister klammern, welche vor euch auf Erden gelebt haben und die nun in der Qual sind, wird zerknicken und ihr werdet in den Abgrund der Verzweiflung stürzen, wenn nun der große Tag kommt und der Zorn des Lammes offenbar werden wird. Ihr glaubt der Offenbarung Gottes in der Schrift nicht. Und warum? Weil sie euch nicht bequem ist, weil sie euch aus eurer fleischlichen Sicherheit aufstören würde. Aber es wird mit eurem Geiste nicht aus sein, wie es mit eurem Leibe aus ist im Tode. Ja, auch euer Leib wird auferstehen, aber nicht zum ewigen Leben, sondern zur ewigen Schmach und Schande. Euer Geist aber wird schon vorher den Vorschmack der endlosen Verdammnis haben. Ihr werdet freilich begehren zu sterben, aber der Tod wird dann von euch fliehen (Offb. 9, 6). Ihr werdet bleiben, aber ohne Hoffnung, sei es auch nach Millionen von Jahren, erlöst zu werden. Wie wird es euch sein, wenn ihr den sehen werdet in seiner göttlichen Macht und Herrlichkeit, der für euch das Opferlamm geworden ist und euch bis in den Tod geliebt hat! Ja, auch euch geliebt hat, unaussprechlich, göttlich! Ihr aber habt Ihn verachtet, habt Ihn verworfen, habt sein Blut der Versöhnung mit Füßen getreten, Ihr habt Ihn gehasst, Ihn, der auch euch das Leben geben konnte und wollte. Nun aber ist es zu spät. Nun wird das Schwert, das aus seinem Munde geht, und das einst nur bestimmt war, eure Schuld und eure Sünde zu töten, euch selbst als Richtschwert den Todesstoß versehen, und werdet doch nicht sterben können, sondern ewig im Tode bleiben müssen. Hört ihr's? - Ewig. Dann werdet ihr zu den Bergen sprechen: fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesichte des, der auf dem Stuhle sitzt und vor dem Zorn des Lammes. Denn es ist kommen der große Tag seines Zornes, und wer kann bestehen? Wer? die seine Freunde, seine Brüder geworden sind hier auf Erden und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider helle gemacht in dem Blute des Lammes; die seinem Worte geglaubt haben und sind Ihm nachgefolgt in der Selbstverleugnung. Die werden sich freuen mit unaussprechlicher und ewiger Freude, denn der Tag ihrer Vollendung ist gekommen. Sie stehen zu seiner Rechten. Sie sind angetan mit dem Kleide der Gerechtigkeit; eine Krone ist auf ihrem Haupte und die Palme des Friedens in ihrer Hand. Und Harfenklang und Lobgetön erschallt von ihnen zum Throne des Königs, der Alles, Alles wohl gemacht. Gebt unserem Gott die Ehre. Amen.. (Anton Camillo Bertoldy)