Mit Einem Opfer hat Er die, welche geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.
Was Lämmerblut niemals vermochte, das hat das kostbare Blut des einzigartigen Lammes, des Gotteslammes, bewirkt. Vor Grundlegung der Welt, also ehe der Riss zwischen Gottheit und Menschheit entstanden war, hat sich Gott selbst für uns ein Lamm ersehen zur Sühne für unsere Sünden. Alles Blut, das im Alten Bunde nach Gottes heiliger Ordnung vergossen wurde, sollte hinweisen auf das Blut Jesu Christi; alle gottesdienstlichen Schlachtungen sollten in der Schlachtung dieses Gotteslammes ihre wahre Bedeutung und Vollendung finden. Nur die Kraft des Blutes Jesu versöhnt völlig und auf immer mit Gott. Um dieses Opfers willen kann Er uns nahetreten, auf Grund dieses Blutes können wir Gemeinschaft mit Gott haben, um dieses Blutes willen kann Er uns vergeben, kann Er uns so lieben, als wären wir Seine gehorsamen Kinder geblieben. Die Versöhnung durch das Opfer Christi bringt uns in den Vollgenuss der Liebe und des Friedens Gottes. Die Kraft des Blutes Jesu tilgt nicht nur unsere Schuld, sie reinigt auch unsere Herzen von der Sünde. Der Herr will ein reines, heiliges Volk haben, Leute, die im Lichte stehen und im Lichte wandeln. Wahrhaft Erlöste sind frei; die Sünde lebt nicht mehr in ihnen, und sie hat keine Macht und keine Herrschaft mehr über sie. Damit ist nicht gesagt, dass solche Jünger Christi vollkommen seien. Sie stehen in der Entwicklung, aber die Bedingungen eines gesunden Wachstums sind nun vorhanden. Nicht nur an Alter, auch an Gnade, an Erkenntnis, an Gottinnigkeit nehmen sie zu. (Markus Hauser)
Mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden.
Dass wir liebe Kinder Gottes werden könnten, hat der Herr Christus möglich gemacht. Er hat sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, wie unsre Epistel sagt. Durch dieses sein Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden. Er hat sich willig hingegeben, als das teure Gotteslamm; er ließ sich geduldig zur Schlachtbank führen. Das Kreuz ist der Altar geworden, auf dem unser treuer Heiland das größte Opfer dargebracht hat für uns, für dich. Auf dem Mann der Schmerzen liegt auch deine Schuld, durch den Mann der Schmerzen sollst auch du geheiligt werden, durch ihn sollst auch du vollendet werden. Der ewige Sohn Gottes geht zum Tode, dass wir als die lieben Kinder Gottes das ewige Leben haben. -
Das Opfer unsers Herrn Jesu hilft dir aber nur dann, wenn du selbst dich unter seinen Segen stellst, sonst nicht. Was hilft es dem Menschen, wenn Christus tausendmal in Bethlehem geboren und auf Golgatha gestorben ist, und der Mensch geht vorüber an der Krippe und dem Kreuz, und das Herz bleibt, wie es gewesen ist? Darum siehe zuerst das Opfer Jesu einmal ernstlich an. Blicke doch einmal hin auf das hohe heilige Marterbild und bedenke: „Was ist doch wohl die Ursache solcher Plagen?“ Bedenke, wie große Liebe sich da in den Tod gegeben hat. Du siehst aber das Opfer Christi dann recht an, wenn du erst einmal dich selbst recht ernstlich betrachtet hast. Ach, wie krank und elend hat doch unsre Schuld uns gemacht! Das Gewissen klagt, und wir können keinen Frieden finden. Wer sein Herz recht erkennt, der sieht hinauf zu dem sterbenden Heiland mit den Augen der Buße und bittet: „Lass mich sehn dein Bilde in deiner Not“ Und sieh nicht nur hin, sondern nimm des Kreuzes Opfer Christi auch hin. Alles, was der Herr durch seinen Tod erworben hat, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit, soll uns ja doch geschenkt werden. Da greife zu, lass dich füllen, greife zu, nimm Jesum ganz ins Herz und ins Leben. Dann bist du ein liebes Kind Gottes.
Lasst uns beten: Lieber Herr und Heiland! Du hast Dich für uns zum Opfer gegeben, dass wir Gottes Kinder werden möchten. Wir sagen Dir herzlich Dank, dass Du Deine Herrlichkeit verlassen hast und bist in das Elend Deines bitteren Leidens und Sterbens gegangen. Öffne uns die Augen, dass wir die Größe Deines Opfers recht verstehen; tue uns das Herz auf, dass wir unsre große Missetat erkennen, die Dir all den schneidenden Schmerz bereitet hat. Zu Dir allein lass uns fliehen, damit wir Deine Gnade mit festen Händen ergreifen und nicht wieder los lassen. Segne diese heilige Zeit an unsern Seelen, segne auch den heutigen Tag, dass wir unser Auge nach Golgatha richten lernen. Amen. (Wilhelm Hunzinger)