So Jemand die Seinen, sonderlich seine Hausgenossen nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger, denn ein Heide.
Dein heiliger Apostel Paulus hat, o Herr, unter der Leitung deines Geistes in dem Briefe an seinen lieben Timotheus diesem eine Anweisung gegeben, wie er seinem Bischofsamte wohl vorstehen möge und worauf er dabei sein Augenmerk zu richten habe. Unter den mancherlei Winken, die er ihm gibt, steht auch der, wie er auf die Hausstände zu achten sich angelegen sein lassen soll. Jeder Hausvater mag mit Recht sich ansehen als einen Bischof, von dir aus Gnaden bestellt über sein Haus. Dann wird er seinem Hause wohl vorstehen, wird des Priesteramtes pflegen an den Seinen mit Lehren und Vermahnen, mit Fürbitten und Segnen. Wehe aber jedem, der solches nicht tut. Wer seine Hausgenossen nicht versorgt ebenso mit gesunder Lehre, als so viel er vermag, mit des Leibes Nahrung und Notdurft, des Herz ist nicht allein ohne natürliche Liebe, sondern er hat auch sogar den Glauben verleugnet und ist ärger, denn ein Heide. Unter Christen, die es sind in der Tat und Wahrheit, steht es anders und besser. Denn wo Einigkeit der Herzen ist in dir, Herr Jesu, und Glauben an dich und Liebe zu dir, da ist auch Einigkeit unter denen, welche dich lieb haben, da haben sie einander brünstig lieb und wissen sich mit einander verbunden als in einem Geiste durch das Band des Friedens. Da stehen, die solches Amt haben, ihrem Hause wohl vor, und von ihren Hausgenossen, als die solche Pflicht haben, werden sie geliebt und geehrt. Da erbittern Eltern ihre Kinder nicht, und die Kinder gehorchen ihnen mit Liebe und Lust. Da machen die Herren ihren Dienern und Knechten das Los der Untertänigkeit nicht schwer, und die Knechte dienen ihnen nicht mit Dienst allein vor Augen, sondern als die Knechte Christi von Herzen und mit gutem Willen. Ach, dass es nicht allewege so ist, wie es war im Hause des heidnischen Hauptmanns von Kapernaum. Der erbarmte sich seines kranken Knechtes, dass er ausging, für ihn Hilfe zu finden. Ihm ward aber auch seine herzliche Liebe mit Gegenliebe vergolten, dass er sagen konnte: Ich habe unter mir Knechte, und wenn ich sage zu dem einen: Gehe hin, so geht er, und zum andern: Komm her, so kommt er; und zu meinem Knechte: Tue das, so tut ers. Ach, lieber Gott und Herr, wäre das nicht auch unter uns also, so lass es dich dessen erbarmen. Dann hätten wir ja gewiss den Glauben verleugnet und wären ärger, als dieser Heide. Mache doch darum aller Sünde ein Ende, die in den Häusern eitlen Unfrieden anrichtet und Zerstören. Hilf, dass alle Männer ihre Weiber, alle Eltern ihre Kinder und alle Herren ihre untergebenen Knechte und Mägde von Herzen lieb haben. Lass es ihnen als dein Gebot angelegen sein, dass sie des Besten an Leib und Seele bei ihnen allezeit gewissenhaft wahrnehmen und lehre sie bedenken, dass sie einen Herrn im Himmel haben, dem sie werden von ihrem Haushalten Rechenschaft geben müssen. Amen! (Carl Gottlieb Just)